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Chronik von Griesheim

Griesheimer Beunestraße in einer Fotografie aus dem Jahr 1913, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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«Almhütte» auf den Griesheimer «Alpen» um 1920, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Griesheimer Stauwerk, Luftbild von 1937, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Um 850:
Erste Nennung von Griesheim: Die Reichsabtei Lorsch besitzt Hof, Äcker und Wiesen in «Groezesheim».
Der «-heim»-Name weist Griesheim als fränkische Siedlung der Landnahmezeit (6. Jahrhundert) aus. Es gehört, wie das ganze Frankfurter Gebiet bis zur Nidda, zum königlichen Bezirk («Bannforst») Dreieich, später zur Grafschaft Bornheimer Berg. Die Herrschaftsrechte über das Dorf gingen von den Vögten zu Dreieichenhain über an die Münzenberger und dann zu den Falkensteiner Herren (13. Jahrhundert), über die das Mainzer Liebfrauenstift in Griesheim Einfluss gewann.

1320:
König Ludwig der Bayer verpfändet Griesheim an die Herren von Hanau.

1438:
Griesheim genießt Burgrecht in Frankfurt, das heißt: die Ortsbewohner können in Kriegszeiten hinter den Stadtmauern Zuflucht nehmen.

1474:
Das Mainzer Liebfrauenstift verkauft seine Griesheimer Rechte an den Erzbischof von Mainz. Es entwickelt sich eine hanau-mainzische Doppelherrschaft über den Ort.

1684:
Im hanau-mainzischen Gebietstausch fällt Griesheim ganz an Kurmainz. Es führt das Mainzer Rad im Wappen.

1803:
Im Reichsdeputationshauptschluss wird das mainzische Oberamt Höchst mit Griesheim nassauisch.

1845:
Griesheim erhält eine Volksschule, die heutige Boehleschule, benannt nach dem Frankfurter Maler Fritz Boehle (1873 - 1916).

1856:
Die Chemische Fabrik Griesheim (vor dem Kriege «Griesheim Elektron») wird am Westrand des Ortes gegründet und umgreift bald die Gemarkung bis zum Lachegraben. Das Werk mit zeitweilig 2.500 Beschäftigten erlangt Weltruf.
Die Industrialisierung (außer Griesheim-Elektron, Dünger-, Quarzglas-, Wachstuch- und Dampfkesselfabriken) verwandelt das alte Fischer- und Bauerndorf in eine Arbeitersiedlung.
Wohnbevölkerung: 912 Einwohner.

1863:
Bau der Evangelischen Kirche (Falterstraße), Turm erst 1890. Nach schweren Kriegszerstörungen 1956 wieder hergestellt und modern ausgestaltet.

1866:
Mit dem Herzogtum Nassau fällt auch Griesheim an Preußen, Landkreis Frankfurt (bis 1928).

1871:
Die Hessische Ludwigsbahn (Main-Lahn-Bahn) bringt Griesheim den Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz, nachdem die Taunusbahn (Frankfurt-Wiesbaden) 1838 nur den äußersten Gemarkungszipfel berührte.
Bau der Katholischen Kirche, Linkstraße

1880:
Eröffnung der zweiten Volksschule: Mozartschule, Linkstraße.

1901:
Das Griesheimer Explosionsunglück fordert 26 Menschenleben und 200 Verwundete. Ganz Griesheim wird aus Sicherheitsgründen geräumt.

1905/07:
Die Schwanheimer Brücke verbindet beide Ufer des Mains und entlastet die Griesheimer Fähre.

1910/11:
Auf dem Exerzierplatz Griesheim (zwischen Mainzer Landstraße und Ludwigsbahn, östlich der Waldschulstraße) unternehmen die Frankfurter Flugpioniere ihre ersten Motorflugversuche.

1917:
Die Eichendorffschule, Waldschulstraße, wird unter dem Namen Waldschule eröffnet. Die Umbenennung erfolgte nach der Eingemeindung.

1919:
Griesheim wird Grenzort des besetzten Rheinlandes.

1921/24:
Mit der Lindenwald-Siedlung (Foockenstraße) greift die Bebauung über die Mainzer Landstraße. 100 Sozialwohnungen verringern die große Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg.

1928:
(1. April) Griesheim wird zusammen mit den westlichen Frankfurter Vororten in die Stadt Frankfurt eingemeindet. Griesheim bringt die kleinste Gemarkung (480 ha) mit der größten Einwohnerzahl (12.357 Einwohner).

1936:
Die Trasse der Autobahn wird zur markanten östlichen Begrenzung Griesheims.

1944:
(22. März) 25 bis 30 Prozent alle Griesheimer Häuser werden durch Spreng- und Brandbomben zerstört.

1949:
Die Siedlung für Bedienstete der bizonalen Verwaltung erweitert das Baugebiet nördlich der Mainzer Landstraße nach Westen.

1952:
Die Nassauische Heimstätte erbaut die Eberhard-Wildermuth-Siedlung zwischen Mainzer Landstraße und Lachegraben. Durch «Neu-Griesheim» verdoppelt sich die Griesheimer Einwohnerzahl.

1953:
Das Baugebiet westlich der Waldschulstraße wird erschlossen. Es gibt nur noch drei bäuerliche Betriebe in Griesheim.
Die evangelische Pfingstkirchengemeinde wird aus der Griesheimer Mutterkirche ausgegliedert. Ihre 4.500 Mitglieder bestehen zu 80 Prozent aus Flüchtlingen.

1955:
Weihbischof Walter Kampe konsekriert die katholische St. Hedwigskirche im Neubaugebiet an der Elsterstraße.

1957:
Die wenige Jahre zuvor in den oberen Stockwerken der Eichendorff-Schule eingerichtete Griesheimer Mittelschule wird nach dem Entdecker des Diphtherieserums «Emil-von-Behring-Schule» benannt.

1956/58:
Errichtung der Heinrich-Sauer-Siedlung mit 390 Wohnungen.

1958:
Errichtung einer Wohnsiedlung für Bundesbahnbedienstete mit 700 Wohnungen.

1962:
Wohnbevölkerung: 25.000 Einwohner (doppelt so viel wie vor dem Kriege).

1963:
Mainfähre Griesheim stillgelegt.

1964:
Neubau der Berthold-Otto-Schule.

1965:
Neueröffnung der Stadtbücherei-Zweigstelle Griesheim.
Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Waldschul- und Lärchenstraße.

1967:
Ausbesserungsarbeiten an der Staustufe Griesheim.

1968:
Umbau der Kreuzung Mainzer Landstraße/Elektronstraße/Linnegraben; Einrichtung einer Ampelanlage.
Neubau des Bahnhofs Griesheim.

1970:
Ausbau der Siedlung an der Rebhuhnstraße.

1973:
Die Omega-Brücke wird nach einer Bauzeit von 16 Monaten für den Verkehr freigegeben (8. Nov.)

1974:
Erster Spatenstich für das Klärwerk Griesheim (25. Sept.).
Wohnbevölkerung: 21.686 Einwohner

1975:
Großbrand in einer Lagerhalle in der Elektronstraße. Eine Schneckenpumpe für das neue Klärwerk, mit einem Gewicht von 17 Tonnen, wird im Mainhafen ausgeladen.

1976:
An der Autobahn zwischen Goldstein und Griesheim wird auf einer Länge von 3,5 Kilometern mit der Errichtung einer Lärmschutzwand begonnen.

1977:
Bolzplatz an der Omegabrücke angelegt.
Einweihung der Gesamtschule Griesheim.

1978:
Die S-Bahn nimmt ihren Betrieb auf, die Straßenbahnlinie 14 verkehrt nur noch bis zur Mönchhofstraße, statt dessen die Omnibuslinie 57 über die Waldschulstraße bis zur Erzbergerstraße.

1979:
Fundament des Kranes «Theodor», kurz vor dem Ersten Weltkrieg errichtet, wird gesprengt.
Begehung des neuerstellten Dükers unter dem Main zur Verbindung der Kläranlagen Griesheim und Niederrad (8. Februar).
An der Staustufe Griesheim wird ein toter Wels von 125 cm Länge aufgefunden (17. Juni).
Hauptsammler Gutleutstraße zwischen Moselstraße und Klärwerk Griesheim fertig gestellt.
1. Griesheimer Stadtteilfest der örtlichen Vereine in der Eichenstraße.
2. Bauabschnitt der Ausbildungsstätte Griesheim der Hoechst AG eingeweiht.

1980:
Im Wettbewerb für das Bürgerhaus Griesheim erhält Architekt Michael Landes den Ersten Preis.
Eröffnung der Kindertagesstätte 77 in der Ahornstraße.
In der Michael-Schule, einer privaten Sonderschule für Behinderte, wird ein Erweiterungsbau für die Werkstufe der elften und zwölften Klasse eingeweiht.

1981:
Neugestaltung des Mainufers zur Grün- und Freizeitanlage.
Grundsteinlegung für das vollbiologische Klärwerk Niederrad, in das auch das Klärwerk Griesheim seine Abwässer speisen wird.
Erweiterungsbau der St.-Hedwigs-Gemeinde vollendet.
Beginn des Ausbaus der Mainer Landstraße westlich der Mönchhofstraße.
Die Zentrale für ambulante Krankenpflege II des Dekanats Höchst, an die vier Gemeinden angeschlossen sind, wird in der Griesheimer Rehstraße 23 eingeweiht.

1982:
Vorstellung der Bio-Hochreaktorenanlage der Hoechst AG Werk Griesheim zur Verbesserung der Abwasserqualität.
Renovierung der Trauerhalle des Griesheimer Friedhofes.
Gleiskörper der Straßenbahn aus der Waldschulstraße wird entfernt, der Mittelstreifen neu bepflanzt.
Einweihung des neuen Mahnmals des Verbandes der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner Deutschlands, Ortsgruppe Griesheimn, auf dem Griesheimer Friedhof.
Aufstellung von drei alten Eisenbahnwaggons als Gruppenräume hinter der Spielstube des Jugendsozialwerks vom Internationalen Bund für Sozialarbeit Kiefernstraße.
Erster Spatenstich für den Neubau des Gerätehauses der freiwilligen Feuerwehr.

1983:
Nach fast 30-jähriger Pause wieder Kerb in Griesheim.
Am Mainufer wird die Skulptur «Erinnerung an die Guidecca» des italienischen Künstlers Pino Castagna aufgestellt.
Renovierung des Kirchturms der St.-Hedwigs-Kirche.

1984:
Die Arbeiterwohlfahrt eröffnet ihr Stadtteilzentrum in Alt-Griesheim 1.
Einweihung des neuen Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr.
Die Hoechst AG nimmt in Griesheim den ersten von zwei Bio-Hochreaktoren, eine Abwasserreinigungsanlage auf biologischer Basis, in Betrieb.
Wegen Renovierungsarbeiten an der Staustufe Griesheim muß der Fußgängersteg für mehrere Monate gesperrt werden.

1985:
Einweihung des neugestalteten Gemeindehauses («Josefshaus») der Gemeinde Mariä Himmelfahrt.
Erweiterung des Domizils der Arbeiterwohlfahrt Alt-Griesheim 1.
Eröffnung des neuen Bereitschaftsheimes des Deutschen Roten Kreuzes in der Hartmannsweiler Straße 77 a.

1986:
Die Pumpentröge sowie der Pumpensumpf der Roh- und Hochwasserpumpstation des Klärwerks Griesheim werden zur Verringerung der Geruchsbelästigung durch speziell angefertigte Kunststoffkonstruktionen abgedeckt.
Der Kleingärtnerverein «Am Kastanienwald» weiht sein erneuertes Vereinshaus ein.
Das alte, nicht mehr funktionierende mechanische Uhrwerk der Segenskirche wird durch ein elektrisches Werk ersetzt.

1987:
Eröffnung des Bürgerhauses Griesheim. Der für 30 Millionen Mark errichtete Bau enthält einen Saal für 800 Personen, eine Tiefgarage, Clubräume, eine Kegelbahn, eine Stadtteilbücherei und eine Mütterberatungsstelle.
Im Zuge der Renovierung und Neugestaltung erhält die St.-Hedwig-Kirche unter anderem ein wandgroßes Altargemälde von Prof. Josef Jost, einen Ambo von Renate Golla sowie eine neue Werktagskapelle.
Die Georg-August-Zinn-Schule muss wegen der gesundheitsgefährdenden Wirkung von Asbest geschlossen werden.
Die 1986 unter Denkmalschutz gestellten ehemaligen Werkswohnungen von 1898 in der Elektronstraße werden renoviert und umgestaltet.
Griesheimer Geschäftsleute und der Vereinsring veranstalten ihr erstes Fest am Mainufer.

1988:
Bei Bohrungen bis in Tiefen von 28 Metern auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Fa. Elwenn & Frankenbach, An der Schildwacht 45, werden Konzentrationen von teilweise 100 Gramm Quecksilber pro Kilogramm Erde festgestellt.
Festliche Einweihung des neugestalteten Gemeindehauses der Segensgemeinde Griesheim.
Die neugestaltete moderne Sport- und Freizeitanlage mit Mehrzweckhalle der Turnerschaft 1856 am Bingelsweg wird ihrer Bestimmung übergeben.
Die DJK (Deutsche Jugendkraft) Schwarz Weiss Griesheim erhält die Walter-Möller-Plakette.
Zwischen dem Griesheimer Stadtweg und dem Main legt das Gartenamt einen kleinen Park an und schließt damit eine der letzten Lücken im Griesheimer Grünzug am Main.
In der August-Bebel-Straße entstehen 27 Sozialwohnungen als Baulückenplanung.
In der Elsterstraße zwischen Linnegraben und Jägeralleee wird ein neuer Radweg angelegt.
Der Caritasverband richtet in der Waldschulstraße 43a das Bekleidungsgeschäft «Für Groß und Klein» ein.

1989:
Das «Flyover» für die Straßenbahn in der Mainzer Landstraße zwischen Jägerallee und Birminghamstraße wird seiner Bestimmung übergeben.
Die neue Spiel- und Lernstube des Internationalen Bundes für Sozialarbeit in der Autogenstraße 6a für 19 Kinder wird offiziell eröffnet.
Der 1.100 Quadratmeter große Spielplatz am Gemeindegarten, Teil einer 7.000 Quadratmeter großen Parkanlage, wird umgestaltet.
Das Portal des Griesheimer Friedhofes wird restauriert.
Im Eichhörnchenpfad entsteht eine neue Kita, bei der 50 Prozent des Strombedarfs durch Solarzellen abgedeckt werden.

1990:
Messer Griesheim errichtet auf dem Gelände der Hoechst AG in Griesheim für rund 75 Millionen Mark eine der modernsten Luftzerlegungsanlagen in Europa.
Werk Griesheim der Hoechst AG weiht im neuen Mehrzweckgebäude ein Umweltlabor ein.
Die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs zur Modernisierung der Bizonalen Siedlung (Erster Preisträger: Michael Wilkens/Baufrösche Kassel) werden vorgestellt.

1991;
Eröffnung der Kindertagesstätte 120 im Eichhörnchenpfad, die mit einem Wintergarten und einer Solaranlage als Pilotprojekt ausgestattet ist.
Nach fünfmonatiger Bauzeit stellt das Garten- und Friedhofsamt die für 600.000 Mark gestaltete, 7.560 qm große Parkanlage an der verlängerten Schöffenstraße fertig.

1992:
Die «Griesheimer Alpen», die frühere Abfallhalde der Hoechst AG, werden von der Hoechst AG gemäß Anweisung des hessischen Umweltministeriums vollständig abgedeckt, da Untersuchungen hohe Dioxin- und Furanwerte ergeben hatten.
Zwischen der S-Bahn, dem Main, der Alten Falterstraße und der Autobahn A5 in Griesheim wird eine Tempo-30-Zone eingerichtet.
Da der Verkauf von Fahrkarten am Bahnhof Griesheim nahezu vollständig zurückgegangen ist, wird der Schalterdienst eingestellt.

1993:
Bei einem Störfall im Werk Griesheim der Hoechst AG tritt der Stoff «o-Nitroanisol» aus, der sich auf der gegenüberliegenden Mainseite in Schwanheim auf Boden, Pflanzen, Gebäuden und Fahrzeugen niederschlägt.
Bewohner der Ahornstraße richten innerhalb von drei Wochen an mehreren Stellen die teilweise völlig verwahrloste Gegend wieder ansehnlich her.
Der Mädchen- und Frauentreff «fema» in der Alten Falterstraße wird eröffnet.
Die neue städtische Kindertagesstätte 102 in der Kiefernstraße für 100 Kinder wird feierlich eröffnet.
In Zusammenarbeit mit den kirchlichen Werken Caritas und Diakonie eröffnet die Werkstatt Frankfurt e.V. das neue Recyclingzentrum West in der Lärchenstraße.
Der Containerdienst Sperzel schließt sein Gelände am Griesheimer Stadtweg und betreibt den Containerdienst auf dem neuen Gelände in der Eichenstraße, wo auch eine moderne Bauschutt-Recycling-Anlage steht.

1994:
Die Spiel- und Lernstube des «Internationalen Bundes für Sozialarbeit» feiert ihr 20-jähriges Bestehen mit der Renovierung der Räume an der Kiefernstraße 20.
Eine Gruppe junger Leute zwischen 16 und 32 Jahren organisiert das erste Straßenfest in der Siedlung Auf dem Schafberg in Griesheim.
Der Jugendclub Griesheim in der Autogenstraße 6b wird nach halbjähriger Renovierung wieder geöffnet. Unter anderem wurden die Wände gestrichen und die Fenster isoliert, wurde der Fußboden neu eingelegt, das Dach abgedichtet, eine neue Werkstatt im Keller eingerichtet.
Das erfolgreiche Selbsthilfe-Projekt der Ahornstraße, die bis vor wenigen Jahren als einer der größten sozialen Brennpunkte der Stadt galt, wird unter Federführung des Kinderbüros fortgesetzt, die Werkstatt Frankfurt nimmt weitere Haussanierungen in der Ahornstraße vor, ausgeführt von Jugendlichen und Erwachsenen aus der Straße, außerdem wird die Kita 77 durch einen mobilen Anbau mit 20 neuen Hortplätzen erweitert.
Mit der Erneuerung der Tore der Nordkammer ist die Sanierung der 1929-1931 erbauten Schleuse Griesheim abgeschlossen. Die neuen Schleusentore sind leichter und haben eine verbesserte Statik. Das Öffnen und Schließen übernimmt eine moderne Hydraulik. Zugleich wurden Steigleitern und Pollern ausgetauscht.

1995:
Aus einer ehemaligen Gaststätte im 1895 erbauten Haus Griesheimer Stadtweg 62 hat der Allgemeine Rettungsverband (ARV) Frankfurt ein neues Pflege- und Beratungszentrum gemacht.
Eröffnung des Erweiterungsbaus der Kita 77 in der Ahornstraße 96.
Die städtische Wohnungsholding hat bei der Friedrich-Ebert-Siedlung neue Wege beschritten, um leerstehende Wohnungen zu vermieten. Sie hat als Reaktion auf die nachlassende Nachfrage erstmals im großen Stil Wohnungen über den Anzeigenteil einer Tageszeitung angeboten.
Schüler der Eichendorff-Grundschule haben zusammen mit Eltern und Lehrern, unterstützt vom Schuldezernat, dem Garten- und Friedhofsamt und dem Verein «Umweltlernen in Frankfurt» auf dem Schulhof ein «grünes Klassenzimmer«, das heißt zwischen Büschen und Pflanzbeeten einen Sitzkreis aus Baumstämmen für den Unterricht im Freien angelegt.
Die evangelische Segensgemeinde ersetzt die aus der Nachkriegszeit stammende schadhafte Orgel ihrer Kirche durch eine historische Sauer-Orgel, 1887 für die evangelische Kirche in Laer bei Bochum gebaut, seit 1974 eingelagert und jetzt von der Fa. Sauer in Frankfurt an der Oder überholt.
Der alte Ortskern von Griesheim zwischen S-Bahn-Gleisen, dem Griesheimer Ufer, der Alten Falterstraße und der Elektronstraße, wird durch Einrichtung einer Tempo-30-Zone verkehrsberuhigt.
Die Anwohner der Siedlung «Auf dem Schafberg» in Griesheim haben zwei sanierte Spielplätze mit einem Fest offiziell eröffnet. An Stelle des staubigen und bei Regen matschigen Bolzplatzes steht jetzt ein Streetballkorb auf einer Spielfläche mit wetterbeständigem Belag. Ein zweiter Spielplatz für Kleinkinder hat ein Holzhäuschen und ein Karussell erhalten, außerdem wurde der Sand erneuert.
Die Hoechst AG errichtet im Werk Griesheim neue umweltbewusstere, wirtschaftlichere und qualitätskonstantere Anlagen, und zwar die «Katalytische Reduktion» und den «Diphenylbasen-Betrieb», mit denen alte Produktionsverfahren ersetzt werden.

1996:
Am 27. Januar tritt nach einer Verpuffung in einem Trockner im Werk Griesheim der Hoechst AG rund eintausend Kilogramm des als krebserregend geltenden Pflanzenschutzmittels Isoproturon aus und geht über Schwanheim nieder. Drei Monate später nimmt die Hoechst-Tochter Agrevo wieder die Produktion auf, nachdem die staatlichen Ämter für Emmissionsschutz und Arbeitsschutz die entsprechend umgebaute Anlage abgenommen haben.
Der Geschäftsbereich Autogentechnik und Gasversorgungssysteme der Messer Griesheim Schweisstechnik GmbH, eine der drei letzten in Frankfurt verbliebenen Produktionsbetriebe der Messer-Griesheim-Gruppe, bezieht seine neue Produktions- und Verwaltungsstätte in der Lärchenstraße in Griesheim, da das alte Gelände in der Krifteler Straße zu groß geworden, nachdem 1995 der Bereich Medizinische Geräte von dort nach Schwalbach ausgegliedert worden war.

1997:
Mit der Verwaltung und den drei Sozialarbeitern, denen noch ein Bistro folgen wird, bezieht das Jugendbüro des Internationalen Bundes für Jugendsozialarbeit neue Räume in der einstigen Halle der Kinotechnikfirma MBF in der Autogenstraße 12. Die alten Räume in der Linkstraße hatten nicht mehr ausgereicht.
Rechtzeitig zum hundertjährigen Bestehen des Gotteshauses können die zweijährigen Renovierungsarbeiten an der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt abgeschlossen werden. Die Kirche erhielt einen neuen Innenanstrich, die Heizung und die elektrischen Einrichtungen wurden auf den neuesten Stand gebracht, die Inneneinrichtung wurde restauriert beziehungsweise gereinigt, neue Lampen wurden installiert.
Das Werk Griesheim der Hoechst AG wird vom Schweizer Chemie-Unternehmen Clariant übernommen, das es zu einem Zentrum für Vor- und Zwischenprodukte für die Pharma- und Agrarindustrie ausbaut, wobei weniger Platz benötigt wird, so dass die alte Anlage abgerissen werden muss, andererseits Neuinvestitionen erfolgen.
Mit mehr als einer halben Million Mark ermöglicht die Gemeinnützige Hertie-Stiftung eine Sozialarbeit an der Georg-August-Zinn-Schule, einer integrierten Gesamtschule. Der Einsatz soll gefährdete Kinder vor dem Absturz bewahren. In einem Raum im Erdgeschoss haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Zeitschriften zu lesen, Billard zu spielen, miteinander zu sprechen oder an Arbeitsgruppen der beiden Sozialpädagogen teilzunehmen.

1998:
Das 1997 eröffnete Wohnstift Lärchenstraße 46 in Griesheim wird, da das Interesse an Betreutem Wohnen in Griesheim nicht so groß ist, um ein Alten- und Pflegeheim ergänzt.
Der Neubau der vom Verein «Haus Michael» getragenen, 1952 gegründeten Michael-Schule, einer Sonderschule in freier Trägerschaft nach dem Leitgedanken der Waldorfpädagogik arbeitend, die bisher in Pavillons untergebracht war, wird eröffnet. Er hat einen sternförmigen Grundriss, in seinem Zentrum befindet sich ein von einer Glaskuppel getragener Festsaal.
Die Triumph-Adler AG gibt ihren letzten Produktionsstandort in Frankfurt auf. Die Schreibmaschinenherstellung in Griesheim wird eingestellt, wodurch 90 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.
Das Flüchtlingswohnheim in der Kiefernstraße, das seit 20 Jahren besteht und in dem Deutschstämmige aus Osteuropa leben, wird geschlossen. Die Zahl der Aussiedler ist stetig zurückgegangen. Von den 279 Plätzen im Heim waren zuletzt noch 137 belegt. Die noch verbliebenen Bewohner erhalten Wohnungen. Für Neuankommende reichen die beiden anderen Heime in Frankfurt aus.
Aus Anlass ihres 100-jährigen Bestehens schreibt die Messer Griesheim GmbH einen mit 70.000 Dollar dotierten «Internationalen Messer Innovationspreis» aus für junge Wissenschaftler und Anwendungstechniker, die unter Einsatz von Industriegasen in der Chemie und Metellurgie, der Lebensmittel-, Medizin- und Umwelttechnik neue Werkstoff entwickeln.

1999:
Nachdem vor 25 Jahren die Familie Messer zwei Drittel ihrer Anteile an der Messer-Griesheim-Gruppe an die Hoechst AG verkauft hatte, erwirbt die Familienholding Messer Industrie GmbH die Schneidtechnikaktivitäten der Messer Griesheim Gruppe (Messer Cutting & Welding AG) wieder. Diese AG war 1998 aus der Messer-Griesheim-Gruppe herausgelöst und verselbständigt worden. Die Familienholding ist weiterhin an der Messer Griesheim GmbH, die sich auf das Industriegas-Geschäft konzentriert, mit einem Drittel beteiligt.

2000:
Nach zweijähriger Sanierung wird die Georg-August-Zinn-Schule am Mühlengewann in Griesheim wieder eröffnet. Das Gebäude war komplett entkernt, von Asbest befreit und umgebaut worden. In jedem Klassenzimmer gibt es einen Internetanschluss. Die Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht sind modern ausgestattet. In gemeinsamer Arbeit der Lehrer, der beteiligten städtischen Ämter und des Ortsbeirats konnten Ideen wie der Bau eines Lichthofs umgesetzt werden. Ein Schulcafé wurde eingerichtet, wo auch Mittagessen angeboten wird. Im Rahmen des Jugendhilfeprojekts «Komm» vom Christlichen Jugenddorfwerk Rhein-Main arbeiten zwei Sozialpädagogen in der Nachmittagsbetreuung, finanziert von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
Im Werk Griesheim des Chemie-Unternehmens Clariant (vormals der Hoechst AG) wird eine neue zentrale Kälteversorgung fertig gestellt.

2001:
Die Schweizer Clariant International AG, an die 1997 die Hoechst AG ihr Spezialchemikaliengeschäft veräußert hatte, verkauft das Cassella-Werk Frankfurt-Offenbach und Teile des Chemiewerks Griesheim an ihren früheren Vorstandschef und das ehemalige Hoechst-Vorstandsmitglied Karl-Gerhard Seifert. Die Geschäftsführung übernimmt die dafür neu gegründete Allessa Chemie GmbH.
Nach jahrelangem Ringen ist die Messer Griesheim GmbH, ehemals Tochter der Hoechst AG und seit 2000 der Aventis, zu je einem Drittel an Allianz Capital Partners und Goldman Sachs verkauft; das dritte Drittel hält die Gründerfamilie Messer.

2002:
Das Griesheimer Second-Hand-Kaufhaus der Werkstatt Frankfurt in der Lärchenstraße 135 wird als «Das einmalige Warenhaus» nach Neugestaltung wieder eröffnet.
Die Renovierung der katholischen Laurentiuskirche ist abgeschlossen. Sie hat außerdem einen neuen Anbau für die Pietà erhalten, der die Möglichkeit schafft, von dieser «Mariengrotte» ins Innere der Kirche zu schauen, die nun außerhalb der Gottesdienste geschlossen bleiben kann.

Chronik wird nicht fortgesetzt.