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Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) Frankfurt

Teaserfoto PSNV Frankfurt am Main, © Gesundheitsamt Frankfurt am Main
 

U-Bahnunfall, Großbrand, Katastrophe – was passiert, wenn was passiert?

Im Notfall sorgen Feuerwehr und Rettungsdienst für schnelle medizinische Hilfe. Überlebende, Zeugen, Angehörige, Hinterbliebene und Einsatzkräfte brauchen aber auch psychosoziale Unterstützung. Dieser Bereich heißt Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). Wir unterstützen alle Betroffenen dabei, ihre Erlebnisse emotional zu verarbeiten.

PSNV-Akuthelfer bieten nach belastenden Ereignissen frühzeitig persönliche Unterstützung an, um das Erlebte zu verarbeiten. Damit wird gesundheitlichen Folgen wie z.B. Depressionen oder der Posttraumatischen Belastungsstörung entgegengewirkt.

Manche Schocksituationen betreffen eher Einzelne, wie z.B. ein plötzlicher Todesfall in der Familie, eine erfolglose Reanimation, der Tod eines Kindes oder der Suizid einer nahestehenden Person. In solchen Fällen ist in Frankfurt am Main die Notfallseelsorge der Diakonie (Link auf der rechten Seite) für die Krisenintervention für Betroffene im Alltag (PSNV B) zuständig. Sie ist 24 Stunden erreichbar und wird bei Bedarf direkt durch die Rettungskräfte oder die Polizei über die Leitstelle der Feuerwehr alarmiert.

Die Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen für Einsatzkräfte (PSNV E) wird in Frankfurt am Main von einem speziell ausgebildeten Team der Diakonie übernommen (den LINK finden Sie auf der rechten Seite).

Das Team der PSNV bei Großschadenslagen wird aktiv, wenn durch Unglücksfälle oder Katastrophen viele Menschen zugleich betroffen sind. In Frankfurt am Main ist dafür das Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit der Branddirektion und der Notfallseelsorge zuständig. Die Koordinierungsstelle PSNV im Gesundheitsamt steuert dann die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. PSNV-Einsatzkräfte, die auf solche extremen Situationen vorbereitet sind, sorgen für schnelle psychosoziale Unterstützung. Zugleich gibt es langfristige Angebote für Betroffene, denn mitunter zeigen sich psychische Belastungen erst später.

PSNV-Führungskräfte

Bei größeren Unglücksfällen übernehmen PSNV-Führungskräfte die Koordinierung der nötigen Maßnahmen sowie die Anleitung der beteiligten Notfallseelsorger und anderer PSNV-Akuthelfer. Die PSNV-Führungskräfte sind durch die Leitstelle der Feuerwehr alarmierbar. Es handelt sich hierbei zum einen um Mitarbeiter der Abteilung Psychiatrie im Gesundheitsamt (Sozialarbeiter, Psychologen, Psychiater) und zum anderen um Mitarbeiter der Notfallseelsorge. Neben ihrer Tätigkeit in Gesundheitsamt oder Notfallseelsorge nehmen sie regelmäßig an Fortbildungen und Übungen zum Thema PSNV bei Großschadenslagen teil.

Für die Aus- und Fortbildung der PSNV-Führungskräfte ist die Koordinierungsstelle PSNV im Gesundheitsamt zuständig. In Frankfurt am Main gibt es fünf ausgebildete Trainer, die ein Zertifikat für die Qualifizierung von PSNV-Führungskräften nach den Standards des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz haben. Sie wirken auch an der landesweiten PSNV-Führungskräfteausbildung mit, die der Landesfeuerwehrverband Hessen anbietet.

Informationen für Betroffene

Belastende Ereignisse wie Verkehrsunfälle, Naturkatastrophen, Amokläufe oder Terroranschläge können sich Menschen nicht wirklich vorstellen. Solche Situationen treffen uns plötzlich und unvorbereitet und auf einmal ist nichts mehr, wie es vorher war.

Die Reaktionen auf solche Erlebnisse sind so individuell und verschieden wie wir Menschen. Es gibt kein Standardmodell, welches die Verarbeitungsmechanismen in solchen Fällen erklärt.

Reaktionen können zum Beispiel sein:

  • Hilflosigkeit,
  • Angst, Schreckhaftigkeit,
  • Wut, Verzweiflung,
  • Schuldgefühle,
  • Handlungsunfähigkeit,
  • Konzentrationsprobleme,
  • Schlafstörungen, Albträume,
  • sich aufdrängende Erinnerungen,
  • Vermeidungsverhalten.


Diese Reaktionen sind vollkommen normal. Sie treten bei Betroffenen, Augenzeugen, Helfern oder Angehörigen auf. In den meisten Fällen klingen sie nach einigen Tagen wieder ab.

Aus Erfahrung wissen wir, dass es vielen Menschen gelingt, solche schwierigen Situationen gut zu überstehen und zu verarbeiten.

Das hilft:

  • Gönnen Sie sich viel Ruhe.
  • Sprechen Sie mit Ihnen nahestehenden Personen über das Erlebte.
  • Tun Sie, was Ihnen auch sonst im Alltag gut tut.
  • Versuchen Sie, so bald wie möglich wieder Ihren normalen Tagesablauf aufzunehmen.
  • Nutzen Sie professionelle Hilfsangebote. Zum Beispiel unsere Hotline.


Davon raten wir ab:

  • Gefühle unterdrücken
  • Gespräche vermeiden, das Erlebte 'in sich hinein fressen'
  • die Reaktionen mit Alkohol oder Drogen dämpfen
  • sich selbstständig mit Medikamenten 'behandeln'


Wichtig:
Wenn es Ihnen nach vier Wochen noch nicht besser geht, sollten Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Im Gesundheitsamt finden Sie eine erste Anlaufstelle, lassen Sie sich unbürokratisch beraten:

069 212-70500
PSNV@stadt-frankfurt.de


Im DOWNLOAD-Bereich auf der rechten Seite finden Sie hilfreiche Hinweise des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in vielen verschiedenen Sprachen.