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Bester Wanderweg: das Lob der Jury

Original-Text
Begründung der Jury für die Wahl
"Deutschlands Schönster Wanderweg 2014"


Auch Städte tragen einen Gürtel. Meist ist es der sprichwörtliche Speckgürtel. Die Rhein-Main-Metropole Frankfurt hingegen leistet sich einen geschlossenen grünen Gürtel, der ein Drittel der Stadtfläche ausmacht. Der GrünGürtel-Wanderweg ist daher das Musterbeispiel eines stadtnahen Wanderwegs mit höchstem Unterhaltungswert.

Mit Straßenbahn, U-Bahn oder Bus zum Wandern, kein Problem. In wenigen Stationen ist man raus aus der Stadt. Der GrünGürtel-Wanderweg ist eine Schleichspur und vor allem ein Bremsweg für alle vom Alltag Gejagten. Er hält respektvoll Distanz zur Stadt, umgeht sie auf leisen Sohlen durch Wiesen, Weinberge, Streuobstwiesen, Flussauen, über Sanddünen oder durch dichten Wald. Komische Kunst, eine Fähre, glänzende Fernsichten, bezaubernde Einsichten, überraschende Begegnungen und die Gewissheit, jederzeit den lustvollen Tippeltakt mit der Überholspur von Mainhattan vertauschen zu können – ein erstaunliches Erlebnispotenzial.

Beeindruckend sind auch jene Punkte am Weg, wo sich die Natur einstiger zivilisatorischer Fesseln entledigen kann. Der ehemalige Flugplatz Bonames, wo sich Kaninchen und Frösche wechselweise Gute Nacht sagen oder die wild schäumende Nidda hinter dem Höchster Wehr – das ist großes Kino. Traumhaft die Sonnenaufgänge vom Lohrberg, sehenswert die Sonnenuntergänge von der Deutschherrnbrücke, wundervoll der Bohlenweg durch die Schwanheimer Wiesen. Dass man das Ich-Denkmal von Hans Traxler selbst einnehmen darf, ist ein weiterer genialer Höhepunkt. Stadtnahes Wandern von seiner schönsten Seite.