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Early Excellence Fachkongress Frankfurt am Main - Kinder- und Familien im Zentrum am 21. März 2013

Die Resonanz auf die Einladung zum Fachkongress war überwältigend. Bildungsdezernentin Sarah Sorge konnte rund 380 Fachbesucherinnen und -besucher im Saalbau Gallus begrüßen, die der Einladung des Stadtschulamtes gefolgt waren, um sich über den aus England stammenden pädagogischen Ansatz der Early Excellence Centres auszutauschen.

Der pädagogische Ansatz der Early Excellence Centres ist das Ergebnis britischer Bildungspolitik und der daraus resultierenden Bildungsoffensive „Sure Start“, die nicht nur Kinder, sondern - ganz im systemischen Sinne - auch die Familie und das soziale Umfeld in den Focus der frühkindlichen Pädagogik gerückt hat. In den 1990er Jahren sind in England Zentren für Kinder und ihre Familien vor allem dort entstanden, wo starkes Industriesterben zu Armut und vielfältigen sozialen Problemlagen geführt hat.

Sarah Sorge ©Stadt Frankfurt am Main, Foto: Petra Bruder
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Sarah Sorge betonte in ihrer Begrüßung, dass in Frankfurt am Main neben dem quantitativen Ausbau großer Wert auf die Weiterentwicklung der bereits hohen Qualität der Kindertageseinrichtungen gelegt werde. Dies zeige sich nicht zuletzt auch am Ausbau und der Entwicklung der Kinder- und Familienzentren. Die verbindlichen Kooperationen von Kitas und Familienbildungsstätten stehen in der guten Tradition englischer Early Excellence Centres. „Mit seiner Förderung für Kinder- und Familienzentren nimmt Frankfurt am Main bundesweit einen Spitzenplatz ein. Es ist Konsens in der Stadt, dass die Förderung von Kindern und Familien, die die wertvollste Ressource unserer Gesellschaft sind, schon frühzeitig ansetzen muss und nicht zum Nulltarif zu haben ist.“

Wie die Arbeit in den inzwischen zehn Frankfurter Kinder- und Familienzentren nach dem Ansatz der Early Excellence Centres ausgestaltet wird und welche Erfolge seit Gründung des ersten Kinder- und Familienzentrums in Frankfurt am Main im Jahr 2006 bereits eingesetzt haben, verdeutlichte eindrücklich der zum Einstieg in den Kongress gezeigte Film von Franz Gerlach.

Dr. Margy Whalley ©Stadt Frankfurt am Main - Stadtschulamt, Foto: Petra Bruder
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Den Hauptvortrag hielt Dr. Margy Whalley, Gründerin des Pen Green Centres in Corby und derzeit wohl berühmteste Vertreterin der britischen Early Excellence Centres. Sie verdeutlichte, wie entscheidend es für den Bildungserfolg von Kindern ist, dass Kinder aller sozialen Schichten ein qualitativ hochwertiges vorschulisches Betreuungsangebot erhalten können, in dem Eltern als Experten ihrer Kinder in deren Bildungsprozesse einbezogen werden: „Nur eine stabile Erziehungspartnerschaft, die Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Fachkräften und Eltern zur Voraussetzung hat, ermöglicht es, die vielfältigen Potentiale jedes einzelnen Kindes zur freien Entfaltung zu bringen.“

Blick in den Saal beim EEC-Fachkongress, © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Petra Bruder
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Am Vortrag von Margy Whalley und weiteren Beiträgen von Professorin Hebenstreit-Müller vom Pestalozzi Fröbel Haus Berlin sowie Professorin Tanja Betz von der Goethe-Universität Frankfurt am Main wurde deutlich, dass der vornehmlich für die ärmsten Gegenden in England entwickelte Ansatz von besonderem Interesse in der Fachöffentlichkeit ist, da er sehr universelle Aussagen für alle pädagogischen Bereiche macht und eben nicht nur sein Potential und seine Gültigkeit für Kinder- und Familienzentren und für Einrichtungen in schwierigen Stadtteilen besitzt. Die Betonung und das konsequente Ansetzen an den Stärken von Kindern und Familien und der Aktivierung von Selbstbildungs- und Selbsthilfeprozessen machen die Besonderheit und Einmaligkeit dieses Ansatzes aus.

Zur Mittagspause leitete Sigi Herold vom Theater Grüne Sosse mit seiner Sicht auf den Early Excellence Ansatz aus dem Blickwinkel des „Hausmeisters“ über.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses in 18 Themenimpulsen die Gelegenheit, sich über die verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten und einzelnen Facetten des Ansatzes der Early Excellence Centres zu informieren und deren Übernahme in die eigene pädagogische Praxis zu reflektieren.

Expertinnen und Experten zur Abschlussrunde auf dem Podium ©Stadt Frankfurt am Main - Stadtschulamt, Foto: Petra Bruder
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Der Kongress wurde von einer Podiumsrunde beschlossen, in der Isa Baumgarten von der Heinz und Heide Dürr Stiftung, Prof. Dr. Sabine Hebenstreit-Müller vom Pestalozzi-Haus in Berlin, Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe von der Justus-Liebig-Universität Gießen, Stefanie Entzmann vom Kinder- und Familienzentrum St. Josef in Stuttgart, Andreas Schenk vom Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Hannover und Monika Ripperger vom Stadtschulamt Frankfurt am Main ihr Resümee des Kongresses zogen und Ziele für die künftige Arbeit formulierten.

Moderiert wurde der Fachkongress von Karen Fuhrmann, Moderatorin beim Hessischen Rundfunk.

Veranstaltet wurde der Kongress vom Stadtschulamt, Abteilung Pädagogik, Planung und finanzielle Förderung in Kooperation mit den Partnern Caritasverband Frankfurt, Diakonisches Werk Frankfurt, Frankfurter Bündnis für Familien, Internationales Familienzentrum e.V., Kita Frankfurt, Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Sozialpädagogischer Verein, Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern e.V. und mit Unterstützung der Heinz und Heide Dürr Stiftung.

Interview mit Frau Dr. Whalley beim Frankfurter Abend
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Bereits am Vorabend waren rund 120 Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland zum „Frankfurter Abend“ aus Anlass des Fachkongresses gekommen und hatten sich auf den Kongress eingestimmt. Das Frankfurter Bündnis für Familien hatte in das Haupthaus des Frankfurter Caritasverbandes in der Frankfurter Innenstadt eingeladen.

Ansprechpartner
 
Link-IconKai Wagner
E-Mail:Link-Iconkai.wagner [At] stadt-frankfurt [Punkt] de