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Chronik von Zeilsheim

Fastnacht in Zeilsheim nach der Jahrhundertwende, © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Blick in das historische Zeilsheim (Fotografie von 1934), © Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte
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Frühzeit bis 1699

794:
Erste Nennung des Ortes als „Ciolfesheim“.

1463:
Dieter von Isenburg und Adolf von Nassau beenden im Felde von Zeilsheim ihre Fehde um den Mainzer Erzstuhl (Mainzer Stiftsfehde 1461-63).

1465:
Der Erzbischof von Mainz als Ortsherr von Zeilsheim verpfändet den Ort innerhalb des Amtes Hofheim für 10.000 Gulden an den Grafen von Eppstein (1535 fällt die Pfandschaft an die Grafen von Stolberg).

1565:
Erzbischof Daniel Brendel von Homburg löst die Pfandschaft Hofheim für 20.000 Gulden wieder ein.

1650:
Zeilsheim besteht aus 26 Häusern.

1668:
70 Einwohner überstehen die Pest.

1700 bis 1899

1803:
Im Reichsdeputationshauptschluss wird Zeilsheim zusammen mit den Ämtern Höchst und Hofheim nassauisch.

1813:
Bau der katholischen Bartholomäuskirche anstelle der bereits 1384 genannten und 1432 erneuerten Gertrudiskapelle.

1834:
378 Einwohner.

1863:
Gründung der Farbwerke Hoechst.

1866:
Zeilsheim wird preußisch.

1877:
Die Eisenbahn Frankfurt-Höchst-Limburg durchschneidet die Zeilsheimer Gemarkung.

1889:
Eröffnung der Käthe-Kollwitz-Schule (erweitert 1901 und 1912, benannt nach der Malerin Käthe Kollwitz 1867-1945).

1900 bis 1969

1900:
Die Einwohnerzahl überschreitet die Tausendergrenze; noch sind neun von zehn Zeilsheimer Landwirte.
Die ersten 60 Arbeitersiedlungshäuser leiten den Struktur-wandel Zeilsheims zur Stadtrandsiedlung ein.

1912:
Zeilsheim erhält seine erste evangelische Kirche.

1917:
Zeilsheim wird nach Höchst eingemeindet.

1925:
4.500 Einwohner.

1928:
1. April: Eingemeindung von Höchst (mit Unterlieder-bach, Zeilsheim und Sindlingen) in das Frankfurter Stadtgebiet (Zeilsheim: 430 Hektar).

1928/33:
Bau der Auto-Umgehungsstraße Höchst als erstes Teilstück des ehemaligen Rhein-Main-Schnellweges, heute Wiesbadener Straße.

1932:
Erweiterung der Bartholomäuskirche unter Einbeziehung des klassizistischen Baues von 1819 als Chor.

1937/38:
Bau der Steinrutsch-Siedlung.

1939:
4.700 Einwohner.

1950:
6.000 Einwohner

1950/51:
Errichtung der Flüchtlingssiedlung Friedenau (Gemarkung Sindlingen).

1953:
Zeilsheim hat noch immer 25 Bauernhöfe mit 300 Hektar Land.

1957:
Die Steinrutsch-Siedlergemeinschaft errichtet ein Gemeinschaftshaus und wird Landes- und zweiter Bundessieger im deutschen Siedler-Wettbewerb.

1958:
Autobahnähnlicher Ausbau des Rhein-Main-Schnellweges.

1958/62:
Bau der Siedlung Taunusblick (über 1.000 Wohnungen und Eigenheime für ca. 4.000 Menschen).

1960:
12.000 Einwohner.

1961:
Eröffnung der Adolf-Reichwein-Schule in der Siedlung Taunusblick.

1962:
Der Friedhof Zeilsheim erhält eine der modernsten Trauerhallen Frankfurts.

1963:
Die Käthe-Kollwitz-Schule erhält die erste von 17 Frankfurter Fertigbauschulturnhallen.
Einweihung der Hoechster Jahrhunderthalle (Gemarkung Sindlingen).

1964:
Weihe der evangelischen Heimatkirche (Siedlung Taunusblick).
13.000 Einwohner.

1965:
Übergabe des neuen Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr.

1967:
Renovierung der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus.

1970 bis 1989

1970:
Einweihung des Kindergartens der evangelischen Gemeinde.

1971:
Einweihung des ersten Bauabschnittes der Bezirkssportanlage.

1972:
Einweihung des Erweiterungsbaues der Käthe-Kollwitz-Schule.

1974:
Einweihung des katholischen Gemeindezentrums der St.-Bartholomäusgemeinde.
Grundsteinlegung für 30 Eigentumswohnungen für Angehörige der Farbwerke Hoechst.
11.000 Einwohner.

1975:
Beginn der Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Bezirkssportanlage.
Beginn der Generalüberholung der Käthe-Kollwitz-Schule.

1976:
Bau des Entlastungskanals Zeilsheim-Nord.
Einweihung der Bezirkssportanlage an der Hohen Kanzel.
13.000 Einwohner (davon 10,9 Prozent Ausländer).

1978:
Ein Realschulzweig an der Käthe-Kollwitz-Schule wird eröffnet.
Zum ersten Mal seit 1962 gibt es wieder Kerbeburschen (acht junge Männer) bei der Eröffnung der Zeilsheimer Kerb.
Nach der Freigabe der Mainbrücke Sindlingen und der gleichzeitigen Inbetriebnahme des zweiten Teilstücks der Höchster Südumgehung wird Zeilsheim vom LKW-Durchgangsverkehr entlastet.

1979:
Fertigstellung der Kleinsportanlage an der Adolf-Reichwein-Schule.
Eine Fragebogenaktion des Vereinsrings ergibt: 40 Prozent der Ein-wohner Zeilsheims sind in den 30 Mitgliedsvereinen organisiert.
Fertigstellung des Spielplatzes an der Pfaffenwiese/Ecke Lenzenbergstraße.
Die St.-Bartholomäus-Kirche erhält neue, von Jupp Jost gestaltete Relief-Bronzetüren, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zeigen.

1980:
Gründung der „Zeilsheimer Initiative für Verkehrsberuhigung“.
Grundsteinlegung für die Mehrzweckhalle Zeilsheim.
Eröffnung einer regelmäßigen Schulbuslinie zur Käthe-Kollwitz-Schule von und nach Sindlingen-Süd.
Abschluss der im Sommer 1974 begonnenen Sanierung der Siedlung „Colonie“ der Hoechst AG. Von 589 Häusern wurden 205 saniert. Die Häuser können von den Mietern jetzt auch gekauft werden.

1981:
Nach Ausbau wird die Blauländchenstraße als Fahrradweg nach Kriftel eröffnet.

1982:
Als 27. Frankfurter Bürgerhaus wird die Stadthalle Zeilsheim an der Bechtenwaldstraße eingeweiht. Das für sportliche und kulturelle Zwecke konzipierte Haus weist einen Mehrzwecksaal mit 1.200 Sitzplätzen auf, außerdem Räume für Kondition, Kraftsport, Squash, vier Clubräume, eine Schießanlage mit acht Bahnen, eine Gaststätte, ein Boulefeld im Keller und eine Tiefgarage.
In der neuen Stadthalle findet die erste Zeilsheimer Gewerbeschau statt, veranstaltet von der Fördergemeinschaft „Handel-Selbständige-Handwerk“ mit ihren 30 Mitgliederfirmen.
Das neue Clubhaus des Zeilsheimer Tennisclubs 1969 wird seiner Bestimmung übergeben.

1983:
Die Altenwohnanlage Bielefelder Straße 38, errichtet vom Bauverein für Höchst und Umgebung, wird bezogen und erhält eine vom Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe getragene Seniorenbegegnungsstätte.
Gründung des Foto- und Filmklub Zeilsheim.

1984:
Ecke Welschgraben-/Klosterhofstraße findet das erste Brunnenfest statt.
Der Vereinsring veranstaltet das erste Zeilsheimer Bürgerfest auf dem Platz vor der Stadthalle.

1985:
Die Arbeiten zur Vergrößerung des Friedhofs um einen Hektar beginnen.
100 Jahre Zeilsheimer Turnverein.

1986:
Der ehemalige, seit elf Jahren leerstehende Gasthof Nassauer Hof wechselt seinen Besitzer, der ihn zu sanieren beabsichtigt.
Die Orgel der evangelischen Kirche Zeilsheim-Taunusblick (1954 für ein Gymnasium erbaut, 1963 vom Regionalverband als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt) wird generalüberholt.
Das Gartenamt legt einen Rosengarten an der evangelischen Kirche im Frankenthaler Weg an.
Der Park am Bürgerhaus wird zu einer ökologisch wertvollen Anlage mit unter anderem schmaleren Wegen und Rosenbeeten angelegt.
Auf der nördlichen Seite der Pfaffenwiese entsteht ein Radweg.

1987:
An der A66 wird eine „Steinwallkonstruktion“, also eine Schutzwand mit Kletterpflanzen, als Lärmschutzwand erstellt.
Der Bereich Pfaffenwiese/Ecke Katzenstirn wird von der Gesellschaft für gemeinnützigen Wohnungsbau Hoechst zusammen mit einem Gartenarchitekten und einer Künstlerin neu gestal-tet. Er erhält Bronzeplatten mit Märchenmotiven, ein kleines Bachbett, eine Fontäne, Sträucher und Sitzgelegenheiten.

1988:
Die aufwändigen Renovierungsarbeiten der Michaelskapelle sind abgeschlossen.
In der Grünanlage hinter der Stadthalle erinnert eine von Bildhauer Willi Schmidt gestaltete Tafel an das ehemalige, von 1940 bis 1948 bestehende „Lager Zeilsheim“ für polnische Zivilgefangene, Zwangsarbeiter, ehemalige KZ-Häftlinge, heimatvertriebene polnische Juden, deutsche Kriegsgefangene.
Der Erweiterungsbau für Kunstunterricht, Polytechnik, Werken und Musik der Grund-, Haupt- und Realschule Käthe-Kollwitz-Schule wird seiner Bestimmung übergeben.

1989:
Der Hessische Denkmalschutzpreis 1989 wird der Gesellschaft für gemeinnützigen Wohnungsbau Hoechst mbH verliehen für die mustergültige denkmalpflegerische Betreuung der „Colonie Zeilsheim“.
Einweihung des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr in der Welschgrabenstraße.
Der Pfortengartenweg in der Siedlung Taunusblick wird umgestaltet, so dass statt bisher 85 nun 180 Pkw Platz finden.
Mit dem Einbau eines Trennvorhangs zur Tribüne beginnt die „Nachrüstung“ der Stadthalle.
Das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in der Klosterhofstraße 38 wird seiner Bestimmung übergeben.

1990 bis 1999

1990:
Am Rande der A66 legen Archäologen der Frankfurter Denkmalpflege eine römische Ziegelei frei.
Nach dreimonatiger Umbauzeit wird die renovierte Orgel der St. Bartholomäuskirche mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

1991:
In der Stadthalle findet die erste Vereinsbörse statt.

1992:
Im Denkmalschutzwettbewerb der Hoechst AG erhalten Familien aus der „Colonie“ Zeilsheim und der Siedlung „Heimchen“ in Unterliederbach Preise für Verschönerung ihrer Häuser im Sinne von Umweltbewußtsein und Denkmalschutz.

1993:
Die Glocken der St. Bartholomäuskirche dürfen nicht läuten, da der 1957 erbaute Turm nicht mehr stabil genug ist und erneuert werden muss.
Im alten Spritzenhaus neben der historischen Michaeliskapelle hat der Heimat- und Geschichtsverein ein Heimatmuseum eingerichtet.

1995:
Das Gemeindezentrum von St. Stephan in Zeilsheim wird umgestaltet und erweitert. Knapp vier Wochen nach der Einweihung untersagt die Bauaufsichtsbehörde die Nutzung, da es den Anforderungen des Brandschutzes nicht genüge.
Die ersten Wohnungen in den Neubauten der von der Hellerhof AG errichteten Siedlung am Pflugspfad und an der Kegelbahn, die die alte Siedlung von 1938 ersetzt, deren Häuser nicht sanierungsfähig waren und abgerissen wurden, werden bezogen. Ein Teil der Wohnungen in der Siedlung wird senioren- und behindertengerecht ausgebaut.
In einem kleinen Raum im Erdgeschoss des Hochhauses Lenzenbergerstr. 120 in der Siedlung Taunusblick richtet die vor zwei Jahren gegründete Arbeitsgruppe für Kinder und Jugendliche ihr Büro ein.


1996:
In der Siedlung Friedenau in Zeilsheim wird ein Schild angebracht, das an den Bau der Siedlung erinnert, der mit dem ersten Spatenstich am 31.12.1949 begann.
Im Gemeindezentrum von St. Stephan in der Bechtenwaldstraße 94 in Zeilsheim werden drei Reliefs angebracht, geschaffen von der Ordensschwester Christophera Janssen OSB aus der Abtei St. Hildegardis Eibingen.

1999:
Abschluss der Renovierungsarbeiten am Turm der katholischen St. Bartholomäuskirche in Zeilsheim (Erneuerung des undichten Schieferdachs, Betonsanierungsarbeiten, neuer Anstrich).

2000 bis heute

2000:
Die evangelischen Gemeinden Friedenau und Taunusblick werden im Zuge der kirchlichen Sparpolitik zusammengelegt.

2001:
Unter Anleitung der Designerin Nicole Wächter haben Kinder der Kindertagesstätte 72 am Dunantring das durch den Umbau von 1998 entstandene Dach des Mehrzweckraums bemalt.

2003:
Grundsteinlegung für den von Magistrat und Stadtverordnetenversammlungen beschlossenen und von der Stadt finanzierten Neubau des Umkleide- und Funktionsgebäudes der in Vereinsbetreuung stehenden Sportanlage Hohe Kanzel, dessen Rasenspielfeld bereits nebst Einbau einer automatischen Beregnungsanlage grundsaniert wurde. Mit den Baumaßnahmen werden nicht nur die sportlichen Bedingungen wesentlich verbessert, sondern zugleich auch dem sozialen Engagement und der umfangreichen Jugendarbeit der dort ansässigen Vereine Anerkennung gezollt.

2004:
Auf einem landwirtschaftlich genutzten Areal nahe der Stadtgrenze stoßen Archäologen auf 25 römische Grabstätten aus der Zeit des Kaisers Trajan (98-117). Zu ihrer Überraschung kommen bei der Grabung auch Gefäße und Werkzeuge aus der Steinzeit ans Licht; steinzeitliche Funde waren in diesem Gebiet bisher nicht bekannt.

2005:
Auf dem Zeilsheimer Friedhof gibt es ein neues Bestattungsangebot: pflegeleichte Urnengräber. Auf einer Wiese werden die Grabstätten nur durch kleine beschriftete Steine markiert. Blumen und Kerzen können am gemeinschaftlichen Gedenkstein am Rand des Gräberfelds aufgestellt werden.
Ende des Jahres bekommt Zeilsheim als erster Frankfurter Stadtteil eine mobile Polizeiwache: An zwei festen Standorten stehen zweimal in der Woche jeweils für drei Stunden Streifenbeamte in Einsatzfahrzeugen als Ansprechpartner zur Verfügung. Die zusätzliche Polizeipräsenz soll der Prävention dienen. Wird dieses Pilotprojekt von der Bevölkerung angenommen, soll es auch auf andere Stadtteile ausgeweitet werden.

Chronik wird nicht fortgesetzt.