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Salomon, Meta Luise

Meta Luise Salomon, geb. Eichengrün, wurde in Aachen geboren. Meta Salomon gehörte keiner Religionsgemeinschaft an und war in erster Ehe mit Wilhelm Rocholl verheiratet, der 1900 starb. Ihre 1898 in Bonn zur Welt gekommene Tochter flüchtete 1942 über Rom nach Portugal. In zweiter Ehe war Meta Salomon mit Professor Dr. Bernhard Salomon verheiratet. Ein Sohn aus dieser Ehe wurde nach Theresienstadt deportiert und überlebte. Bernhard Salomon lehrte als Professor an der Technischen Hochschule Aachen und war ab 1897 Generaldirektor bei der „Elektrizitäts AG vormals W. Lahmeyer & Co.", wo er ein monatliches Gehalt von 5.000 Goldmark sowie eine Gewinnbeteiligung von 4,5 Prozent erhielt.

Die Eheleute, die von Verwandten und Freunden „Mebernds" genannt wurden, wohnten in einer Dienstvilla in der Westendstraße 25. Bernhard Salomon wurde noch 1941 in einem Schreiben der Schiedsstelle beim Reichsverwaltungsgericht als „eine der hervorragendsten Persönlichkeiten des deutschen Wirtschaftslebens" bezeichnet. Meta Salomon war laut Entschädigungsakten Eigentümerin des Gemäldes „Mädchen im Walde" von Spitzweg, das sie im August 1938 verkaufen musste und das während des Krieges in der Galerie „Wimmer & Co." in München verbrannte. Die Eheleute mussten 1940 ihr Haus in der Westendstraße verlassen. Mobiliar und Hausrat wurden zum Gesamterlös von 48.391,20 Reichsmark vom Versteigerungshaus „Franz Pfaff', Neue Mainzer Straße 14, verkauft. Es folgte ein Umzug in die Liebigstraße 53.
Am 8.6.1942 wurde Meta Salomon zur Geheimen Staatspolizei vorgeladen, weil sie laut Entschädigungsakten den diskriminierenden gelben Stern nicht getragen hatte und anschließend in das Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt, wo sie am 17.9.1942 an Apoplexie starb. In einem Schreiben des Bauamtes/ Abt. Bestattungswesen vom 1.12.1942 wurde die Urnenbeisetzung auf dem Frankfurter Hauptfriedhof verweigert, weil es sich um die Asche einer Jüdin handle. Bernhard Salomon starb am 26.7.1942 in Frankfurt.

Der Stolperstein wurde initiiert von Elisabeth Jung, Seeheim-Jugenheim, deren Großmutter Claire von Mettenheim eine Cousine von Meta Luise Salomon war. Sie war auch bei der Verlegung anwesend, hielt eine Ansprache und legte Blumen für weitere ermordete Verwandte von Meta Salomon nieder.

Personen
Meta Luise Salomon, geb. Eichengrün
Geburtsdatum:6.10.1869
Deportation:8.6.1942 nach Ravensbrück
Todesdatum:17.09.1942
Stolperstein Westendstraße 25 Meta Luise Salomon © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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