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Breslau, Ignatz

Ignaz Breslau wurde in Frankfurt geboren. Die Eltern waren Moritz und Bianca Breslau. Die Familie war in der Adalbertstraße 4a in Bockenheim ansässig. Aus Geschäfts- und Privatanzeigen aus dem Bockenheimer Anzeiger aus der Zeit von 1875 bis 1911 ist zu entnehmen, dass die Familie schon lange in Bockenheim lebte und dass sich Ignatz und Agathe Breslau, geb. Rosenstiel, an Pfingsten 1901 verlobten. Mitinhaber des Hause Adalbertstraße 4a waren Bianca Breslau, Maier Kirsch und seine Ehefrau Helene, geb. Breslau, sowohl Friedlich Breslau, wohl ein Bruder von Ignaz Breslau. Im Juni 1939 wurde das Haus verkauft. Ignaz Breslau ist in den Adressbüchern über viele Jahre als Kaufmann und Weinhändler geführt, so 1928 in Eschersheimer Landstraße 405 und 1933 bis 35 im Marbachweg 283. 1942 ist keine Firma oder Familie Breslau mehr verzeichnet. Aus den Devisenakten geht hervor, dass Ignaz Breslau zur Zeit des Hausverkaufs der Adalbertstraße bereits als Geisteskranker und Entmündigter in der Heilanstalt Herborn lebte. Seit wann und warum er dorthin gebracht wurde, war nicht zu ermitteln. Seine Mutter Bianca wurde als Vormund eingesetzt. Nach ihrer wohl gelungenen Emigration im Oktober 1939 wurde die Ehefrau Agathe, wohnhaft Haeberlinstraße 6, zu der Zeit im Jüdischen Krankenhaus in der Gagernstraße, als Vormund bestellt.

Nach Grundbuchunterlagen gehörte das Haus in der Haeberlinstraße 6 seit dem 16.7.1914 zu gleichen Teilen Ignaz und Agathe Breslau. Aus alten Adressbüchern ist belegt, dass die Breslaus 1928 in dem Haus wohnten; wann sie aber von Bockenheim hierher zogen, ist nicht bekannt. Am 1.10. 1940 wurde Ignaz Breslau von der Heilanstalt Herborn in das Gouvernement abtransportiert. Am 30.12.1940 beantragt der Vormund in einem Brief an den Oberfinanzpräsidenten in Frankfurt noch Pflegekosten aus dem Vermögen der Eheleute sowohl für Ignaz als auch für Agathe Breslau. Am 1.1.1941 stirbt Agathe Breslau im Jüdischen Krankenhaus in der Gagernstraße, ein paar Tage vorher, am 28.12.1940 schreibt sie ein Testament, in dem sie ihren Nachlass ihrer Nichte, Helene Hirsch geb. Breslau, hinterlässt. Es ist daher anzunehmen, dass Ignaz und Agathe keine Kinder hatten. Ebenso ist aus den Verwandschaftsverhältnissen zu entnehmen, dass Agathes Schwester einen Bruder von Ignaz geheiratet hat.

Personen
Ignatz Breslau
Geburtsdatum:3.4.1870
Deportation:Heilanstalt Herborn und
Todesdatum:17.2.1941 T4-Aktion
Stolperstein Haeberlinstraße 6, Ignatz Breslau © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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