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Appel, Franziska und Herta

Franziska Appel und ihre Tochter Herta wurden in Wellmich, heute ein Ortsteil von St. Goarshausen am Rhein, geboren. Ihr Ehemann und Vater starb in den 20er Jahren. Franziska Appel war die sechste von neun Geschwistern. Eines starb kurz nach der Geburt, ein Bruder ist im 1. Weltkrieg gefallen, ein anderer konnte in der NS-Zeit emigrieren, eine Schwester lebte nach der Heirat mit einem „Nichtjuden“ und der Geburt einer Tochter in einer „privilegierten Mischehe“ und war dadurch vor den tödlichen Deportationen geschützt, vier der Geschwister wurden mit ihren Familien deportiert und ermordet. Sie selbst unterhielt eine Pension, richtig: Mittagstisch, im Holzgraben 11/III, wo sie Angestellte von der Zeil versorgte. Tochter Herta war 1941 als Hausangestellte und Arbeiterin bei der Firma Röder registriert.

Nach der Deportation kam von ihr ein Brief aus der Gegend von Lublin. Sie schrieb, dass sie furchtbaren Hunger hätten, und bat etwas zu schicken, das durfte aber nicht mehr als 100 Gramm wiegen. Der Brief von Hertha war das letzte Lebenszeichen von Franziska und Herta Appel. Wie deren Nichte bzw. Kusine Gertrude Mohr sich erinnert, wurde ihr Vater, als er ein kleines Päckchen an die Deportierten bei der Poststelle in der Fürstenbergerstraße abgab, dort von Postbeamten getreten und beschimpft, was er mit Juden zu tun habe. Bei der Verlegung der Stolpersteine war die 89-jährige Diakonisse Gertrude Mohr anwesend.

Personen
Franziska Appel, geb. Klein
Geburtsdatum:7.9.1884
Deportation:1942 in Region Lublin
Todesdatum:unbekannt
Herta Appel
Geburtsdatum:10.12.1913
Deportation:1942 in Region Lublin
Todesdatum:unbekannt
Stolperstein Holzgraben 11, Franziska Appel © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Holzgraben 11, Herta Appel © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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