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Kahn, Ludwig und Nanette

Ludwig Louis Kahn stammte aus Höchst, seine Eltern waren 1880 aus Langenselbold gekommen, zunächst in die Wallstraße 16 (heute Melchiorstraße) und im Juli 1914 in die Bolongarostraße 128. Der Vater, Hermann Kahn, starb 1919 und ist auf dem Sodener Friedhof beerdigt. Ludwig Kahn machte eine kaufmännische Ausbildung und betrieb in der Königsteinerstraße 2 sein „Lebensmittel en gros“-Geschäft. Am 19.7.1926 heiratete er Nanette Linz aus Rüsselsheim.

Ludwig Kahn galt als geselliger Mensch, der gerne mit dem Kegelclub unterwegs war. Hier war er wahrscheinlich nur bis zur „Gleichschaltung“ 1933 Mitglied. 1934 ist die Lebensmittelgroßhandlung im Boykottbuch der Nazis verzeichnet; wie lange das Geschäft noch existieren konnte, ist nicht bekannt. Am 2. Juli 1936 zog er mit seiner Frau in das Frankfurter Westend in die Feldbergstraße 29. Knapp eine Woche später folgte seine Mutter nach; in ihre Wohnung waren die Freudenthals im Juli 1936 gezogen.

Im Rahmen der Pogromnacht am 10.11.1938 wurde Ludwig Kahn verhaftet und nach Dachau verschleppt und dort mit der Häftlingsnummer 24.295 registriert.

Die Mutter, Sabine, geb. Levison , inzwischen über 80 Jahre alt, stirbt wohl zwischen Ende 1930 und Anfang 1940 in Frankfurt. Dadurch muss sie wahrscheinlich nicht mehr erleben, dass bei der ersten großen Deportation ab Frankfurt, am 19.10.1941, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter nach Lodz verschleppt werden.

Personen
Nanette Kahn, geb. Linz
Geburtsdatum:5.10.1896
Deportation:19.10.1941 nach Lodz und Chelmno
Todesdatum:unbekannt
Ludwig Louis Kahn
Geburtsdatum:14.8.1891
Deportation:19.10.1941 nach Lodz und Chelmno
Todesdatum:unbekannt
Stolperstein Bolongarostraße 128 - Ludwig Kahn © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Bolongarostraße 128 - Nanette Kahn © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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