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Grünspahn, Nathan, Esther Martha, Katharina und Leo

Nathan Grünspahn stammt aus Lodz und kam 1918 noch während des 1. Weltkrieges über Gelsenkirchen nach Höchst. Hier zog er zuerst in die Wallstraße 10 (heute Melchiorstraße) und dann auf den Schloßplatz 1. Vermutlich war er auf Anwerbung, wegen des kriegsbedingten Arbeitskräftemangels, aus Polen gekommen. 1919 kommen seine Frau Esther aus Skiernwice bei Warschau und der in Lodz geborene vierjährige Sohn, Max, nach Höchst. 1921 wird der Sohn Jakob geboren, der jedoch bereits nach acht Monaten stirbt und auf dem Jüdischen Friedhof in Bad Soden begraben wird.1923 wurde die Tochter Katharina und 1928 der Sohn Leo geboren. 1929 zog die Familie Grünspahn in die Bolongarostr. 156.

Nathan Grünspahn war laut Melderegister und Ausländerliste von 1934 „Friseur“. Im Adressbuch wurde er zwischen 1930 und 1933 als Textilwarenhändler geführt; 1934 bis 1938 wieder als Friseur. Ein Ladengeschäft gab es in der Bolongarostraße. 156 nicht, es ist anzunehmen, dass er sein Friseurgewerbe in der Wohnung ausübte bzw. einige Jahre als Hausierer den Lebensunterhalt bestritt.

Der Sohn, Max, leistete ab 1934 seinen Militärdienst in Polen ab und arbeitete dort anschließend als Musiker. Im Mai 1939 durften ihm sein Saxophon und Kleidungsstücke nach Polen gesandt werden

Ab 1938 wurde der Name Nathan Grünspahn im Melderegister in polnischer Schreibweise in „Nussen Ben Grynszpan“ geändert. Hier steht auch, dass er zwischen dem 26. und 29. Oktober 1938 nach Polen abgeschoben wurde; wahrscheinlich nur mit seiner Tochter Katharina. Beide sind wahrscheinlich dort umgekommen, denn nur seine Ehefrau und der jüngste Sohn Leo ziehen im Oktober 1939 in die Kämmereistraße 1 in der Frankfurter Innenstadt. Letzte Adresse war Ostendstraße 1.

Leo Grünspahn besuchte laut Erinnerung eines ehemaligen Klassenkameraden die Hostatoschule. Dieser erinnert sich an Leo, weil sie auch zusammen in der Altstadt gespielt hätten. Damit sei es vorbei gewesen, als er zur Hitlerjugend (HJ) ging. „Durch die HJ und den Kram konnten die, ja, nachher nirgends mehr mitmachen“. Die Grünspahns hätten sich dann zurückgezogen, bis es hieß „die sind nicht mehr da“.

Personen
Leo Grünspahn
Geburtsdatum:20.3.1928
Deportation:11.11.1941 nach Minsk und April 1943 nach Lodz
Todesdatum:unbekannt
Katharina (Käthe) Grühnspahn
Geburtsdatum:23. Juni 1923
Deportation:28.10.1938 nach Bentschen
Todesdatum:unbekannt
Nathan Grünspahn
Geburtsdatum:20.9.1894
Deportation:28.10.1938 nach Bentschen
Todesdatum:unbekannt
Esther Martha Grünspahn, geb. Strassmann
Geburtsdatum:7.5.1888
Deportation:11.11.1941 nach Minsk
Todesdatum:unbekannt
Stolperstein Bolongarostraße 156 - Nathan Grünspahn © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Bolongarostraße 156 - Esther Grünspahn © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Bolongarostraße 156 - Katharina Grünspahn © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Bolongarostraße 156 - Leo Grünspahn © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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