Logo FRANKFURT.de

Stern, Heinrich

Heinrich Stern wurde in Bischofsheim (heute Maintal) geboren, wo er mit dem 5 Jahre älteren Bruder Sally aufwächst. Nach Besuch einer Handelsschule in Frankfurt und nach verschiedenen kaufmännischen Tätigkeiten gründet er mit dem Bruder 1908 ein Textilgeschäft unter dem Namen „Gebrüder Stern“ in der Langstraße 89 (heute Alt Fechenheim 89). 1914 heiratet er Else, geb. Strauß; 1919 wird Tochter Edith geboren. 1928 scheidet Heinrich Stern aus dem Unternehmen aus und gründet ein eigenes Geschäft in Alt Fechenheim 81, wohl unter dem Namen „Heinrich Stern“.

Nach dem staatlich gelenkten Kaufboykott gegen Geschäfte von Juden ab dem 1.4.1933 geht auch sein Geschäftsumsatz rapide zurück. Bereits 1934/35 wird er Opfer gewalttätiger Übergriffe, wobei er am Mainufer zusammengeschlagen wird. 1935 folgt die verfolgungsbedingte Aufgabe des Geschäfts und der Wegzug ins Ostend.

Die letzte Frankfurter Adresse der Familie ist Grüne Straße 42.

Im Juni 1938 wird Heinrich Stern in das KZ Buchenwald verschleppt, wo er am 10.7.1938 ermordet wird. Angebliche Todesursache Lungenentzündung. Seine Urne wird am 20.7.1938 auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Frankfurt beigesetzt. Ehefrau und Tochter gelingt 1939 beziehungsweise 1936 die Flucht in das US-amerikanische Exil.

Else Stern ist dort 1955 verstorben. Tochter Edith lebt noch in Dallas. Heinrich Sterns Bruder Sally und seiner Familie gelingt die Flucht nach Südafrika, wo sie den Holocaust überleben. Heinrich Sterns Neffe, Arthur Stern, lebt heute im Rodgau bei Frankfurt am Main.

Personen
Heinrich Stern
Geburtsdatum:21.11.1883
Deportation:Juni 1938 nach Buchenwald
Todesdatum:10.7.1938
Stolperstein Alt Fechenheim 89 Heinrich Stern  © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
Dieses Bild vergrößern.