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Ege, Albrecht

Albrecht Jakob Friedrich Ege war gelernter Zimmermann, Geschäfts¬führer, Gewerkschafter und SPD-Politiker. Er hat sich über Jahrzehnte für die Arbeiter am Bau eingesetzt, für Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzungen gestritten. Deshalb wird er von der IG Bau als einer ihrer Urgroßväter angesehen. Dem Frankfurter Stadtparlament gehörte er von 1924 bis Februar 1933 sowie von April bis Juli 1933 an.

Sein Arbeitsfeld war das Bauwesen, besonders der soziale Wohnungsbau, als dessen Frankfurter Vorkämpfer er bis heute gilt. Als Mitglied im Aufsichtsrat der Aktienbaugesellschaft für kleine Wohnungen hat er nicht zuletzt dem legendären Baumeister Ernst May den Rücken gestärkt.

Albrecht Ege wurde im Mai 1933 und dann noch einmal am 25.6.1933 von SA-Hilfspolizei in „Schutzhaft“ genommen und in die Ginnheimer „Perlenfabrik“, ein illegales Gefängnis der SA, verschleppt.

Bald verlor er auch seine Arbeit als Geschäftsführer des „Verbandes sozialer Baubetriebe“ - einem Vorgänger der „Neuen Heimat“. Er traf sich mit anderen Sozialdemokraten häufig im Café Metz an der Großen Sandgasse, um oppositionelle Aktionen zu planen. Schon 1936 wurde er deshalb vor Gericht gestellt und zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt.

Am 22.6.1942 wurde Albrecht Ege zusammen mit Freunden einer Widerstandsgruppe, die sich als Skatrunde getarnt hatte, in der Wirtschaft „Bender-Schuch“ in Praunheim verhaftet. Fünf Monate danach verurteilte ihn das Oberlandesgericht Kassel wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ zum Tode.

Ein Begnadigungsgesuch wies der Reichsjustizminister zurück. Die Hinrichtung erfolgt im Strafgefängnis Frankfurt-Preungesheim. Nicht einmal seinen Leichnam hat Eges Frau Anni begraben können. Die sterblichen Überreste ihres Mannes waren per Verfügung der Anatomie einer hessischen Universität zur Verfügung gestellt worden.

Anni Ege überlebte ihren Mann nicht lange, sie starb in seelischer Zerrüttung und Verzweiflung einige Monate später.

An Albrecht Ege erinnert in Frankfurt die Egestraße in der Siedlung Westhausen und ein kleines Denkmal auf dem Friedhof Westhausen neben dem Grab seiner Frau. Eine kniende Figur aus Sandstein, die Hände gebunden, mit der Inschrift „Die Frankfurter Arbeiterbewegung gedenkt seiner“ auf einer Metallplatte.

Personen
Albrecht Ege
Geburtsdatum:31.1.1878
Deportation:Verhaftung 22.6.1942
Todesdatum:23.1.1943 Hinrichtung im Strafgefängnis Frankfurt-Preungesheim

Quelle

Literatur: Michael Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates. Geschichte der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung Band III, Frankfurt a.M. 2006

Stolperstein Am Treutengraben 3 Albrecht Ege  © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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