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Ettinghausen, Berta

Berta Feitler stammte aus Seeheim bei Darmstadt und heiratete am 15.2.1881 den Kaufmann Max Ettinghausen. Die Ettinghausens gehören zu den ältesten jüdischen Familien und waren seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Höchst ansässig. Die Brüder Max und Siegmund Ettinghausen waren angesehene Höchster Bürger, Stadtverordnete und Mäzene. Max Ettinghausen gehörte zu denen, die den Synagogenneubau 1905 anregten und förderten. Aus der Walzenmühle in Kriftel hatten die Brüder der Höchster Bevölkerung während des 1. Weltkrieges billiges Mehl zur Verfügung gestellt, um Wucherpreise zu verhindern.

Die Ettinghausens waren einige der wenigen wohlhabenden Familien. Sie genossen hohes Ansehen und galten als reelle Geschäftsleute und wohltätige Menschen. Sie stellten auch bis zuletzt die Vorsteher der Jüdischen Gemeinde. Max Ettinghausen starb fast achtzigjährig im April 1933. Nach seinem Tod verkaufte Berta Ettinghausen das Haus noch zu regulären Bedingungen und zog nach Frankfurt in die Guiolettstraße 14. 1939 flüchtete sie in die Niederlande. Vorher musste sie noch als Zwangsleistung eine „Judenvermögensabgabe“ in Höhe von 11.441 Reichsmark und „Reichsfluchtsteuer“ in Höhe von 16.439,57 Reichsmark und andere „ersatzlose Abgaben“ in Höhe von 1.470 Reichsmark entrichten. Mitnehmen durfte sie von ihrem Vermögen lediglich 10 Reichsmark.

Berta Ettinghausen wurde 1942 in Amsterdam inhaftiert und nach Westerbork gebracht.

Personen
Berta Ettinghausen, geb. Feitler
Geburtsdatum:11.7.1861
Deportation:18.5.1943 von Westerbork nach Sobibor
Todesdatum:21.5.1943
Stolperstein Emmerich-Josef-Straße 39 Berta Ettinghausen © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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