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Speyer, Edmund und Saly

Die Brüder Edmund und Saly Salomon Speyer wurden in Frankfurt am Main geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Moses Speyer und Karoline Speyer, geb. Levy. Beide blieben ledig und wohnten jahrelang gemeinsam im eigenen Haus im Unterweg 20/I.

Edmund Speyer besuchte ab 1884 die Musterschule und absolvierte dort 1896 das Abitur. Im Oktober desselben Jahres begann er in Heidelberg mit dem Chemiestudium, das er am 18. Juli 1898 als Diplom-Chemiker beendete. Bei Emil Knoevenagel in Heidelberg wurde Speyer am 17. Juli 1901 an der naturwissenschaftlich-mathematischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert. Seine Dissertation hatte das Thema „Zur Kenntnis der Additionsfähigkeit ungesättigter Verbindungen“.

Anschließend ging Speyer zurück nach Frankfurt, wo er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt arbeitete. Mit Martin Freund, der Dozent beim Physikalischen Verein war, synthetisierte er 1916 erstmals das Opioid Oxycodon. 1915 wurde er über das Thema Beiträge zur Kenntnis des Thebains und seiner Derivate habilitiert. Thebains ist ein zur Gruppe der Opiate zählender organisch-chemischer Naturstoff. Er arbeitete danach als Privatdozent weiter in Frankfurt, wo er 1932 zum außerordentlichen Professor berufen wurde.

Am 2. September 1933 wurde ihm die Lehrbefugnis nach Paragraph 3 des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entzogen, 1935 folgte die zwangsweise Versetzung in den Ruhestand.

Edmund Speyer wurde am 19. Oktober 1941 zusammen mit seinem Bruder Saly nach Lodz deportiert und dort ermordet.

Personen
Edmund Speyer
Geburtsdatum:11.11.1878
Deportation:19.10.1941 Lodz
Todesdatum:5.5.1942
Stolperstein Unterweg 22 Dr. Edmund Speyer © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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Stolperstein Unterweg 22 Saly Speyer © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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