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Janke, Paul Heinrich

Paul Heinrich Janke wurde in Frankfurt geboren und absolvierte hier die Mittelschule. Er wurde Chemigraph und arbeitete im väterlichen Betrieb. 1935 heiratete er Anna Stripp, die ihre Tochter Hildegard, geb.1935, mit in die Ehe brachte.

Janke war SPD-Wähler. Nach 1933 trat er der Deutschen Arbeitsfront (DAF), dem Reichsluftschutzbund (RLB) und dem Reichbund der Körperbehinderten bei. Er hatte beim Hantieren mit einer Sprengkapsel ein Auge und den linken Unterarm verloren.1934 ermittelte die Staatsanwaltschaft München wegen Verdachts der Vorbereitung zum Hochverrat. Das Verfahren wurde aber eingestellt.

Seit 1939 arbeitete Janke in der Bauerschen Gießerei, wo auch Paul Sonntag – an ihn erinnert seit 2013 ein Stolperstein in der Robert-Mayer-Straße 48 in Frankfurt-Bockenheim - und Josef Funk tätig waren. Die drei bildeten eine Gruppe, die, wie es später hieß, staatsfeindliche Gespräche geführt habe und dazu seit 1941 ausländische Feindsender abgehört habe. Sie trafen sich mit anderen Personen, teils am Mainufer vor der Leonhardskirche, teils in ihren Wohnungen und sprachen darüber, dass Deutschland den Krieg verlieren werde und ein kommunistischer Umsturz kommen werde.

Der Treffpunkt am Mainufer war ein bekannter Schwarzmarkt, dort trafen sich aber auch Unzufriedene, Juden, ehemalige Soldaten, um sich über die Situation im Krieg auszutauschen. Zwei Soldaten kamen dann mit in die Wohnung Jankes, um Radio zu hören. Einer davon war wohl ein Spitzel der Gestapo. Nach vielen weiteren Wohnungsbesuchen wurden Janke, Sonntag und Funk am 11. Juli 1943 verhaftet.
Janke wurde in Frankfurt, Marburg und zuletzt im November 1944 in das Gefängnis Potsdam eingeliefert. Die Anklageschrift vom 23. September 1944 beschuldigt Janke der Vorbereitung zum Hochverrat, Zersetzung der Wehrkraft und des Abhörens und Verbreitens gefährdender Nachrichtensender. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn am 21. Februar 1945 zum Tode. Vier Tage später wurde er in Potsdam hingerichtet.

Jankes Ehefrau Anna konnte ihn nicht mehr in Potsdam besuchen, sie lebte nach dem Krieg in ärmlichen Verhältnissen, konnte aber eine Entschädigung wegen des Schadens am Leben ihres Ehemannes durchsetzen.

Personen
Paul Heinrich Janke
Geburtsdatum:26.7.1907
Deportation:Haft: 1943 Frankfurt, Potsdam
Todesdatum:25.2.1945 (Hinrichtung)
Stolperstein Stiftstraße 17 Paul Heinrich Janke © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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