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Höxter, Walter

Walter Höxter wurde in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern waren Moritz Höxter und Sofie Elisabeth Höxter, geb. Hausmann. Walters ältere Schwester hieß Irene. Die Familie wohnte zunächst in der Sophienstraße 60 und zog 1932 in die Feuerbachstraße 49. Der Vater war Inhaber einer gut gehenden Metallwarenfirma in Frankfurt.

Walter Höxter besuchte als Grundschüler die Varrentrappschule und ab 1931 bis zum 1. Januar 1934 das Wöhler-Realgymnasium. Danach wechselte er auf das Philanthropin. Von April 1935 bis März 1937 war er als Automechaniker-Lehrling beschäftigt. Am 18. Januar 1939 starb Walters Mutter, dem Vater Moritz Höxter und der Schwester Irene gelang es im selben Jahr, nach São Paulo/Brasilien zu flüchten.

Am 17. August 1939 wurde er verhaftet und im Frankfurter Untersuchungsgefängnis in der Hammelsgasse inhaftiert. Walter Höxter scheint Kontakt zu einer kommunistisch orientierten Widerstandsgruppe gehabt zu haben, die durch einen Spitzel verraten wurde. Beim Volksgerichtshof in Berlin wurde ihm und den fünf anderen Angeklagten „Vorbereitung zum Hochverrat“ vorgeworfen. Sie sollen die „nationalsozialistische Staatsführung angegriffen und Pläne zu ihrem Sturz erörtert“ haben. Auch sollen sie Flugblätter hergestellt und diese in der Innenstadt Frankfurts an Häusern und Schaufenstern angebracht haben. Walter Höxter wurde am 3. August 1940 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. In den Akten liegt ein handgeschriebener Brief aus der Untersuchungshaft, in dem Walter Höxter als Erwiderung auf die Anklageschrift die Vorwürfe bestreitet und bemerkt, dass er sich „niemals mit politischen Dingen beschäftigt“ habe.

Von 1940 bis zum 4. Januar 1943 war Walter Höxter in der Strafanstalt Amberg (Oberpfalz) inhaftiert. Das Ende seiner Haft wäre nach dem Urteil des Volksgerichtshofes das Jahr 1948 gewesen. Weil er Jude war, wurde er aber „auf Anordnung des Reichsministeriums“ am 4. Januar 1943 von der Haftanstalt Amberg nach Auschwitz deportiert. Das Urteil des Volksgerichtshofs wurde durch Beschluss der 11. Strafkammer des Landgerichts Berlin vom 3. Mai 1956 „als Unrechtsurteil“ aufgehoben.

Personen
Walter Höxter
Geburtsdatum:20.9.1921
Deportation:haft: 17.8.1939 wegen "Hochverrat". Deportation: 4.1.1943 Auschwitz
Todesdatum:11.2.1943
Stolperstein Varrentrappstraße 47 Walter Höxter © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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