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Kahn, Elias

Elias Kahn kam mit seiner Frau Sofia 1910 von Bonbaden bei Wetzlar nach Höchst. Sie gründeten ein Schuhgeschäft in der Bolongarostraße. 1932 zogen die Kahns nach Unterliederbach, das Geschäft war weiterhin in Höchst. Es gibt zwar Erinnerungen an das Geschäft, nicht aber an die Menschen. Möglicherweise lebten sie sehr zurückgezogen, denn auch in den Vereinsschriften tauchen weder ihre Namen als Mitglieder noch als Inserenten für das Schuhgeschäft auf. Nicht vergessen zu erwähnen hat sie die SA mit der Geschäftsadresse im Boykottbuch von 1934.

Nach der Zerstörung der Synagoge am 10. November 1938 wurde Elias Kahn verhaftet und von der Höchster Polizeiwache in die Festhalle und von dort nach Buchenwald deportiert. Erst Mitte Dezember kam er frei. Ob Sofia Kahn am 2. Dezember freiwillig den Umzug in die Gausstraße organisierte, oder ob auf sie seitens der Vermieter Druck ausgeübt wurde, wissen wir nicht. Hier waren sie Untermieter. 1939 sind sie in der Obermainanlage 16 gemeldet, einem sogenannten „Ghettohaus“. Sofia Kahn starb im jüdischen Krankenhaus an ihrem 57. Geburtstag.

Aus der Devisenakte von 1940 wissen wir, dass Elias Kahn keine Einnahmen mehr hatte und nur noch 750 RM auf einem beschlagnahmten Konto besaß; hiervon „durfte“ er monatlich 130 RM abheben. Er musste damit sich, seine zweite Frau Sibilla und ein neunjähriges Kind, das möglicherweise mit Sibilla Kahn verwandt war, versorgen.

Der 57-jährige Elias Kahn und seine 53-jährige Frau Sibilla wurden am 11. November 1941 in das Ghetto Minsk verschleppt und dort ermordet.

Personen
Elias Kahn
Geburtsdatum:15.6.1884
Deportation:11.12./11.1941. Minsk, Ghetto
Todesdatum:unbekannt
Stolperstein Königsteiner Straße 167 Elias Kahn © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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