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Rosenburg, Robert und Lilly Rosa

Lilly Rosa Rosenburg wurde in Darmstadt geboren. Sie war die Tochter des Bankiers Samuel Benjamin und von Johanna Benjamin, geb. Heichelheim. 1889 heiratete sie den Bankier William Rosenburg. Der Ehemann war in Baltimore geboren und hatte die amerikanische Staatsbürgerschaft, er starb 1911. Das Ehepaar hatte vier Söhne: Albert Rosenburg war Chirurg und starb 1935, Richard Rosenburg fiel 1914 als amerikanischer Staatsbürger, Gustav Rosenburg, ebenfalls Chirurg, lebte 1954 in den USA und Robert Rosenburg. Bebel Rosenburg, die Ehefrau von Albert Rosenburg, konnte mit ihrer 1933 geborenen Tochter Inge Ruth Sarah Rosenburg nach Argentinien auswandern.

Die Familie Rosenburg lebte ab 1902 in Frankfurt. Lilli Rosa Rosenburg war Eigentümerin der Villa Schumannstraße 36, wo sie und ihr Sohn Dr. Robert Rosenburg auch wohnten. Robert Rosenburg hatte die Wöhlerschule ab 1905 besucht und dort 1917 sein Abitur absolviert. Er blieb der Schule verbunden. 1932 wurde er Erster Vorsitzender des Wöhlerschulvereins, 1933 Ehrenvorsitzender. Während des Ersten Weltkriegs kämpfte er an der Front und wurde als Gardeinfanterist am rechten Arm und an der rechten Hüfte verwundet. Er studierte in Würzburg und Marburg Jura. Nach dem Zweiten Staatsexamen und der Zulassung zur Anwaltschaft am Amts- sowie am Landgericht Frankfurt 1926 trat er als Partner in die Frankfurter Kanzlei von Justizrat Dr. Mayer ein und übernahm sie 1933 allein. Er beschäftigte zwei Büroangestellte, die Büroadresse war das Lorey-Haus in der Schillerstraße 16. Ein Umzug der Kanzlei an den Börsenplatz 1 erfolgte verfolgungsbedingt 1935.

Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938 wurden die Kanzleiräume laut Zeugenaussage der ehemaligen Bürovorsteherin von der Geheimen Staatspolizei durchsucht und Robert Rosenburg in ein Konzentrationslager verschleppt. Sein Ausschluss aus der Anwaltschaft erfolgte am 30. November 1938. Dr. Robert Rosenburg arbeitete dann unter der diskriminierenden Bezeichnung „Konsulent“ allein für jüdische Klienten als Rechtskonsulent für Devisensachen von der Wohnung aus bis zum Oktober 1941 weiter.

Mutter und Sohn entrichteten zwangsweise eine „Judenvermögensabgabe“ in Höhe von mindestens 53.854,86 Reichsmark durch Hingabe von Aktien und Bankguthaben. Aufgrund der „Elften Verordnung zum Reichsbürgergesetz“ wurden Robert Rosenburg und seiner Mutter zusätzlich Bankguthaben von 12.611,19 Reichsmark, inländische Wertpapiere im Wert von mindestens 55.762 Reichsmark sowie ausländische Wertpapiere mit unbekanntem Wert zu Gunsten des Reiches entzogen.

Am 1. Oktober 1941 wurden sie gezwungen innerhalb von 24 Stunden aus der Villa Schumannstraße 36 in die Liebigstraße 24 umzuziehen. Sie mussten ihre gesamte Habe zurücklassen, die Räume wurden von der Gestapo versiegelt. Im Ghetto Lodz lebten sie laut Entschädigungsakten im Hüttenwinkel 5a, Zimmer 5.

Die Stolpersteine wurden initiiert von Bewohnern der Schumannstraße.

Personen
Lilly Rosa Rosenburg, geb. Benjamin
Geburtsdatum:20.8.1868
Deportation:19.10.1941 Lodz
Todesdatum:2.1.1943
Robert Rosenburg
Geburtsdatum:11.3.1899
Deportation:19.10.1941 Lodz
Todesdatum:25.1.1943
Stolperstein Schumannstraße 36 Robert Rosenburg © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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Stolperstein Schumannstraße 36 Rosalie Rosenburg © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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