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Breitinger, Anton

Anton Breitinger war verheiratet mit Franziska, geb. Rötzer, und hatte zwei 1928 und 1930 geborene Kinder. Die Familie wohnte in der Neebstraße 3 in Frankfurt-Bornheim. Von 1934 bis zu seiner Festnahme 1941 arbeitete er als Lackierer bei der Firma Emda in der Hanauer Landstraße, wo elektro-medizinische Apparate hergestellt wurden. Seine politische Heimat hatte er bei der Bornheimer KPD, bei der er schon vor 1933 Unterkassierer und Mitglied der Bezirksbeschwerdekommission gewesen war. Bis Mitte 1934 hat er in einem kleineren Kreis illegal weitergearbeitet, bis erste Verhaftungen den Rückzug aus der Parteiarbeit notwendig machten.

Ab 1939 nahm Anton Breitinger die illegale Arbeit wieder auf, wahrscheinlich unter dem Eindruck des beginnenden Krieges. Durch Kontakte zu früheren der KPD nahe stehenden Gesinnungsgenossen gelang es, neue Mitkämpfer zu werben und Betriebszellen u.a. bei Teves, Flugzeugbau Max Gerner und im Bahnpostamt 19 zu kleineren Parteiorganisationen zusammenzuschließen. Über Frankfurt hinaus reichten die Verbindungen bis nach Wiesbaden, ins Saargebiet und zu den Buderus-Eisenwerken nach Wetzlar. Bei der Firma Teves kam es 1941 zu einer kurzen Arbeitsniederlegung. Radio Moskau und andere Quellen lieferten Informationen zu Flugblättern, die in Feldpostpakete gesteckt wurden. Im Bahnhofsviertel traf sich Adam Leis, der schon zweimal verhaftet worden war, in Gastwirtschaften mit KPD-Mitgliedern und hielt Schulungsunterricht, der als Skatrunde getarnt war. 1941 trafen sich Breitinger und Leis und beschlossen, die illegale Arbeit gemeinsam fortzuführen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gestapo bereits einen Spitzel eingeschleust. Im Sommer 1941 wurden acht Mitglieder der Gruppe unter dem Verdacht der „Vorbereitung zum Hochverrat“ verhaftet und im Juni 1942 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Der Drucker Ochs nahm sich im Gefängnis das Leben. Zusammen mit Anton Breitinger starben Edmund Germann, Wilhelm Hugo, Julius Nees, Wilhelm Klöppinger, Otto Häuslein und Anton Leis unter dem Fallbeil. Weder durften sich die Verurteilten von ihren Familien verabschieden, noch wurde der Bitte von Frau Breitinger stattgegeben, die Leiche ihres Mannes für ein angemessenes Begräbnis zu erhalten. Die Körper der Hingerichteten wurden dem anatomischen Institut in Gießen überstellt. Eine Grabstelle gibt es nicht.

Personen
Anton Breitinger
Geburtsdatum:19.6.1898
Deportation:Verhaftung: 1941 "Hochverrat"
Todesdatum:17.9.1942 (Hinrichtung)
Stolperstein Neebstraße 3 Anton Breitinger © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main<br />
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