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Adler, Johanna

Johanna Adler
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Johanna Nathan wurde in Hamburg geboren. Sie entstammte laut Angaben einer Angehörigen der bekannten Familie Samson aus Wolfenbüttel. Bereits in der Schule wurde ihre bemerkenswerte Sopranstimme entdeckt. Sie studierte Gesang, unter anderem bei dem berühmten Sänger und Musikpädagogen Julius Stockhausen. Zwischen 1892 und 1898 tritt sie als Interpretin von Liedern und Oratorien in Deutschland und Europa zusammen mit berühmten Dirigenten und Musikern auf. Tschaikowsky, Brahms und Busoni haben sie gehört. Etwa 150 ihrer Konzertprogramme sind noch erhalten.

Am 12.6.1898 heiratete sie in Hamburg den Geheimen Justizrat Leopold Adler aus Posen. Die Eheschließung war vier Jahre hinausgeschoben worden, da Johanna Adler als Ehefrau eines Beamten nach der Heirat keine Berufstätigkeit mehr ausüben durfte. Durch die Berufstätigkeit ihres Mannes als Amtsgerichtsrat in Frankfurt-Höchst kam Johanna Adler nach Frankfurt am Main, wo sie einmal im Monat bei privaten Aufführungen mit dem Stockhausen-Quartett auftrat. Im Jahre 1896 sang sie bei der Totenfeier für Clara Schumann, mit der sie befreundet gewesen war.

Johanna und Leopold Adler hatten zwei Söhne, Erich (geb. 27.8.1900) und Hans Georg (geb. 25.2.1904). Beide emigrierten nach Südafrika. Erich, der in seinem Beruf als kaufmännischer Angestellter keine Arbeit mehr fand, flüchtete 1935 nach Johannisburg; Hans Georg, dem der Abschluss seines Jurastudiums in Frankfurt verwehrt wurde, wanderte bereits im Oktober 1933 nach Durban aus.
Vergeblich versuchten sie, ihre inzwischen verwitwete Mutter zur Emigration zu überreden. Am l.9.1940 musste sie ihre Wohnung im Kettenhofweg 125 verlassen und in die „Pension Atlantik" in der Eppsteiner Straße 43 einziehen, ein so genanntes „Judenhaus“, in dem antisemitisch Verfolgte vor ihrer Deportation aus Frankfurt zwangsweise konzentriert wurden.

Personen
Johanna Adler, geb. Nathan
Geburtsdatum:17.6.1868
Deportation:18.8.1942 Theresienstadt und 26.9.1942 Treblinka
Todesdatum:26.9.1942
Stolperstein Kettenhofweg 125 Johanna Adler © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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