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Perlhefter, Günther

Günther Perlhefter wurde in Frankfurt geboren und am 13.9.1931 in der Dreikönigsgemeinde Frankfurt von Pfarrer Frank getauft. Seine Eltern waren Albert Perlhefter, geb. am 19.11.1909 in Frankfurt, und Anni Perlhefter, geb. Seibel, geb. am 11.8.1911. Die Ehe der Eltern wurde im November 1937 geschieden, die Mutter starb am 14.12.1937 an TBC, der Vater am 29.9.1941 in Mauthausen.

Günther Perlhefter wurde seit Geburt an von den Eltern der Mutter versorgt. Die Großmutter starb im August 1942. Günther besuchte die Friedrich-Stoltze-Schule und die Martin-Luther-Schule. Im November 1942 wurde er – inzwischen Vollwaise – „um die Verwahrlosung zu beseitigen und ein weiteres Abgleiten zu verhüten“ vom Städtischen Fürsorgeamt in die „endgültige Fürsorgeerziehung“ überwiesen und daraufhin in die Landesheilanstalt Hadamar eingewiesen. Dort wurde er am 3.6.1943 in das „Erziehungsheim“ Hadamar aufgenommen, in einer eigens dafür eingerichteten Abteilung für so genannte „jüdische Mischlingskinder“, wo er ums Leben kam.

Sein Vater Albert Perlhefter stammte aus einer jüdischen Familie, seine Eltern waren der Schriftsetzer und Händler Samuel Perlhefter und Emma Perlhefter, geb. Jonas. Aus einer nichtehelichen Beziehung mit der evangelischen Elisabeth Busch, verh. Henzner (Jg. 1910) hatte er eine 1930 geborene Tochter Eleonore Henzner. Seine Adressen in Frankfurt waren seit 1914 Ostendstraße 11, dann Scheidswaldstraße 18 und Heiligkreuzgasse 13. Albert Perlhefter wurde wegen angeblicher „Rassenschande“ aufgrund der diskriminierenden „Nürnberger Gesetze“ zu zweijähriger Haft verurteilt und verlor die bürgerlichen Ehrenrechte. Nach Verbüßung der Haftstrafe war er anschließend im Jahr 1936 in Dachau und Buchenwald inhaftiert. Von dort wurde er am 16.8.1941 nach Mauthausen verschleppt, wo er am 29.9.1941 angeblich durch Freitod aus dem Leben schied. Laut Aussage seines überlebenden Bruders wurde er dort mit mehreren anderen jüdischen Opfern von einem Felsblock in die Tiefe gestürzt. Die Urne seiner sterblichen Überreste wurde laut Entschädigungsakte am 1.12.1941 auf dem Jüdischen Friedhof in Frankfurt beigesetzt.

Nahezu die gesamte Familie Albert Perlhefters wurde Opfer des Holocaust. Der Vater und die Mutter starben in Dachau bzw. Theresienstadt, die Geschwister Karola in Ravensbrück, Emil in Piaski, Ludwig in Minsk, Max in Majdanek, Eugenie Regina in Frankfurt bei einem Luftangriff, Amalies Schicksal ist unbekannt, ein 1900 geborener Bruder überlebte Auschwitz.

Der Stolperstein wurde initiiert von der Evangelischen Dreikönigsgemeinde

Personen
Günther Perlhefter
Geburtsdatum:7.9.1931
Deportation:3.6.1943 Hadamar
Todesdatum:3.9.1943
Stolperstein Schulstraße 26 © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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