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Loeser, Menasse, Charlotte und Eva Lane Junghans

Menasse Loeser war der Sohn des Hopfenhändlers Hirsch Loeser und stammt aus einer alteingesessenen Familie in Fulda, welche in der Friedrichstraße 13 wohnte. Er hatte zwei Schwestern, die 1854 und 1857 geboren wurden. Sein Vater, der auch unter der Bezeichnung Großhändler und Bankier in den Adressbüchern in Fulda vermerkt war, wurde 1853 in das Bürgeraufnahmebuch in Fulda eingetragen. Zwischen 1881 und 1884 zog die Familie Loeser nach Frankfurt.

Henriette, Franz und Charlotte in den USA
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Menasse Loeser war seit 28.4.1904 mit Karoline Pauline, geb. Moedinger (Jg.1876) verheiratet. Sie wurde in Heilbronn geboren und war evangelisch getauft. Am 21.2.1907 zogen sie in die Luxemburgerallee 16. Die beiden hatten vier Kinder: Henriette, Franz, Ida und Charlotte. Henriette und Franz emigrierten rechtzeitig in die USA. Karoline Loeser, die 1934 nach einer Operation verstorben war, wurde auf dem Frankfurter Hauptfriedhof begraben.

Am 29.8.1939 war Menasse Loeser aufgrund jahrelanger Schikanen von direkten Nachbarn gezwungen, mit seinen beiden Töchtern Ida und Charlotte und der vierjährigen Enkelin Gabriele auszuziehen und Im Trutz 27/II zu wohnen.

Von dort wurde er in gesundheitlich schlechtem Zustand - er war taub und blind - deportiert, begleitet von seiner Tochter Charlotte und deren zukünftigem Ehemann Hugo Junghans. Bereits am 12.9.1942 mussten sich die für den Transport ausgesuchten Juden vor der so genannten „Kippestubb“ (Betstube) am Börneplatz versammeln und wurden dort drei Tage lang von der Gestapo und der SA bewacht und drangsaliert.

Charlotte Junghans mit Tochter Eva
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Unmittelbar vor der anberaumten Deportation am 15.9.1942 hatten Charlotte Loeser und Hugo Junghans beschlossen zu heiraten. In Theresienstadt waren sie in getrennten Lagern untergebracht und noch eine Zeitlang in Kontakt, bis Hugo Junghans am 28.9.1944 nach Auschwitz verschleppt und ermordet wurde. Charlotte Junghans gebar die gemeinsame Tochter Eva Lane am 6.9.1944 in Theresienstadt. Ida Loeser wurde kurz vor Kriegsende ebenfalls nach Theresienstadt deportiert und verbrachte dort die letzten 3 Monate.

Charlotte Junghans kehrte am 21.06.1945 mit ihrer Tochter Eva Lane nach Frankfurt zurück. Dort wohnten sie zunächst in der Schwarzwaldstraße 55 und emigrierten später in die USA.

Der Stolperstein für Menasse Loeser wurde initiiert von seinen Enkelinnen Eva Brill und Gabriele Loeser

Personen
Menasse Loeser
Geburtsdatum:18.2.1855
Deportation:15.9.1942 Theresienstadt
Todesdatum:27.9.1942
Charlotte Junghans, geb. Loeser
Geburtsdatum:8.1.1908
Deportation:15.9.1942 Theresienstadt
Todesdatum:überlebt
Eva Lane Junghans
Geburtsdatum:6.9.1944 in Theresienstadt
Todesdatum:überlebt
Stolperstein Luxemburgerallee 16 Menasse Loeser © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Luxemburgerallee 16 Charlotte Junghans © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Luxemburgerallee 16 Eva Lane Junghans © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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