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Schuhmann, Friedrich

Friedrich „Fritz“ Schuhmann wurde in Höchst a. M . als sechstes von insgesamt acht Kindern geboren. Sein Vater Karl Friedrich (Jahrgang 1864) war schon früh politisch organisiert, im Jahre 1900 war er Mitglied der SPD in Höchst. Fritz lernte in Höchst Schlosser und wurde Mitglied im Mandolinen-Club (Foto). Er trat Mitte der 20er Jahre der Jugendorganisation KJVD, später, ebenso, wie zwei Geschwister und der Vater, der KP D bei. Anfang der 30er Jahre war er arbeitslos und lebte bei seinen Eltern in der Kurmainzer Straße 28, heute Nr. 20.

Im Gegensatz zu seinen Geschwistern bekleidete er KP D-Funktionen über den Stadtteil hinaus. Nicht zuletzt deswegen floh er im August 1933 ins Saargebiet, nach der Saarabstimmung 1935 nach Asnières in Frankreich. Von dort wurde er nach Brüssel ausgewiesen und kehrte illegal nach Frankreich (Neuilly) zurück. Im Mai 1935 erschien er unter der Registernummern 3554 und 1627 gleich zweimal mit Bild im „Verzeichnis der flüchtig gegangenen Kommunisten“ der Gestapo (Geheime Staatspolizei). Im August 1936 floh er nach Spanien und wurde am 5. Oktober in einer Liste der „Centurio Thaelmann“ als Freiwilliger im spanischen Bürgerkrieg erfasst. Anfang Juli 1937 starteten die Verteidiger der legal gewählten spanischen Demokratie in Brunete bei Madrid eine Offensive. Sie erreichten zunächst ihr Ziel, Brunete von den faschistischen Franco-Putschisten zu befreien. Der Schriftsteller Ludwig Renn beschreibt in seiner Erzählung „Im spanischen Krieg“, dass es in diesem Kampf 14 Tote und 3 Verwundete gab. Fritz Schuhmann war einer der Toten.

Sein Schicksal blieb seinen Geschwistern verborgen und konnte erst 2007 durch Recherchen im Bundesarchiv aufgeklärt werden.

Personen
Friedrich Schuhmann
Geburtsdatum:12.8.1906
Deportation:Flucht 1933 Saargebiet, 1936 Spanien Bürgerkrieg "Thälmann-Bataillon", Brunete
Todesdatum:6.7.1937
Stolperstein Kurmainzer Straße 20 Friedrich Schuhmann © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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