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Hartmann, Fritz

Friedrich „Fritz“ Hartmann wurde 1905 als sechstes Kind in Höchst in eine ursozialdemokratische Familie geboren. Schon sein Vater und Großvater waren überzeugte
Sozialdemokraten. Fritz wurde Maurer und trat mit 17 Jahren der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) bei. Bereits mit 21 Jahren war er dort im Kreisvorstand
tätig. Mit 23 Jahren trat er in die SPD ein, wurde bald Schriftführer der Ortsgruppe und im Februar 1933 stellvertretender Bezirksleiter in der Höchster SPD.

Da Fritz Hartmann auch an verbotenen Versammlungen teilnahm, hatte der Spitzelapparat der Nationalsozialisten ihn früh als einen seiner potentiellen Gegner im Visier. Nach einem SPD-Treffen in Rödelheim im April 1933 wurde er mit anderen Genossen festgenommen und eine Woche inhaftiert. Im Mai 1933, obwohl die SPD noch nicht verboten war, erneut verhaftet und in die Höchster Kaserne, die damals ein „wildes Lager“ der SA war, gebracht. Dieses Lager war für politische Gegner mit dem Ziel der „Besserung“ eingerichtet worden. Hier mussten die Gefangenen fünf Tage lang „Arbeitsdienst“ verrichten, d. h. sie mussten erniedrigende und demütigende Arbeiten ausführen (z. B. Toiletten putzen). Sie wurden mit der Auflage entlassen, sich in Zukunft nicht mehr politisch zu betätigen. Eine Auflage, von der sich Fritz Hartmann nicht einschüchtern ließ.

Um einer weiteren Verhaftung zu entgehen, floh er zusammen mit Paul Apel – Sohn des sozialdemokratischen Landrats Wilhelm Apel – ins Saargebiet. Hier setzen sie ihre politische Tätigkeit fort. Nach der Saarabstimmung 1935 ging er über Luxemburg und die Niederlande nach Paris. Auch hier betätigte er sich weiterhin politisch gegen das NS-Regime und half anderen Emigranten. Fritz Hartmann fühlte sich in Paris sicher, betrieb wieder einen Buchladen und verlobte sich mit einer Französin.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris im Mai 1940 war es mit dieser Sicherheit vorbei. Im September 1940 wurde er in der Wohnung eines jüdischen Freundes, dem er bei der Unterstellung seiner Möbel behilflich war, festgenommen und nach Deutschland gebracht. Hier wurde er 1941 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung dieser Haftstrafe kam er allerdings nicht frei, sondern wurde, wie es die Nazis nannten, in „Schutzhaft“ genommen und in das KZ Mauthausen verschleppt. Von dort kam er in das Außenlager Gusen, in dem er ebenfalls Zwangsarbeit verrichten musste.

Personen
Fritz Hartmann
Geburtsdatum:2.9.1905
Deportation:Flucht 1933 Saargebiet, 1940 Verhaftet Paris, Gefängnis Frankfurt, KZ Gusen/Mauthausen
Todesdatum:13.4.1945
Stolperstein Königsteiner Straße 49 Fritz Hartmann © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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