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Hirsch, Gustav

Gustav Hirsch kam in Bürgel bei Offenbach als Sohn von Israel Hirsch und Augusta Hirsch, geb. Grünebaum, zur Welt. Seine Ehefrau Jenny Stein war am 10.1.1886 in Dausenau an der Lahn geboren. Mit ihr hatte er einen Sohn, Kurt Heinz, und eine Tochter, Auguste Irma, später verheiratete Bing.

Gustav Hirsch war Kaufmann und Inhaber eines Stoff- und Textilwarengeschäftes. Seit 1935 wohnte die Familie in einer Drei-Zimmer-Wohnung in der Neuhaußstraße 27. Gustav Hirsch konnte sich der Verhaftung und Verschleppung in ein Konzentrationslager unmittelbar nach dem November-Pogrom 1938 entziehen, indem er aus Frankfurt flüchtete und wochenlang durch verschiedene deutsche Städte reiste. Im Dezember 1938 kehrte er nach Frankfurt zurück.
Wegen der ständigen Furcht vor einer Verhaftung unternahm er bald nach seiner Rückkehr einen Suizidversuch mit Schlaftabletten, der vereitelt werden konnte. Er erhängte sich dann in seiner Wohnung in der Neuhaußstraße. Die Ehefrau Jenny Hirsch zog nach dem Tod ihres Mannes in eine Wohnung im zweiten Stock des Hauses Neue Mainzer Straße 78.

Im November 1939 konnten der Sohn (mit dem Dampfer „Manhattan") und die Tochter (mit dem Dampfer „Roosevelt") in die USA emigrieren. Der Ehefrau Jenny Hirsch gelang 1940 die Emigration in die USA, mit dem Dampfer „Washington" fuhr sie nach Philadelphia.

Der Stein wurde initiiert von Katrin Chan-Hämmerle, Bewohnerin in Neuhaußstraße 27.

Personen
Gustav Hirsch
Geburtsdatum:21.12.1882
Todesdatum:17.03.1939 (Suizid)
Stolperstein Neuhaußstraße 27 Gustav Hirsch © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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