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Wolfskehl, Henry

Henry Wolfskehl besuchte das Lessing-Gymnasium, nach dem 1897 bestandenen Abitur studierte er Medizin in Heidelberg und Strassburg. 1902 promoviert, wurde er an Psychiatrischen Kliniken in Heidelberg und Mannheim tätig. Zum Militärdienst im ersten Weltkrieg wurde er eingezogen.

1920 heiratete er Elisabeth Creizenach, die aus einer bekannten Frankfurter Familie stammte. Deren Großvater hat den Spruch auf der Alten Oper „Dem Wahren Schönen Guten“ ausgesucht. Die Familie hatte zwei Kinder: Dieter (Jg. 1924) und Eva Irina (Jg. 1920). Wolfskehl fand Anstellung bei der Stadt Frankfurt als Medizinalrat im Versorgungsamt. Die Entlassung kam erst 1935, da er Frontkämpfer war. Danach praktizierte er im eigenen Haus in der Kurhessenstraße 63.

Unmittelbar nach dem Novemberpogrom wurde Henry Wolfskehl verhaftet, als er einen Freund im Krankenhaus besuchen wollte. Wie die meisten der jüdischen Männer Frankfurts wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Dort erkrankte er, tatsächlich ist er wohl misshandelt worden, wurde bewusstlos aufgefunden und in das psychiatrische Krankenhaus Jena gebracht. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof an der Rat-Beil-Straße. Nach dem Krieg wurde der Tod als Folge nationalsozialistischer Verfolgung anerkannt.

Seine Ehefrau konnte mit den Kindern noch 1939 nach England emigrieren. Sie lebten in London und in Dorking. Die Versorgungsbezüge wurden noch ausgezahlt (Sperrkonto), allerdings nicht für den Sohn Dieter, da dieser „unerlaubt“ schon am 1.1.1939 nach England gereist war. Leider gelang es nicht, die Kinder in England ausfindig zu machen.

Personen
Henry Wolfskehl
Geburtsdatum:24.12.1878
Deportation:9.11.1938 nach Buchenwald
Todesdatum:30.11.1938 in Jena