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Steinschneider, Adolf Moritz

Adolf Moritz Steinschneider

Adolf Moritz Steinschneider war Enkel des Judaisten Moritz Steinschneider. Er war Jude und studierte in Berlin und München Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. 1918 wurde er wegen seiner Beteiligung am Spartakusaufstand zu einem Jahr Haft verurteilt. Ab 1926 war er Rechtsanwalt in Frankfurt am Main und verteidigte in politischen Prozessen zahlreiche Linke. Er war Mitbegründer der Roten Hilfe und der deutschen Liga für Menschenrechte. Im Februar 1933 emigrierte er zusammen mit seinen Brüdern Gustav und Karl in die Schweiz. Am nächsten Tag zertrümmerten Hitleranhänger seine Kanzlei. Die Schweiz wies ihn 1935 während einer Reise nach Paris aus. Er blieb in Frankreich.

Während seiner Emigration schrieb und erhielt er viele Hundert Briefe, die zusammen mit publizistischen und amtlichen Zeugnissen der Exilsituation den Kern des Steinschneider-Nachlasses ausmachen. Diese fast lückenlos erhaltene Korrespondenz zwischen 1933 und 1944 und einige Aufsatz- und Buchmanuskripte schildern die persönliche und politische Situation der Steinschneiders und der deutschen Emigranten vor allem in Paris. Korrespondenzpartner waren u.a. seine Brüder Gustav und Karl in Palästina. Gustav Steinschneider gehörte in den zwanziger Jahren zur Berliner literarischen Boheme.

Adolf Steinschneider hatte mit Eva Reichwein eine Tochter Marie Louise. Eva Reichwein folgte Adolf Steinschneider 1938 mit ihrer Tochter nach Paris. 1942 heirateten die beiden. 1939 wurden Steinschneider, Reichwein und das Kind aus Paris ausgewiesen. Steinschneider wurde in Vichy-Frankreich interniert und 1944 von der SS ermordet.

Personen
Adolf Moritz Steinschneider
Geburtsdatum:20.6.1894
Deportation:interniert in Vichy-Frankreich 11.6.1944
Todesdatum:11.6.1944

Quelle

Adolf Moritz Steinschneider Archiv. e.V. (AMSTA) c/o M.-L. Steinschneider, Altheimstraße 10, 60431 Frankfurt am Main.
Foto aus Internet: www.amsta.de