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Neumann, Kurt

Kurt Neumann war mehr als 42 Jahre für die Viktoria Versicherungs-AG Berlin tätig, zuletzt als Subdirektor in Frankfurt. 1929 baute er das Einfamilienhaus in der Bertramstraße 79. Nach nationalsozialistischer Definition lebte er in einer „Mischehe“. Er war 1893 aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft ausgetreten, heiratete 1903 eine evangelische Direktrice in Berlin. 1904 kamen ihre beiden Zwillingssöhne in Bad Homburg zur Welt, sie wurden evangelisch getauft.

Am 1. Januar 1938 wurde er zwangsweise in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, im Januar 1943 von der Gestapo vorgeladen und verhaftet. In Auschwitz trug der die Häftlingsnummer 113.342.

Kurt Neumann gehört zu den Opfern der „inoffiziellen“ Deportationen, die im Frühjahr 1943 in Frankfurt stattfanden. Opfer waren meist Männer, die noch in „Mischehe“ lebten, unter falschen Anschuldigungen verhaftet und in Schutzhaft genommen und später nach Auschwitz deportiert wurden. In der Regel erhielten die in Frankfurt gebliebenen Angehörigen kurze Zeit später die Todesnachricht. Die Zahl der Opfer dieser Einzeltransporte ist nicht genau bekannt, es handelt sich wahrscheinlich um etwa 200 Personen.

Wegen des Todes Kurt Neumanns wurde Heinrich Baab, Sachbearbeiter der Gestapo, 1950 des vollendeten Mordes für schuldig befunden. Er erhielt in einem Sammelverfahren eine lebenslange Zuchthausstrafe.

Personen
Kurt Neumann
Geburtsdatum:30.7.1875
Deportation:April 1943 nach Auschwitz
Todesdatum:22.4.1943