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Levi, Kathinka, Karl und Isaak

Kathinka und Isaak Levi mit ihren Söhnen Karl und Gerhard (rechts), Hanau um 1933

Isaak Levi aus Lichenroth (Vogelsberg) war mit Kathinka Levi aus Langenbergheim verheiratet. Sie hatten zwei Söhne: Karl und Gerhard, Jg, 1923. Gerhard Levi gelang im August 1939 die Flucht in das Exil nach Großbritannien.

Die Familie lebte von 1905 bis 1939 in Hanau, um 1923 Gartenstraße 4, um 1926 Heraeusstraße 4, von August 1931 bis Juli 1939 Sechs-Zimmer-Wohnung Hindenburganlage 40. Isaak Levi besuchte die Grundschule, anschließend siebenjährige kaufmännische Ausbildung. Von 1914 bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg. Kathinka Levi besuchte die Volksschule, anschließend Ausbildung in einer Trikotagenfirma. Sie hatte sieben Geschwister, von denen fünf Opfer des Holocaust wurden.

Die Eheleute betrieben seit der Heirat um 1921/22 ein Geschäft für Metzgereiartikel in Hanau, Leipziger Straße 1, dessen Gründung sie durch die Mitgift der Ehefrau finanziert hatten; 1938 zwangsweiser Verkauf des Betriebs und am 28. Januar 1939 Löschung aus dem Handelsregister. Die Familie besaß ein Automobil und beschäftigte einen Chauffeur. Isaak Levi gehörte zum Vorstand der Jüdischen Gemeinde Hanau und war Mitglied der Chevrat Kadisha (Beerdigungsbruderschaft). Im Zusammenhang mit dem November-Pogrom wurde er vom 11. November bis 10. Dezember 1938 in das Konzentrationslager Buchenwald (Häftlingsnummer 24726) verschleppt.

Verfolgungsbedingter Umzug nach Frankfurt Anfang 1939; Frankfurter Adresse zunächst bei einer Angehörigen Eschersheimer Landstraße 60, kurz Bürgerstraße 19 (Wilhelm-Leuschner-Straße), ab Juli 1939 Oberweg 58, ab 20. September 1940 Oederweg 26. Isaak Levi arbeitete bis etwa Ende 1940 für die Jüdische Gemeinde, anschließend war er nach Angaben des überlebenden Sohnes zusammen mit Sohn Karl in einer Fabrik für Heizungs- und Kesselbau beschäftigt, vermutlich als Zwangsarbeiter. Der Bruder der Ehefrau unterstützte die Familie laut Devisenakten mit 50 Reichsmark im Monat. Vergeblich betrieb die Familie noch im Oktober 1941 ihre Flucht in das kubanische Exil, die Genehmigung zur Mitnahme des Umzugsgutes lag bereits vor; die Ausreise scheiterte wahrscheinlich am gerade ausgesprochenen Auswanderungsverbot für Juden.

Laut Nachforschungen des Sohnes wurden sie im August 1942 gezwungen, zunächst Massengräber auszuheben, Anschließend wurden sie darin erschossen.

Personen
Kathinka Levi, geb. Sichel
Geburtsdatum:11.3.1891
Deportation:Juni 1942 nach Majdanek
Todesdatum:?.8.1942
Karl Levi
Geburtsdatum:30.07.1926
Deportation:Juni 1942 nach Majdanek
Todesdatum:29.8.1942
Isaak Levi
Geburtsdatum:30.10.1884
Deportation:Juni 1942 nach Majdanek
Todesdatum:1.8.1942

Quelle

Foto aus „Und keiner hat für uns Kaddisch gesagt ...“