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Abermann, Jettchen

Jettchen Abermann wurde in Mogendorf im Kreis Unterwesterwald geboren. Als sie um 1910 Mogendorf verließ, gehörten der dortigen jüdischen Gemeinde 34 Mitgliedern an, das waren 4,5% der 750 Einwohner. 1912 zog sie von der Königsteinerstraße 2 in Frankfurt-Höchst mit ihrem Ehemann Lupo Abermann in die Kasinostraße 2a, die während der Nazizeit nach dem Höchster SA Mann Josef Bleser benannt war. 1930 verstarb Lupo Abermann und wurde auf dem Sodener Friedhof begraben. Er war von Beruf Kaufmann und soll nach Angaben jüdischer Höchster in Rumänien geboren und als Gemeindediener tätig gewesen sein.

Eine 1918 geborene Höchsterin, die ebenfalls in der Kasinostraße wohnte, erinnerte sich, dass Frau Abermann oft am Fenster saß. Samstags, wenn sie mit anderen Kindern auf der Straße spielte, wurde immer sie von ihr gerufen und gebeten, das Herdfeuer anzuzünden. Auf die Frage, warum Frau Abermann das nicht selber machen könnte, erklärte sie dem Kind die religiösen Regeln für den Schabat. Für das Anzünden bekam es Matze-Brot. Jettchen Abermann wohnte noch bis Mai 1939 in der Kasinostraße. Sie zog dann in die Innenstadt in den Sandweg 40 und auch in die Ostendstraße 56. Sie lebte von der Unterstützung der Jüdischen Wohlfahrtspflege. Im Oktober 1940 ist sie in der Klingerstraße 27 gemeldet, ihr letzter Umzug führte sie in die Elkenbachstraße 6/II.

Personen
Jettchen Abermann, geb. Kahn
Geburtsdatum:24.01.1875
Deportation:15.09.1942 nach Theresienstadt
Todesdatum:24.06.1943
Stolpersteine Kasinostraße 2a © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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