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09.02.2018

Magistrat unterstützt die Schaffung einer Jüdischen Akademie in Deutschland mit Sitz in Frankfurt

(kus) Der Zentralrat der Juden in Deutschland beabsichtigt die Errichtung einer Jüdischen Akademie in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. In intensiven Gesprächen mit der Stadt sowie der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding konnte dafür als geplanter Ort der südöstliche Abschluss des Kulturcampus an der Senckenberganlage mit einem ehemaligen Professorengebäude und einem angrenzenden freien Grundstück ausgewählt werden. Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Freitag, 9. Februar, entschieden, das Projekt mit derzeit geschätzten Kosten von rund 15,6 Millionen Euro mit einem einmaligen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 4,5 Millionen Euro zu unterstützen. Auch das Land Hessen hat seine Unterstützung für das Projekt zugesagt.

Bürgermeister Uwe Becker, © Foto: Angela Kropp, Dezernat II
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„Das Judentum hat die kulturelle, politische und ökonomische Geschichte Europas vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit entscheidend mitgeprägt. Bis heute bereichert das Judentum mit seinen verschiedenen Facetten das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Deutschland. Mit seiner großen jüdischen Tradition, die durch die verbrecherische Zeit des Nationalsozialismus leider eine jähe Zäsur erfahren hat, ist Frankfurt heute stolz darauf, wieder Heimat einer großen und aktiven jüdischen Gemeinde zu sein. Frankfurt am Main verdankt seine heutige Bedeutung in vielerlei Hinsicht gerade auch den großen jüdischen Familien, die hier gelebt, gewirkt und gestaltet haben. Jüdische Traditionen sind Teil der Identität unserer Stadt. Und auch das Lehren, Lernen und der gesellschaftliche Diskurs sind in Frankfurt seit jeher zuhause. Den Schritt des Zentralrats der Juden in Deutschland zur Gründung einer Jüdischen Akademie in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main wollen wir daher auch nach unseren Möglichkeiten unterstützen. Frankfurt am Main ist der richtige Ort für diese wichtige Institution und wir freuen uns, zum Gelingen dieses Projektes beitragen zu können“, betonte Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, begrüßte die Entscheidung des Frankfurter Magistrats. „Die großzügige Unterstützung der Stadt Frankfurt am Main ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer Jüdischen Akademie in Deutschland. Nach dem Vorbild der christlichen Akademien soll in Frankfurt am Main eine jüdische Bildungseinrichtung entstehen, die eine Vielzahl von Themen beleuchtet und jüdische Perspektiven in den öffentlichen Diskurs einbringt. Die Jüdische Akademie will an die erfolgreiche Arbeit der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden in Deutschland anknüpfen und mit ihren Debatten zu einer toleranten, religionsfreundlichen und pluralistischen Gesellschaft beitragen. Mit diesem Beschluss fördert der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main die Weiterentwicklung eines erneuerten deutschen Judentums. Dafür bin ich dem Magistrat der Stadt Frankfurt am Main dankbar.“