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08.11.2017

‚Passivhaus spart auch Energiekosten‘

Frauendezernentin Rosemarie Heilig © Stadt Frankfurt am Main
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Umweltdezernentin Rosemarie Heilig sieht Vorteile für das Klima und die Mieter

(kus) Nach dem Abrechnungsfehler einer vergleichsweise kleinen Wohnungsgesellschaft im Frankfurter Westen sieht Umweltdezernentin Rosemarie Heilig keinen Grund, an den Vorteilen der Passivbauweise zu zweifeln. „Ich vertraue da doch lieber auf die Erfahrungen unserer größten Wohnungsgesellschaft, der ABG Frankfurt Holding, die bereits mehr als 2800 Wohnungen in diesem Standard gebaut und saniert hat. Das Passivhaus senkt unter dem Strich ganz massiv die zweite Miete, die CO2-Emissionen und es bietet überdies Sicherheit für kommende Jahrzehnte.“

Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding, nannte drei konkrete Beispiele: In der Hansaallee 86 mit 17 Wohneinheiten sparen die Bewohner gegenüber einem Niedrigenergie-Gebäude gemäß der Energieeinsparverordnung insgesamt 4106 Euro. Zwar verursacht die Lüftungsanlage etwas höhere Stromkosten von 476 Euro im Jahr. Dem steht jedoch eine fast zehnmal so hohe Einsparung von Gaskosten in Höhe von 4582 Euro gegenüber. Dem Klima bleiben 30 Tonnen CO2 erspart. In der Siedlung Ginnheimer Straße 42 bis 48 mit 42 Wohneinheiten ist die Einsparung prozentual geringer, liegt aber immer noch bei 3715 Euro. In Haus A auf dem Diakonissenareal mit 11 Wohnungen kommt eine Einsparung von 2038 Euro zustande.

Stadträtin Heilig hat das städtische Energiereferat gebeten, sich mit der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BSMF) in Verbindung zu setzen, um Transparenz über die Nebenkosten der Gebäude in der Breuerwiesenstraße herzustellen. „Es kann kaum sein, dass die eingesparten Energiekosten ganz durch Wartungs- und Abrechnungskosten aufgefressen werden, da stimmt etwas nicht“, sagte die Stadträtin. Oft sei die Lüftungsanlage überdimensioniert oder falsch eingestellt, aber das müssten Fachleute überprüfen.

Für Heilig ist und bleibt das Passivhaus die beste Wahl, auch unter sozialen Gesichtspunkten. Die ABG Frankfurt Holding verzichte bei vielen Passivhäusern sogar ganz auf eine verbrauchsabhängige Abrechnung, weil sich der Aufwand bei dem sehr geringen Energieverbrauch gar nicht lohne. „Vielleicht fährt ja auch die BSMF mit einer solchen Wärme-Flatrate besser, das müssen wir nun sehen.“