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10.01.2018

‚... dass Frankfurt in Ihnen einen seiner begabtesten Architekten verlieren wird‘

Logo Institut für Stadtgeschichte, © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
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Vortrag im ISG beleuchtet das Schaffen Fritz Nathans

(kus) Am Montag, 15. Januar, um 18.30 Uhr, beleuchtet der Mannheimer Kunsthistoriker Andreas Schenk in seinem Vortrag „... dass Frankfurt in Ihnen einen seiner begabtesten Architekten verlieren wird“ das Leben und Werk Fritz Nathans in Deutschland und im amerikanischen Exil. Schenk setzt damit die Vortragsreihe „Akteure des Neuen Frankfurt. Biografien aus Architektur, Politik und Kultur“ der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte und des Instituts für Stadtgeschichte fort.

Nach seinem Studium in Darmstadt und München und einem Aufenthalt in Berlin gründete der 1891 in Bingen geborene Fritz Nathan 1923 sein Architekturbüro in Frankfurt am Main. Er trat durch den Bau von Villen, Geschäftshäusern und Industrieanlagen hervor und erlangte mit dem Neuen Jüdischen Friedhof weit über die Stadt hinaus Beachtung. Auch seine Warenhäuser in Hanau und Mannheim, bei denen er die Möglichkeiten des Stahlskelettbaus einsetzte, machten ihn zu einem viel beachteten Vertreter des Neuen Bauens.

Mit dem Beginn der NS-Zeit endete die Karriere des jüdischen Architekten. Mit kleineren Aufträgen versuchte er sich über Wasser zu halten, bis er sich Ende der dreißiger Jahre zur Emigration entschloss. In den USA profilierte er sich als Synagogenarchitekt, der zunächst auch stilistisch an seine früheren Erfolge anknüpfte. Er starb 1960 in New York. Sein umfangreicher Nachlass mit Dokumenten auch seiner deutschen Werke wird im Leo Baeck Institut aufbewahrt.

Die Veranstaltung findet im Dormitorium des Karmeliterklosters, Münzgasse 9, statt. Die Teilnahme kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Mitglieder der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte ist der Eintritt mit Ausweis frei. Es besteht nur ein begrenztes Platzangebot. Reservierungen sind nicht möglich.