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01.12.2017

Eine einmalige Tradition in Frankfurt

Großes Frankfurter Stadtgeläut läutet die Vorweihnachtszeit ein

(kus) Pünktlich zum ersten Advent ertönt wieder das Große Stadtgeläut. Dabei erklingen aufeinander abgestimmt die 50 Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen. Einen speziellen Ort, um das Große Stadtgeläut am besten zu hören, gibt es nicht. Um es aktiv mitzuerleben, eignet sich ein kleiner Rundgang durch die Innenstadt.

„Das Große Stadtgeläut ist etwas ganz besonderes. Diese halbe Stunde harmonischer Klangfolge sorgt für einen Moment des Innehaltens. Gerade im manchmal vorweihnachtlichen Stress ist das für mich, aber sicher auch für viele Bürgerinnen und Bürger sowie für Touristen, zu einer liebgewonnen Tradition geworden“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker. „Mein Lieblingsplatz beim Großen Stadtgeläut ist auf dem Eisernen Steg, aber es gibt viele Orte in der Innenstadt für ein eindrucksvolles Hörerlebnis.“

Bürgermeister Uwe Becker, © Foto: Angela Kropp, Dezernat II
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Das erste Geläut aller Frankfurter Glocken ist aus dem Jahr 1347 bekannt, zur Begräbnisfeier von Kaiser Ludwig IV. Später wurden die Glocken bei allen Krönungen geläutet. Im Mai 1856 beschloss der Senat der Freien Stadt Frankfurt, zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten ein Geläut zu veranstalten. Die heutige Komposition geht auf den Mainzer Glockensachverständigen Paul Smets zurück, der das Geläut 1954 komponiert hat.

Dabei bildet die „Bürgerglocke“ der Paulskirche den Auftakt, gefolgt von der Katharinenkirche an der Hauptwache, der Liebfrauenkirche, der Peterskirche und der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster. In den Chor fügen sich dann die Glocken der Leonhardskirche, die Glocken der Kirche am Kameliterkloster sowie die der Alten Nikolaikirche am Römerberg und die fünf Glocken der südlichsten Innenstadtkirche, der Dreikönigskirche am Sachsenhäuser Mainufer, an.

„Die Vorweihnachtszeit ist traditionell eine Zeit der Besinnung und der Einkehr. Das große Stadtgeläut als besonderes Klangerlebnis erinnert uns an die Bedeutung der Feiertage. Es ist einmalig in Deutschland und mir ist es ein persönliches Anliegen, diese Tradition zu pflegen und zu bewahren“, sagt Kirchendezernent Becker.

Das Große Stadtgeläut findet viermal jährlich statt. Am Samstag, 2. Dezember startet das Große Frankfurter Stadtgeläut 16.30 Uhr, an Heiligabend ab 17 Uhr, sowie zu Ostern und Pfingsten. Die Dotationskirchen unter den Innenstadtkirchen können zusätzlich im Internet in einer 360 Grad Video-Serie zu den Stadtkirchen im Zentrum entdeckt werden.