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08.11.2017

Stadt unterstützt den Treffpunkt der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden

(kus) Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker hat am Mittwoch, 8. November 2017, dem Frankfurter Treffpunkt der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST)einen Zuwendungsbescheid über 40.000 Euro überreicht. Im städtischen Haushalt der Stadt Frankfurt ist diese Zuwendung für die kommenden Jahre für den Treffpunkt vorgesehen.

„An diesem Ort finden Menschen zusammen, die ein gemeinsames Schicksal teilen, und die sich in diesem Treffpunkt verstehen, auch ohne sich erklären zu müssen. Auch die Kinder der Holocaust Überlebenden finden, ob der Traumatisierung der Eltern, an diesem Ort Ansprache und Hilfe“, sagt Uwe Becker.

Am 28. August 2002 fand in Frankfurt das erste Überlebenden-Café im Rahmen des „Treffpunkt“-Projektes der ZWST statt. Heute, 15 Jahre später, ist aus der damaligen Initiative ein etabliertes psychosoziales Zentrum für Überlebende der Schoah und ihre Angehörigen geworden, eine Anlaufstelle und ein geschützter Raum für viele komplex traumatisierte Menschen.

„Sie ist für viele Besucher zu einem wichtigen Bestandteil ihres sozialen Lebens geworden und oftmals der einzige Kontakt zu anderen Menschen ihrer Generation. Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland leistet einen bedeutenden Beitrag für unsere Stadtgesellschaft. Hier steht der Mensch im Mittelpunkt“, sagt Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker. „Mit ihrer Arbeit trägt die Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland zu gegenseitigem Verständnis und zum friedlichen Miteinander der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt bei. Aus diesem Grund unterstützt die Stadt Frankfurt am Main gerne diese Arbeit und hat eine institutionelle Förderung für den Treffpunkt im Haushalt verankert. Wohltätiges Handeln als verpflichtende Grundlage im täglichen Umgang miteinander ist ein hohes Gut.“

1917 wurde in Berlin eine Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gegründet, um als Dachverband die vielfältigen sozialen Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen der jüdischen Gemeinschaft zu koordinieren. Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus wurde sie 1939 zwangsweise aufgelöst. Im Jahre 1951 wurde der Verband unter seinem heutigen Namen Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland in Frankfurt wieder gegründet, um in erster Linie die Not der Überlebenden des Holocausts zu lindern. Nach dem Mauerfall im Jahr 1989 hat sich die Aufgabenstellung und Struktur der ZWST durch die Zuwanderung der Juden aus der ehemaligen Sowjetunion gewandelt und deren Integration gehört zum zentralen Aufgabengebiet der ZWST. Zudem zielt die Arbeit der ZWST unter anderem auch auf die Förderung einer integrativen Sozialarbeit, die Unterstützung der jüdischen Gemeinden in Deutschland, die Stärkung der jüdischen Identität sowie die Sozial- und Jugendarbeit ab.