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12.09.2017

Kurdische Filmtage im Filmforum Höchst

Szene aus dem Kinofilm 'Dil Leyla' von Asli Özarslan, Deutschland 2016, © Essence Film GmbH
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(kus) Die Präsentation anderer Kulturen befördert das Verständnis und das Zusammenleben. Der Film und das Kino sind die idealen Botschafter einer Weltkultur, weshalb im Filmforum Höchst Wert darauf gelegt wird, auch Filme aus aller Welt zu präsentieren.

Auch in diesem Jahr bietet das Filmforum Höchst wieder der kurdischen Filmkultur einen Kino-Raum. In Zusammenarbeit mit „Amara – Kurdischer Frauenrat Frankfurt“ werden von Donnerstag, 14. September bis Mittwoch, 20. September, Filme und Filmemacher aus den vier kurdischen Regionen in der Türkei, dem Nordirak, des Iran und aus dem kurdischen Teil Syriens präsentiert. Trotz der großen Schwierigkeiten durch Krieg und Repression gelingt es den Filmschaffenden immer wieder, Filme zu produzieren – weltweit auf Festivals ausgezeichnet – und so ihre Kultur und ihre Situation sichtbar zu machen. Bemerkenswert bei vielen Filmen ist die künstlerische und gesellschaftliche Teilhabe der kurdischen Frauen.

Gezeigt werden acht neue Langfilme und einige Kurzfilme. Einige der Filme laufen als süddeutsche Premieren. Die Hälfte der gezeigten Arbeiten sind Dokumentarfilme.

Eröffnet wird die Filmwoche am Donnerstag, 14. September, um 17.30 Uhr mit kurdischem Buffet - und Musik. Um 18.30 Uhr wird der Film Haus ohne Dach gezeigt, um 20.30 Uhr ist die Regisseurin Asli Özarslan mit ihrem Dokumentarfilm Dil Leyla persönlich zu Gast im Filmforum.

In Dil Leyla wird die in Deutschland aufgewachsene Leyla Imret porträtiert, die mit 26 Jahren die jüngste Bürgermeisterin der Türkei in der kurdischen Stadt Cizre wird. Der Film zeigt Leylas Wahlkampf, ihre Arbeit als Bürgermeisterin bis zu ihrer Verhaftung und der brutalen Zerstörung von Cizre durch die Armee.

Die Themen der weiteren Dokumentarfilme kreisen um einen Fußballverein, der nur durch die Änderung seines Namens vom Türkischen ins Kurdische schon in die Schusslinie gerät, ein weiterer zeigt Kämpferinnen in den kurdischen Gebieten im Irak und in Syrien und richtet einen differenzierten Blick auf den Guerillakrieg.

Der neue Film des bekanntesten kurdischen Regisseurs, Bahman Ghobadi, führt erneut zu Kindern in Flüchtlingslagern, die versuchen ihrer schlimmen Situation zu trotzen. Zwei der Spielfilme beschäftigen sich auch mit Kindern in angespannten Kriegszeiten, ob es sich um die erste Liebe handelt oder die Suche nach einem Gewehr, das alleine die Männer eines Dorfes retten kann. Weitere Filme zeigen drei kurdischstämmige erwachsene Geschwister aus Deutschland, die ihre Mutter im Irak bestatten sollen und eine Gruppe junger Menschen in Kurdistan, die versuchen Kindern heimlich die kurdische Sprache beizubringen.

Eine Übersicht über die einzelnen Filme mit Vorführungszeiten kann dem angehängten PDF entnommen werden.

Das Filmforum Höchst liegt in der Emmerich-Josef-Str. 46a. Der Eintritt kostet sieben Euro, für Inhaber des Frankfurt Passes 3,50 Euro. Kartenreservierungen sind unter Telefon 069/212-45714 möglich.
Weitere Informationen gibt es unter http://www.filmforum-höchst.com .