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17.07.2017

Ein Jahr Dezernentin für Integration und Bildung: Sylvia Weber zieht Bilanz

(kus) Bei einer Pressekonferenz hat die Dezernentin für Integration und Bildung, Stadträtin Sylvia Weber, ihre Bilanz nach einem Jahr Amtszeit vorgestellt. „In meinem Dezernat kommt zusammen, was Frankfurts Zusammenhalt ausmacht, worin seine Stärken liegen“, sagte Weber.

„Integration und Bildung sind die Zukunftsthemen dieser Stadt. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Dezernat und in den Ämtern und Betrieben arbeiten wir täglich dafür, dass alle Menschen in Frankfurt ihr Zuhause finden, eine bestmögliche Bildung erhalten, für sich sorgen, sich einbringen und mitentscheiden können. Ich bedanke mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mich darin unterstützen. Es ist ein großes Privileg, mit solchen motivierten, engagierten und kompetenten Menschen zusammenzuarbeiten. Wir alle brennen für diese Aufgabe!“

Es sei keine einfache Ausgangssituation gewesen unter der sie ihr Amt übernommen habe, so Weber. Umso mehr sei sie stolz darauf, dass zwischen den Schulen, den Eltern und der Stadt wieder offen, respektvoll und auf Augenhöhe zusammengearbeitet werde. „Wir können zwar auch nicht zaubern, aber wir sind immer ansprechbar, reagieren schnell, organisieren Besuche vor Ort, machen uns ein Bild, schieben Prozesse an, halten auf dem Laufenden. Das kostet Zeit und Energie, ist aber ohne Alternative und wird so beibehalten werden.“

Es gehe nun darum, die nötige Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur für die durch die steigenden Geburtenzahlen, den Zuzug nach Frankfurt, die Entwicklung neuer Wohngebiete sowie durch die Nachverdichtungen rasant wachsenden Kinderzahlen schnellstmöglich bereitzustellen. „Das ist ohne Zweifel meine schönste, aber auch schwierigste Aufgabe“, sagte Weber.

„Wir haben die Schulentwicklungsplanung deshalb auf eine jährliche Fortschreibung umgestellt und arbeiten gemeinsam mit den Dezernaten IV und V an einer Bündelung aller Kräfte, einer Verkürzung der Verwaltungsverfahren und an der Beschleunigung des Schulbaus.“

„Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, im letzten Jahr zwei neue Schulen zu eröffnen und wir auch für das kommende Schuljahr 2017/2018 mit drei Schulneugründungen an den Start gehen können. Diese Schulen werden dringend gebraucht und sie sind auch alle aus dem Stand von den Eltern sehr gut angewählt worden, was mich besonders freut“, sagte die Dezernentin.

Für die nächsten Jahre seien darum in der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans weitere fünf Schulen – zwei Grundschulen, zwei Gymnasien und eine integrierte Gesamtschule – vorgesehen, die schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden sollen.

Für all diese Vorhaben überhaupt noch verfügbare Flächen zu finden sei schwierig, sagte die Dezernentin. „Leider hat die Stadt in den vergangenen Jahren den großen Fehler gemacht und städtische Flächen veräußert. Dafür zahlen wir nun einen hohen Preis, im wahrsten Sinne des Wortes.“

„Wir müssen uns als Magistrat verpflichten, dass jede städtebauliche Entwicklungsmaßnahme und jede Nachverdichtung nicht nur auf PKW-Stellplätze, sondern auch auf Kita- und Schulplätze hin geprüft und angepasst wird. Ich fordere deshalb eine Bildungsraumsatzung! Wenn Frankfurt sich als Familienstadt ernst nimmt, führt daran in meinen Augen kein Weg vorbei“, sagte Weber.

Dies gelte auch für den Kita-Ausbau: „Mir ist es ein großes Anliegen, Familien darin zu unterstützen, Beruf und Privatleben gut zu vereinbaren und die Bildungschancen unserer Frankfurter Kinder gerecht zu gestalten. Darum will ich im Schulkindbereich an die gute Versorgung in den Frankfurter Krippen und Kindergärten anknüpfen und die Schulkindbetreuung schnell bedarfsgerecht erweitern. Dazu werde ich den Platzausbau für Kinder im Grundschulalter mit insgesamt 1250 Plätzen (400 Hort/850 ESB) pro Jahr mehr als verdoppeln.“

Langfristiges Ziel bleibe aber die flächendeckende Ganztagsschulentwicklung in Frankfurt, so Weber. „Darum habe ich die Entwicklung eines Gesamtkonzepts für den Ganztag auf den Weg gebracht, dessen Inhalte wir gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren im Fachfeld erarbeiten wollen. Durch die sinnvolle Zusammenführung bestehender Landes- und Kommunalprogramme für ganztägig arbeitende Grundschulen wird ein Konzept aus einem Guss entstehen, das die Ressourcen optimal nutzt und den Schulen und Eltern mehr Transparenz und Sicherheit bringen wird. Wir alle arbeiten hier mit Hochdruck an der Betreuungsplatzgarantie für sechs- bis zehnjährige Schulkinder.“

„Eines meiner persönlichen Lieblingsprojekte im letzten Jahr war die Honorarerhöhung für die Kursleiterinnen und Kursleiter der VHS. Die Volkshochschule hat gerade im letzten Jahr ihr Angebot zum Beispiel im Hinblick auf Deutschkurse stark ausgeweitet. Die damit einhergehenden Anstrengungen haben zu einem guten Teil die Kursleiterinnen und Kursleiter getragen.“ Diese Würdigung der engagierten und professionellen Arbeit der Kursleiterinnen und Kursleiter sei deshalb sehr wichtig gewesen, erklärte Weber. „Denn für gute Arbeit soll es auch guten Lohn geben.“

Besonders freue es sie, dass das Amt für multikulturelle Angelegenheiten im neuen Dezernat in seiner Bedeutung für die Stadt gewachsen sei. „Mit meiner Entscheidung, das Thema Integration voranzustellen, habe ich ein Signal gesendet und ich kann heute sagen, dass dies eine große Zahl von Fragen, Themen und Projekten ausgelöst hat, die die Bildungsbiografien von Menschen mit Migrationsgeschichte betreffen. Darüber bin ich sehr froh“, sagte Weber.“

Integration bleibe ein Querschnittsthema. „Trotzdem sind die Hauptursachen für Aufstiegschancen sowie für Benachteiligungen von Menschen ohne, aber vor allem mit einem Migrationshintergrund gerade im Bildungsbereich zu suchen. Bildung ist für eine gelingende Integration zwar nicht alles – aber eben doch sehr viel. Und gerade in diesem Bereich hat unsere kommunale Integrationspolitik durch die neu gewonnenen Zugänge und Kooperationen einen unglaublichen Push erfahren.“

Aber auch als Querschnittsthema habe der Integrationsbereich profitiert. „Mit unserem großen Dezernatsbereich und einem Zugang zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen dieser Stadt habe ich sehr gute Möglichkeiten, integrationspolitisch zu steuern und Dinge umzusetzen, wie es in einem ehrenamtlichen Dezernat in der Vergangenheit leider häufig nicht möglich war. So konnten wir viele wichtige Projekte realisieren, wie den ersten Anne Frank-Tag, die Neukonzeption der integrationskursbegleitenden Kinderbetreuung oder das gemeinsame Projekt zwischen VHS und AmkA zum Thema ‚Ankommen‘."