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28.07.2016

‚Hohe Bindung an die Stadt – Zufriedenheit mit der Stadtverwaltung‘

Stadtrat Jan Schneider präsentiert die Ergebnisse der Frankfurter Bürgerbefragung

(pia) Die Ergebnisse der 23. Frankfurter Bürgerbefragung vom Dezember 2015 sind aufgearbeitet und liegen in vier Ausgaben von „frankfurt statistik aktuell“ vor.

Stadtrat Jan Schneider, Porträt, © Stadt Frankfurt am Main
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Die Frankfurter fühlen sich weiterhin wohl in der Stadt

„Dass vier von fünf befragten Frankfurtern gerne in der Stadt leben und nur jeder Achte lieber woanders wohnen würde, zeigt, dass ihre Bindung an die Stadt ungebrochen hoch ist“, stellt der für die Frankfurter Statistik zuständige Dezernent, Stadtrat Jan Schneider, fest und ergänzt: „Damit werden die sehr guten Vorjahreswerte wieder erreicht.“ Auch die Globalzufriedenheit mit der Stadt liegt weiter auf dem seit nunmehr fünf Jahren gehaltenen Niveau. Mehr als zwei Drittel zeigen sich mit Frankfurt allgemein „zufrieden“, und nur eine kleine Minderheit ist „unzufrieden“.

Auf hohem Niveau liegen auch die Zufriedenheitswerte für einzelne Lebensbereiche. Um jeweils vier Prozent-Punkte und damit am stärksten gegenüber dem Vorjahr haben dieses Mal die „Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten“ (67 Prozent), die „Parks und Grünanlagen“ (68 Prozent) sowie das „Radwegenetz“ (34 Prozent) zugelegt, gefolgt von den „Spielmöglichkeiten für Kinder“ (32 Prozent/+3 Prozent-Punkte) und der „Regelung des Autoverkehrs“ (32 Prozent/+3 Prozent-Punkte). Auch besser als im Vorjahr werden die „kulturellen Einrichtungen/Veranstaltungen“ (69 Prozent/+2 Prozent-Punkte) und die „öffentliche Sicherheit“ (35 Prozent/+2 Prozent-Punkte) eingeschätzt.

Bulle und Bär vor der Börse, © PIA Stadt Frankfurt am Main, Rainer Rüffer
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Lebensqualität beim Eigenimage auf neuem Höchststand

Bei der Beschreibung der Stadt durch die Frankfurter dominieren nach wie vor die Einschätzungen zur Internationalität und Wirtschaftskraft. Zugleich wird den weichen Standortfaktoren ein deutlich geringeres Gewicht beigemessen. Dieses Ergebnis wiederholt sich seit Jahren und wird durch die aktuelle Bürgerbefragung erneut bestätigt.

Dieses Mal haben so viele Befragte wie nie zuvor angegeben, dass sie die Lebensqualität in den Vordergrund ihrer Beschreibung der Stadt stellen würden. Sieben von zehn Frankfurtern, das heißt 69 Prozent, kreuzten die Antwortvorgabe „Stadt, in der man gut leben kann“ an. Dieser Wert liegt noch über den langjährigen Höchstständen aus den Jahren 2010 und 2013 (68 Prozent).

Nach wie vor würden über drei Viertel der Frankfurter bei einer Beschreibung die „internationale Stadt“ sowie die Merkmale „Handelsplatz, Bankenstadt, Börse“ und „internationaler Verkehrsknotenpunkt“ besonders herausstellen. Mit deutlichem Abstand folgen die kulturellen Aspekte, die seit 2013 tendenziell weniger häufig genannt werden. Die Beschreibungen „Stadt der Bürger“ und „Stadt der Gegensätze“ werden nach dem Vorjahrestief wieder deutlich häufiger genannt. Auch wird die Stadt wieder stärker als „weltoffen“, „gastlich“ und „sicher“ empfunden.

Während die Einschätzungen der Neu-Frankfurter vom Gesamtergebnis deutlich abweichen, bestehen bei den Beschreibungen zur Lebensqualität fast keine Unterschiede mehr. Zu den Antwortvorgaben „Stadt, in der man gut leben kann“ und „Stadt, die jedem etwas bietet“ stimmen Neu- und Alt-Frankfurter in ihren Einschätzungen erstmals nahezu überein.

Wohnungen im Bahnhofsviertel, Juli 2013, © Foto: PIA/Stefan Maurer
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Problembereich Wohnungsmarkt bei deutschen Befragten auf neuem Höchststand

In den Augen der Frankfurter ist der Wohnungsmarkt weiterhin das zentrale Problemfeld der Stadt. Auf die wie immer offen, das heißt ohne Antwortvorgabe, gestellte Frage nach den größten Stadtproblemen, gaben 2015 mehr als zwei von fünf der deutschen Frankfurter (45 Prozent/+4 Prozent-Punkte gegenüber dem Vorjahr) eine den Wohnungsmarkt betreffende Antwort.

Die aktuell gemessenen Werte liegen damit bei den deutschen Befragten mit 45 Prozent erstmals über den alten Höchstständen aus der ersten Hälfte der 1990er-Jahre. Während die Antwortkategorie „hohe Mieten“ unverändert von knapp einem Viertel genannt wurde, hat das als nicht ausreichend empfundene „Wohnungsangebot“ in der Problemsicht zum zweiten Mal in Folge deutlich zugelegt.

Auf Platz zwei der städtischen Problemlagen liegt nach wie vor die „Verkehrssituation“, die jedoch nur noch von jedem dritten der deutschen und jedem sechsten der ausländischen Frankfurter als besonders problematisch erachtet wird.

Wie im Vorjahr an dritter Stelle rangiert der Bereich „Kriminalität/öffentliche Sicherheit“ mit jeweils elf Prozent bei den deutschen und ausländischen Befragten. Während der Themenbereich bis weit in die Mitte der 1990er-Jahre noch von rund der Hälfte aller Frankfurter genannt wurde, liegt der Anteil seit nunmehr fünf Jahren in Folge auf sehr niedrigem Niveau.

Auch das früher zum Teil stark thematisierte „Verhältnis Deutsche/Ausländer“ bleibt auf dem geringen Stand der letzten Jahre. Noch nie wurde das Zusammenleben in der Stadt so entspannt beurteilt wie in den letzten Jahren.

Flugzeuge am Terminal 2, © PIA Stadt Frankfurt am Main
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Problemnennungen zum Thema Flughafen weiter rückläufig

Die Antwortkategorie „Flughafenausbau“ wurde zum zweiten Mal in Folge überhaupt nicht mehr genannt, und die mit „Fluglärm“ verbundenen Problemnennungen liegen erstmals wieder auf den bereits vor Inbetriebnahme der neuen Landebahn ermittelten Werten.

Ansehen der Stadtverwaltung so gut wie noch nie

Das Ansehen der Stadtverwaltung wurde von den Befragten so gut wie nie zuvor bewertet. Auf die Frage: „Welche Meinung haben Sie persönlich von der Frankfurter Stadtverwaltung?“ gaben fast drei von fünf Bürgern eine „sehr gute“ oder „gute“ Meinung an. Rund ein Drittel äußerte sich unentschieden oder konnte keine Einschätzung abgeben. Nur eine Minderheit hat selbst eine „schlechte“ oder „sehr schlechte“ Meinung von der Stadtverwaltung.

Das Ansehen, von dem die Frankfurter glauben, dass es in der Öffentlichkeit vorherrscht, wird regelmäßig niedriger eingestuft als die eigenen – guten – Erfahrungen. Gerade diese Einschätzung hat sich diesmal besonders stark verbessert. Zwei von fünf Befragten vertreten die Auffassung, dass die Frankfurter Verwaltung ein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit genießt, und nur jeder Neunte ist gegenteiliger Ansicht. Noch nie waren die persönliche Wahrnehmung und die Einschätzung des öffentlichen Ansehens so positiv.

Bürger loben besonders die Zuverlässigkeit der Stadtverwaltung

Auch die Ergebnisse der seit 2002 abgefragten Imagekomponenten belegen diese deutlich positivere Bewertung durch die Frankfurter. So „zuverlässig“ wurde die Stadtverwaltung noch nie empfunden. Auch die „Bürgerorientierung“ liegt heute wieder auf dem Höchstwert des Jahres 2011. Die ebenfalls abgefragten negativen Eigenschaften werden mit zunehmender Mehrheit zurückgewiesen.

Die seit 1993 jährlich im Dezember stattfindenden Bürgerbefragungen hält Stadtrat Schneider für eine immens wichtige Arbeitsgrundlage für die Stadtpolitik und das Verwaltungshandeln. Die oftmals sehr differenzierten und kritischen Rückmeldungen der Bürger, so Schneider, seien zum einen Hinweisgeber, in welchen Bereichen die Frankfurter Politik und Verwaltung einschreiten oder nachbessern sollte. Zum anderen stellten die Rückmeldungen der Befragung aber auch ein wichtiges Controlling-Instrument dar, um zu überprüfen, ob bereits getroffene Maßnahmen tatsächlich auch ihre erhoffte Wirkung entfalten. Weil letztlich jeder Einzelne von derartigen Bürgerumfragen profitiere, ruft der Dezernent schon jetzt dazu auf, daran teilzunehmen, sollte Ende dieses Jahres ein Umfragebogen im Briefkasten liegen.

Die Ausgaben „frankfurt statistik aktuell“ 10/2016 – 13/2016 stehen unter http://www.frankfurt.de/statistik_aktuell als kostenloses PDF-Download zur Verfügung.