Logo FRANKFURT.de

25.09.2015

25 Jahre Energiemanagement für städtische Gebäude

(pia) In diesen Wochen feiern zahlreiche städtische Ämter und Einrichtungen ihre Jubiläen. Auch das im Hochbauamt angesiedelte städtische Energiemanagement begeht in diesen Tagen sein 25-jähriges Jubiläum.

Der Auslöser für ein professionelles Energiemanagement der kommunalen Bauten war der Beitritt der Stadt zum „Klimabündnis der Europäischen Städte mit den Völkern Amazoniens“ am 5. Juli 1990. In diesem Zug wurde beschlossen, das bereits seit 1983 bestehende Energiebüro im Hochbauamt von drei auf sechs Stellen aufzustocken und zur Abteilung aufzuwerten. Im Januar 1991 übernahm Mathias Linder die Leitung der Abteilung, die mittlerweile mit insgesamt zehn Mitarbeitern erfolgreich tätig ist.

Das Energiemanagement sorgt seitdem dafür, die Energie- und Wasserkosten für die rund 2.500 von der Stadt Frankfurt genutzten Gebäude so gering wie möglich zu halten. Dazu gehören so unterschiedliche Gebäude wie Schulen, Kindertagesstätten, Verwaltungsbauten, Sportanlagen, Bäder, Feuerwachen, Museen, die Städtischen Bühnen, der Zoo oder der Palmengarten. Im Jahr 2014 lagen diese Kosten immerhin bei etwa 30 Millionen Euro.

Um Kosten einzusparen, setzt das Energiemanagement im Wesentlichen auf drei Instrumente: das Controlling der Energieverbrauchswerte, die Optimierung der Betriebsführung und die Umsetzung investiver Maßnahmen. In der Summe dieser drei Instrumente ergibt sich ein wirtschaftliches Einsparpotential im Gebäudebestand von rund 50 Prozent, welches im Rahmen der klimapolitischen Beschlüsse der Stadt Frankfurt Zug um Zug vollständig erschlossen werden soll.

Blockheizkraftwerk Alleeviertel, © Stadt Frankfurt am Main
Dieses Bild vergrößern.

Ein Blick zurück auf einige Meilensteine untermauert die Bedeutung der städtischen Einrichtung: Bereits 1992 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten Blockheizkraftwerkes mit 50 Kilowatt elektrischer Leistung in der Dahlmannschule. Heute sind 25 Blockheizkraftwerke in städtischen Liegenschaften mit einer elektrischen Gesamtleistung von 1,9 Megawatt in Betrieb. Die schon 1993 entwickelte Berechnung der Lebenszykluskosten von Gebäuden ist heute für alle städtischen Bauvorhaben über 500.000 Euro verbindlich und ermöglicht einen Wirtschaftlichkeitsvergleich verschiedener Planungsvarianten.

Die Programme „Erfolgsbeteiligung für Nutzer“ (1998), die „Automatische Verbrauchserfassung“ (1999), das erste „Seminarprogramm für Energiebeauftragte“ (2000), aber auch das „Interne Contracting“, mit dem rentierliche Maßnahmen vorfinanziert werden können, belegen, dass das städtische Energiemanagement über die Jahre mit innovativen Konzepten immer wieder neue Einsparimpulse setzt.

Mit der Grundschule Riedberg wurde im Jahr 2004 eine der ersten Schulen in Deutschland als Passivhaus zertifiziert. Seitdem wurden 74 städtische Neubauprojekte und acht Sanierungsprojekte mit Passivhaus-Komponenten fertiggestellt; weitere 20 befinden sich in Planung oder im Bau. Frankfurt ist damit Vorreiter für diesen besonders energieeffizienten Gebäudestandard.

Im Jahr 2005 beschloss der Magistrat erstmals die „Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen“, die seither jährlich fortgeschrieben werden. Dort sind die technischen Qualitäten festgelegt, die über den Lebenszyklus von Gebäuden typischerweise zu den minimalen Gesamtkosten führen. Die als beispielhaft geltenden Leitlinien wurden von vielen anderen Kommunen übernommen und standen auch Pate bei der Entwicklung entsprechender Hinweise des Deutschen Städtetags.

Die Erfolge können sich sehen lassen und entlasten den städtischen Haushalt deutlich. Von 1990 bis 2014 konnte beispielsweise der Stromverbrauch trotz der rasant wachsenden IT-Nutzung um 10 Prozent gesenkt werden. Der Heizungsenergieverbrauch sank in der gleichen Zeit um 36 Prozent, der Wasserverbrauch sogar um 62 Prozent und die Kohlendioxid-Emissionen um immerhin 37 Prozent – ein eindrucksvoller lokaler Beitrag zum globalen Klimaschutz.

Das Energiemanagement spart seit nunmehr 25 Jahren etwa das Dreifache der zugehörigen Aufwendungen ein. Seit dem Jahr 1990 wurde durch das Energiemanagement ein Gewinn von insgesamt 175 Millionen Euro erwirtschaftet.

Davon könnte man 7 Grundschulen oder 50 Kindertagesstätten bauen. „Diese Zahlen sprechen für sich – am Dienstag, 29. September, darf gefeiert werden“, so Mathias Linder zum Jubiläum seiner Abteilung.

Nähere Informationen gibt es bei Mathias Linder, Hochbauamt Frankfurt, per E-Mail unter mathias.linder@stadt-frankfurt.de , oder unter http://www.energiemanagement.stadt-frankfurt.de .