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Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV)

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist eine neue Versorgungsform und dient dem Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung oder in einer stationären Pflegeeinrichtung zu ermöglichen. Im Vordergrund steht anstelle eines heilenden (kurativen) Ansatzes die medizinisch-pflegerische Zielsetzung, Symptome und Leiden einzelfallgerecht zu lindern.

Die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Patienten sowie die Belange ihrer vertrauten Personen stehen im Mittelpunkt der Versorgung. Der Patientenwille ist zu beachten. Er kann durch eine Patientenverfügung zum Ausdruck gebracht werden.

Wer darf sich SAPV-Team nennen?

Zur Erbringung dieser Leistungen ist die Anerkennung als SAPV Team notwendig. Die Zulassung erfolgt über die Landesarbeitgemeinschaft Palliativversorgung Hessen (LAPH). Derzeit sind folgende SAPV-Teams in Frankfurt am Main anerkannt:

  • Palliative Care Team (Krankenhaus Nordwest GmbH)
  • PalliativTeam Frankfurt gemeinnützige GmbH
  • Mobiles Palliativteam Frankfurt (Markus-Krankenhaus)


Wer darf SAPV verordnen?

SAPV wird von behandelnden (Vertrags-) Arzt, also meist dem Hausarzt, oder vom Krankenhausarzt bei Entlassung nach Maßgabe der bestehenden Richtlinien verordnet. Hierzu gibt es einen entsprechenden Vordruck, den der Arzt benutzen muss. Es ist der Versorgungsbedarf und Angaben zur Dauer der Verordnung zu machen. Die Verordnung hat zunächst eine Gültigkeit von 7 Tagen und kann von der Krankenkasse beliebig verlängert werden.

Was ist der Inhalt und der Umfang der SAPV?

Die SAPV umfasst je nach Bedarf alle Leistungen der ambulanten Krankenbehandlung soweit diese erforderlich sind, um die oben genannten Ziele zu erreichen. Sie umfasst zusätzlich die im Einzelfall erforderliche Koordination der diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Teilleistungen sowie die Beratung, Anleitung und Begleitung der verordnenden oder behandelnden Ärzte, oder von anderen beteiligten Leistungserbringer (z.B. Pflege).

Wer trägt die Kosten?

Für die Verordnung entstehen dem Patienten keine Kosten. Die Krankenkasse übernimmt bis zu einer Entscheidung über die weitere Leistungserbringung die Kosten für die verordneten und erbrachten Leistungen, wenn die Verordnung spätestens an dem dritten der Ausstellung folgenden Arbeitstag der Krankenkasse vorgelegt wird.

Wann hat man einen Anspruch auf SAPV?

wenn
1. Sie an einer nicht heilbaren, fortschreitenden und so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass dadurch die Lebenserwartung begrenzt ist und
2. Sie eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, die nach den medizinischen und pflegerischen Erfordernissen auch ambulant oder in stationäreren Pflegeeinrichtungen erbracht werden kann.