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Hygienische Qualität der Frankfurter Bäche und Flüsse

Naherholung, Trinkwassergewinnung, Fortbewegung – Fließgewässer werden in vielfältiger Weise genutzt und in Anspruch genommen. Hohe Hygienestandards und eine gute Wasserqualität sind daher Voraussetzung für die öffentliche Gesundheit. Um ein hohes Schutzniveau zu gewährleisten, ist am 22.12.2000 die Europäische Wasserrahmenrichtlinie in Kraft getreten, die erstmals europaweit einheitliche, vergleichbare und verbindliche Vorgaben für den Zustand aller Gewässer macht. Hier ist in Artikel 4 als verbindliches Umweltziel für oberirdische Gewässer festgelegt, dass in 15 Jahren ein guter ökologischer und chemischer Zustand zu erreichen ist.

Neben dem ökologischen und chemischen Zustand ist für die Nutzung eines Gewässers durch den Menschen vor allem die hygienische Qualität von Belang. Im Wesentlichen beruht die hygienische Qualität eines Flusses oder Baches auf der Belastung des Gewässers mit Krankheitserregern (Viren, Bakterien und Parasiten), die über menschliche und tierische Fäzes ausgeschieden werden. Eingetragen werden diese Keime z.B. durch Kläranlagen aber auch durch Abspülungen nach Regenfällen oder durch andere landwirtschaftliche Einflüsse.

In Deutschland umfasst die standardmäßige Überwachung in Kläranlagen nicht die mikrobielle Untersuchung des behandelten Abwassers. Informationen zum Vorkommen von Keimen finden sich aber in verschiedenen Studien, deren Ergebnisse insgesamt zeigen, dass das Vorkommen humanpathogener Krankheitserreger im Abwasser stark vom Gesundheitszustand der Bevölkerung abhängt. So zeigen beispielweise Noroviren starke jahreszeitliche Schwankungen, die bei Rota- oder Adenoviren weitaus geringer ausfallen (UBA-Texte 34/2016: Rahmenbedingungen für die umweltgerechte Nutzung von behandeltem Abwasser). In der Regel wird Abwasser in Kläranlagen in Deutschland bislang nicht standardmäßig desinfiziert, Bakterien können in konventionellen biologischen Kläranlagen zwar um 2 – 3 log-Stufen reduziert, jedoch nicht vollständig aus dem Abwasser entfernt werden. So erklärt sich, dass trotz moderner Klärtechnik die Keime nicht vollständig aus dem Abwasser entfernt werden und deshalb auch bei einem allgemein guten ökologisch-chemischen Zustand eines Gewässers zu Infektionsgefährdungen beim Menschen beitragen können.

Die beiden Fragen:

Kann ich mit dem Wasser aus Frankfurter Fließgewässern und dem Rebstockweiher Sport- und Spielplätze befeuchten und Parkanlagen, Obst und Gemüse bewässern?

Kann ich in und an den Gewässern spielen und baden?


führten zu Beginn der 1980er Jahre das Gesundheitsamt Frankfurt zu anlassbezogenen, seit 1987 zu regelmäßigen Untersuchungen der Frankfurter Fließgewässer und des Rebstockweihers. Die Untersuchungen erfolgen in jedem Jahr (außer 2003/2004) quartalsmäßig und umfassen mikrobiologische sowie chemische und physikalisch-chemische Parameter.
Die Kriterien und unsere Ergebnisse zur Eignung der Frankfurter Fließgewässer zum Bewässern finden Sie in dem Beitrag „Nutzungsmöglichkeiten Frankfurter Gewässer zur Bewässerung“.
Dass hygienische Qualität der Frankfurter Oberflächengewässer in Verbindung mit Sport- und Freizeitnutzung eine wichtige infektiologische Rolle spielt, liegt auf der Hand. Wir haben hierzu unsere Ergebnisse im Beitrag „Baden und Schwimmen in Main und Nidda“ zusammengefasst.

Aufgrund der uns vorliegenden Überwachungswerte eignen sich die Oberflächengewässer in Frankfurt nicht zum Schwimmen und Baden. Sollten Kinder an Oberflächengewässern spielen, wird im Anschluss eine gute Händehygiene empfohlen (gründliches Hände waschen nach dem Spielen in Wasser und Schlamm, insbesondere vor dem Essen).
Stand: August 2017

Ansprechpartner
 
Link-IconDipl.-Ing. Elisabeth Götz
Telefon:069 212-31680
Telefax:069 212-30475
E-Mail:Link-Iconelisabeth.goetz [At] stadt-frankfurt [Punkt] de