Logo FRANKFURT.de

Schäfersteinpfad

Der Schäfersteinpfad markiert die historische Grenze zwischen der Stadt Frankfurt und dem Weideland des Deutschen Ordens. Der Streit begann, als Kaiser Karl der IV einen Teil seines Dreieichforstes an die Bürger der Stadt Frankfurt im Jahr 1372 übergab. Jeder Stein zeigt auf der Seite zum Weideland das Kreuz und auf Frankfurter Seite ein gotisches F, allerdings spiegelverkehrt. Es wird vermutet, dass der Steinmetz nicht lesen konnte und die Schablone verdrehte.

Das war im Jahr 1484. Damals hatten sich der Orden und die Stadt Frankfurt nach hundertjährigem Streit über die Holzecke geeinigt. Die Stadt Frankfurt erhielt das Waldstück Holzecke. Es liegt zwischen Mörfelder Landstraße, Königsbach und der A3. Dafür musste die Stadt einmalig Geld an den Orden Zahlen und ihm Weideland für seine Schafe im Wald überlassen.

Der ausgeschilderte Wanderweg führt über geschwungene Waldwege und ist gut geeignet zum Wandern. Ursprunglich bestand die Grenze aus 60 Steinen mit einem Graben dazwischen. Übrig geblieben sind heute knapp 50 Steine. Sie stehen an den zwei Teilstrecken des Wanderweges:

  • Der 5,5 Kilometer lange östliche Teil beginnt in Sachsenhausen an der Kreuzung Welscher weg/Königswiesenweg. Er verläuft nach Süden bis an die Schäferschneise kurz vor Neu-Isenburg. Das Verbindungsstück zwischen östlichem und westlichem Zweig führt an der Stadtgrenze entlang. Dort sind keine Steine erhalten.
  • Der westliche Teil führt dann von der Kreuzung Schäfersteinpfad/Kernweg nach Norden bis nach Niederrad zur Kreuzung Kennedyalle/Niederräder Landstraße. Diese Teilstrecke ist 7.5 Kilometer lang


Den Deutschen Orden oder auch Deutschordensritter-Orden gründeten im Jahre 1190 Kreuzfahrer in Palästina. Er hatte seinen Sitz in Preußen, verfügte aber überall in Deutschland über großen Grundbesitz. In Niederrad gehörte ihm der Sandhof.

Die Steine bestehen aus Basalt, der vermutlich in der Schwarzsteinkaut gebrochen wurde. Das ist ein ehemaliger Steinbruch südlich des Waldspielparks Louisa. Er liegt genau zwischen den beiden heutigen Teilstrecken. Der Basalt erstarrte vor rund 60 Millionen Jahren aus einem Lavaausläufer, der aus einem ehemaligen Vulkan im Vogelsberg stammte.