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Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Mit dem Beginn des Bürgereinsatzes zur "Enttrümmerung der Stadt" setzt die Wiederaufbauphase Frankfurts ein. Zwischen 1945 und 1964 werden über 150 000 Wohnungen erstellt. Im Nordwesten Frankfurts entsteht eine Trabantenstadt in der Größe von Bad Homburg. Die Errichtung von Verwaltungs-Hochhäusern und Industrie-Bauten verändert grundlegend das Erscheinungsbild der Stadt. Aus der ersten Kommunalwahl nach dem Zweiten Weltkrieg geht die SPD als stärkste Fraktion hervor. Am 21. Juni 1946 tritt seit Beginn des Naziregimes die erste frei und demokratische gewählte Stadtverordnetenversammlung zusammen. Sie wählt Walter Kolb zum Oberbürgermeister. 1947 wird Frankfurt Sitz des vereinigten Wirtschaftsgebiets der amerikanischen, britischen und französischen Zone. Über die von der "Trizone" in Frankfurt geschaffene "Bank deutscher Länder" wird die Währungsreform abgewickelt. Aus ihr geht die "Deutsche Bundesbank" hervor, die am 25. Juli 1957 ihre Geschäfte aufnimmt.

Die Stationierung amerikanischer Truppen in Siedlungen und Kasernen Frankfurts sowie die Anwesenheit höchster Kommandogruppen in dem ehemaligen Bürogebäude des Chemieriesen IG-Farben prägen das Stadtbild der Nachkriegszeit. Am 18. Mai 1948 findet in der wiederaufgebauten Paulskirche - Symbol für Demokratie und Freiheit sowie Traditionsstätte des deutschen Parlamentarismus - die Jahrhundertfeier der Nationalversammlung statt. Hier wird dann auch 1949 die erste Buchmesse nach dem Krieg abgehalten. Im selben Jahr erscheint die erste Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, nachdem es bereits ab August 1945 die Frankfurter Rundschau als erste deutsche Tageszeitung zu kaufen gibt. 1949 verliert Frankfurt im Wettbewerb mit Bonn die Wahl zur Bundeshauptstadt. Die Stadt, in der 1955 über 600.000 Einwohner leben, entwickelt sich in den kommenden Jahren zur internationalen Wirtschaftsmetropole.