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Chronik der ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeister

1868-1880 Dr. Heinrich Mumm

Mumm studierte Jura in Berlin und Heidelberg (Promotion 1840) und ließ sich anschließend als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder. Nach der Annexion der Freien Stadt Frankfurt durch Preußen 1866 bemühte er sich erfolgreich um einen Ausgleich und die Anpassung an die geänderten Verhältnisse. Seine Amtszeit dauerte von 1868 bis 1880.
Zu seiner Amtszeit wurde 1871 der Friede von Frankfurt geschlossen, der den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 beendete. In seine Amtsperiode fiel der Wiederaufbau des Doms sowie zahlreiche Neubauten, u.a. die Frischwasserleitung aus dem Vogelsberg in die Stadt, der Eiserne Steg, die Untermain-, Obermain- und Wilhelmsbrücke, die Kleinmarkthalle, das Frankfurter Opernhaus und der Neubau der Dreikönigskirche.

1880-1890 Dr. Johannes von Miquel

Durch eine geschickte soziale Finanzpolitik machte er aus der Kaiserwahlstadt eine aufstrebende Metropole. In seine Amtszeit fielen eine Reihe von wichtigen öffentlichen Bauten, z.B. der Bau der ersten Kläranlage 1882, die Kanalisierung des Mains und der Neubau des Westhafens (1886) sowie des Hauptbahnhofs (1888). Von 1886 bis 1890 war er für den Stadtkreis Frankfurt Mitglied des Nassauischen Kommunallandtags.

1890-1912 Dr. Dr. h.c. Franz Adickes

Adickes war, zusammen mit dem Gründer der Metallgesellschaft, Wilhelm Merton, maßgeblich beteiligt an der Stiftung der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. In Adickes' Amtszeit wurden zudem zahlreiche ehemalige Vororte des Landkreises Frankfurt eingemeindet. Als Bodenreformer und Bodenpolitiker machte er sich ab 1893 einen Namen mit der Lex Adickes, einem rechtlichen Weg zur Umlegung von privaten Grundstücken. Nach erheblichen Widerständen führte seine Bemühungen zum Gesetz betr. die Umlegung von Grundstücken in Frankfurt a. M. vom 28.07.1902; nach einer Novellierung im Jahre 1907 war das Gesetz noch anwendungsfreundlicher. Durch seine weitsichtigen Grundstücksumlegungen entstanden neue Wohngebiete, wie West-, Ost- und Nordend und ein zweites Ringstraßensystem, der Alleenring. Ebenfalls durch seine Initiative entstand der Frankfurter Osthafen, der noch heute größte Hafen der Stadt. Er widmete sich auch der Entwicklung der Luftschifffahrt und erreichte die Einrichtung eines leistungsfähigen Flughafens.
In Adickes' Amtszeit fielen der Bau der Festhalle, die Gründung des Völkerkundemuseums und die Skulpturensammlung im Liebieghaus. Adickes gilt als bedeutender Reformer und Reoganisator des städtischen Armenwesens. Hier arbeitete er mit Christian Jasper Klumker zusammen. Seine Baustrukturen trugen wesentlich dazu bei die Wohnbedingungen der städtischen Arbeiterschaft in Frankfurt zu verbessern. Er förderte die Reform des höheren Schulwesens und die Gründung der Stiftungsuniversität Frankfurt.

1912-1924 Dr. Georg Voigt

In seine Frankfurter Amtszeit fiel die Eröffnung der Frankfurter Universität. Während des Ersten Weltkrieges stand die kritische Versorgungslage der Bevölkerung im Vordergrund, da das preußische Frankfurt aufgrund der zentralistischen Kriegswirtschaft von seinem traditionellen Hinterland in Hessen und Bayern weitgehend abgeschnitten war....Voigt brachte als Verwaltungsfachmann die Kommune, ihr Sachvermögen und die städtischen Betriebe erfolgreich durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre.

1924-1933 Dr. h.c. Ludwig Landmann

Mit ihm wurde der Aufstieg zur Großstadt fortgesetzt. Durch Eingemeindungen und Baumaßnahmen verlieh er Frankfurt neuen Glanz. So ließ Landmann das Waldstadion, die Großmarkthalle und den Flughafen Frankfurt-Rebstock errichten. Er war auch Mitbegründer der HaFraBa-Interessengemeinschaft und kann so als einer der „Väter“ der Autobahn angesehen werden.

1933-1945 Dr. Friedrich Krebs

Als der Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann am 12. März 1933 infolge der Machtergreifung Hitlers und der damit verbundenen Neuwahlen in der Stadtverordnetenversammlung aus seinem Amt vertrieben wurde, wurde Krebs zu seinem kommissarischen Nachfolger ernannt. Am 13. Juni wurde seine Ernennung in einer Wahl vom neuen Parlament bestätigt. Allerdings waren bei der Wahl fast nur Mitglieder der NSDAP anwesend. Die Mitglieder der SPD und der KPD hätten zwar gemeinsam eine Mehrheit gehabt, wurden jedoch zuvor verboten. Krebs selbst war nicht anwesend.

Am 28. März 1933 verfügte Krebs, alle jüdischen Angestellten und Beamten der Stadt aus dem Amt zu entfernen. Davon waren 81 Mitglieder der Stadtverwaltung oder der städtischen Gesellschaften betroffen. Eine Rechtsgrundlage dafür wurde einige Tage später mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 geschaffen. Auch die Statue von Friedrich Ebert vor der Frankfurter Paulskirche musste verschwinden. 1935 ernannte Krebs nach telegrafischer Zustimmung Adolf Hitlers Frankfurt zur Stadt des Deutschen Handwerks...

1945-1945 Wilhelm Hollbach

...wurde als amtierender Bürgermeister der Stadt Frankfurt am Main (temporary lordmayor) tätig. Er wurde bereits am Tag vor der endgültigen Befreiung der Mainmetropole durch die US-Militärregierung in dieses Amt eingesetzt.

Zu den besonderen Verdiensten Hollbachs während seiner kurzen Amtszeit zählt die Bestellung von Bernhard Grzimek als Direktor des Frankfurter Zoologischen Gartens und seine Mitwirkung an der Wiederöffnung der Universität Frankfurt. Grzimek war ihm bereits aus Vorkriegszeiten bekannt, als Autor von tierpsychologischen Aufsätzen im Illustrierten Blatt.

1945-1946 Dr. Kurt Blaum

Schon am 5. Juli 1945 folgte die Berufung zum kommissarischen Oberbürgermeister von Frankfurt am Main. Während seiner Amtszeit standen der Beginn des Wiederaufbaus, die Sicherung der Versorgung der Bevölkerung und der Aufbau einer funktionsfähigen Stadtverwaltung im Vordergrund.

1946-1956 Dr. Walter Kolb

Am 25. Juli 1946 wurde er als erster nach dem Krieg frei gewählter Oberbürgermeister von Frankfurt am Main gewählt. Am 1. September des Jahres trat er das Amt als Nachfolger des CDU-Manns Kurt Blaum an...
Zu Kolbs wichtigsten Aufgaben zählte der Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Stadt und damit das Schaffen von Wohnraum. Unter anderem war er Initiator der Wiederherstellung der Frankfurter Altstadt mit Römer, Kaiserdom St. Bartholomäus und originalgetreuer Rekonstruktion des Goethehauses. Am 17. Oktober 1946 rief er die Aktion Bürgereinsatz ins Leben und beteiligte sich mit einem Presslufthammer am Römerberg an den Aufräumarbeiten. Zu den später umstrittenen Entscheidungen zählte jedoch auch, daß der Wiederaufbau der Altstadt auf einzelne, herausragende Gebäude beschränkt und die ehemalige Altstadt größtenteils mit zeitgenössischen Wohnhäusern überbaut wurde.
Auch die Wiederbelebung der Messe und der Ausbau des Frankfurter Flughafens zählten zu seinen Arbeitsschwerpunkten.

1956-1964 Dr. Werner Bockelmann

In seine Frankfurter Amtszeit fallen der U-Bahn-Bau, die Gründung der Nordweststadt und die Errichtung des Zürich-Hochhauses, eines der ersten Wolkenkratzer der Stadt...
1964 bekam Bockelmann die Ehrendoktorwürde der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

1964-1970 Prof. Dr. Willi Brundert

Als Oberbürgermeister musste er ... vor allem unpopuläre Entscheidungen treffen. Einen Glanzpunkt stellte die Eröffnung der Frankfurter U-Bahn dar. 1970 wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, da sich die Spätfolgen der Misshandlungen in Gefangenschaft zeigten. Am 7. Mai verstarb Brundert im Alter von 57 Jahren nach einer Lungenentzündung. Nach ihm ist die Willi-Brundert-Siedlung im Frankfurter Stadtteil Hausen benannt.

1970-1971 Walter Möller

Ein weiteres Feld, in dem Möller in seiner kurzen Amtszeit wichtige Arbeit leistete, war die Regionalpolitik. Bekannt ist hier vor allem sein Konzept einer Regionalstadt Frankfurt (1971), einer in Stadtbezirke gegliederten Großkommune nach dem Vorbild Groß-Berlins.

Ihm und seiner Arbeit zu Ehren verleiht die Stadt Frankfurt am Main seit 1977 die Walter-Möller-Plakette.

1972-1977 Rudi Arndt

Als Oberbürgermeister von Frankfurt war er verantwortlich für die Baupolitik und damit betroffen vom Häuserkampf, den Bürgerinitiativen und Studenten um die Erhaltung von bedrohtem Wohnraum im Frankfurter Westend führten. Seiner 1965 geäußerten Idee, die zerbombte Alte Oper nicht wieder aufzubauen, sondern sprengen zu lassen, verdankte er den Spitznamen 'Dynamit-Rudi'. Rudi Arndt erklärte später, die Sprengung nie ernsthaft vorgeschlagen zu haben.

1977-1986 Dr. Walter Wallmann

Wallmann führte eine großzügige öffentliche Baupolitik, so setzte er beispielsweise den Wiederaufbau der Fachwerkhäuser auf dem Römerberg (Ostzeile) durch und unterstützte die Bürgerinitiative zur Wiederherstellung der Alten Oper zu einem Konzert- und Veranstaltungsgebäude. Des Weiteren sorgte er für die Sanierung des Frankfurter Bahnhofsviertels und legte den Grundstein für das Museumsufer.

Er engagierte sich auch außenpolitisch und baute 1980 die deutsch-israelischen Beziehungen durch einen Freundschaftsvertrag zwischen Frankfurt und Tel Aviv weiter aus. Auf seine Initiative betreibt die Stadt Frankfurt seit 1980 auch ein Besuchsprogramm für jüdische sowie politisch oder religiös verfolgte ehemalige Frankfurter Bürgerinnen und Bürger. Ein Jahr zuvor, 1979, hatte er in der Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten bereits ebenfalls einen Freundschaftsvertrag mit der ägyptischen Hauptstadt Kairo geschlossen.

1982 wurde er zum Landesvorsitzenden der CDU in Hessen und 1985 zum Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Partei gewählt. Von 1985 bis 1986 war er in seiner Funktion als Oberbürgermeister außerdem Präsident des Deutschen Städtetags.

1986-1989 Wolfram Brück

Am 27. September 1986 geriet Brück bundesweit in die Schlagzeilen, als er zwei Tage vor dem U-Bahn-Start der Linien U6 und U7 die offizielle Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschob. Vorausgegangen war eine politische Auseinandersetzung mit dem Regierungspräsidium in Darmstadt und Bürgerinitiativen um das Konzept der schienenfreien Innenstadt und die geplante Stilllegung dreier Straßenbahnlinien durch die Altstadt. Das Regierungspräsidium hatte die Stilllegung abgelehnt. Brück ließ daraufhin das geplante Eröffnungs-Fest in der Leipziger Straße, der Schillerstraße und am Zoo absagen, akzeptierte aber im Oktober 1986 den Weiterbetrieb der Straßenbahnlinie 11 durch die Altstadt.
In seine Amtszeit Zeit fällt jedoch auch eine stadtbildprägende Ergänzung der Frankfurter Skyline. So setzte er die Baugenehmigung für den Messeturm durch und schuf u.a. die Planungsgrundlagen für den Westend Tower sowie das Trianon-Hochhaus.

Des Weiteren etablierte Brück als Oberbürgermeister die Art Frankfurt und das Museumsuferfest. Er begründete 1988 die Städtepartnerschaften mit Toronto (Kanada) und Guangzhou (China).

1989-1991 Dr. Volker Hauff

Während seiner Amtszeit tobten innerhalb der Frankfurter SPD heftigste Flügelkämpfe. Kritisiert wurde der aus Baden-Württemberg stammende Hauff vor allem durch die Besetzung von Magistratsposten mit „Importen“ aus seiner Heimat, etwa der Kulturdezernentin Linda Reisch anstelle des Frankfurters Klaus Sturmfels. Den Höhepunkt der Auseinandersetzungen bildete die Benennung der damaligen Frankfurter Parteivorsitzenden Anita Breithaupt als Nachfolgerin der scheidenden Sozialdezernentin Christine Hohmann-Dennhardt durch den linken Parteiflügel, was Hauff erst aus der Zeitung erfuhr. Am 11. März 1991 trat Hauff schließlich wegen dieser Auseinandersetzungen mit der Frankfurter Parteiorganisation der SPD von seinem Amt zurück.

1991-1995 Andreas von Schoeler

Als es 1991 zunehmende Konflikte zwischen der Frankfurter SPD und dem Oberbürgermeister Volker Hauff gab, trat Schoeler am 8. Mai dessen Nachfolge an. Bereits 1993 kam es zu einer ersten Krise in der Koalition, da vier Abgeordnete des Stadtparlaments dem Kandidaten für das Amt des Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski (Grüne) ihre Unterstützung verweigerte. Schoeler sprach damals von "vier Schweinen" in der SPD-Fraktion. 1995 zerbrach das rot-grüne Bündnis dann endgültig, weil abermals vier Stadtverordnete der rot-grünen Koalition die Gesundheitsdezernentin Margarethe Nimsch (Grüne) nicht mitwählten. Schoeler ließ sich daraufhin als Oberbürgermeister abwählen, um den Weg für Neuwahlen frei zu machen. So kam es dazu, dass er in der dann anstehenden ersten Oberbürgermeisterdirektwahl in Frankfurt am Main mit 45,9 % zu 51,9 % der Stimmen gegen Petra Roth verlor (Wahlbeteiligung: 55,8 %)

1995-2012 Petra Roth

Roth regiert mehr als 16 Jahre in Frankfurt am Main. Sie setzte sich in drei Direktwahlen mit großer Wählerzustimmung erfolgreich durch. Mit ihrem Wirken verbindet sich die Rückeroberung des Mainufers als Lebensraum, die Bebauung der Altstadt, der Ausbau des Flughafens, der Verbleib und der Neubau der Europäischen Zentralbank, der Wandel der Goethe-Universität zur Stiftungsuniversität und der Ausbau des Campus Westend, die Idee für den Kulturcampus, die Fortschreibung des Hochhausrahmenplans und das Entstehen des Europaviertels.

Petra Roth steht für gelungene Integration, für den interreligiösen Dialog, für Wirtschaftswachstum, für eine wirtschaftsfreundliche Politik, die sich mit der Senkung des Hebesatzes für die Gewerbesteuer verbindet, für die sichere und damit attraktive Metropole, für das Gebot der Nachhaltigkeit als einer Kernkompetenz, die aus dem christlichen Schöpfungsgedanken erwächst. Mit Petra Roth hat sich Frankfurt am Main zu einer liberalen und toleranten internationalen Bürgerstadt entwickelt, die für Bürger Heimat ist und Kindern gute Möglichkeiten für einen erfolgreichen Bildungsweg bietet.

(Die Texte wurden als Auszüge den Wikipedia-Artikeln entnommen.)