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Römerbalkon

Die Frauenfußball-Weltmeisterinnen 2003 auf dem Römerbalkon.
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Hier will jeder mal stehen: Vor allem Sportler und Mannschaften zieht es magisch auf den Römerbalkon. Denn wer hier oben steht, hat es geschafft. Der im Februar verstorbene Max Schmeling feierte dort 1936 seinen spektakulären Sieg gegen Joe Louis, die Fußball-Weltmeister von 1990 und die Weltmeisterinnen von 2003 jubelten hier ihren Fans zu, und auch viele Frankfurter Teams feierten auf dem Römerbalkon ihre Meisterschaften.

Der Balkon ist eine "Erfindung" des Wilhelminismus
Ab 1871 wurde Frankfurt als Handelsstadt immer wohlhabender und größer. Industrialisierung und Eingemeindungen ließen die Einwohnerzahl Frankfurts sprunghaft ansteigen. Und auch die Verwaltungsaufgaben nahmen zu - also wurde das Rathaus erweitert und die Fassade sollte neu gestaltet werden.
Kaiser Wilhelm II. forderte eine pompöse Fassade, was Oberbürgermeister Franz Adickes aber ablehnte. Vieles, was sich der Hohenzollernkaiser wünschte, wurde nicht umgesetzt. Der steinerne „Erscheinungsbalkon“ aber wurde gebaut. Er kam dem gründerzeitlichen Repräsentationsbedürfnis entgegen und ersetzte die sogenannten mittelalterlichen "Schoppen", die für die mittelalterlichen Krönungszeremonien benutzt wurden. Somit ist der berühmte Balkon gerade mal 105 Jahre alt ….

Den Römerberg im Blick ...
Vom Römerbalkon aus blickt man auf den Römerberg. Er ist Frankfurts Puppenstube und eines der populärsten Fotomotive – dabei entstand die Ostzeile mit ihren Fachwerkbauten erst wieder in den 1980er Jahren. Der Platz vor dem Römer war immer schon Mittelpunkt des Frankfurter Stadtlebens. Hier fanden Messen und Märkte statt, er war Rathaus- und Richtplatz, Schauplatz von Volksfesten bei Kaiserwahlen und mittelalterlicher Turniere. Und weil samstags immer Markt war, heißt er auch „Samstagsberg“.