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Globales Dorf

Römerberg mit Fachwerkzeile ©  PIA Stadt Frankfurt am Main, Michael Glowalla
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Frankfurt strebt nach Höherem: Kontinentales Finanzzentrum, europäischer Verkehrsknoten. Dabei ist die Europastadt rund um das Rathaus am Römerberg herum mit seinen wieder aufgebauten Fachwerkhäusern eine wahre Puppenstube geblieben und nennt sich manchmal selbst gern „die kleinste Metropole der Welt“. Das merken viele Frankfurt-Besucher sofort und sind nicht selten überrascht darüber: What a small town! Ca. 700.000 Einwohner zählt Frankfurt, ein Zehntel Hessens. Und es dauert keine zwanzig Minuten, um vom Westend ins Ostend zu gehen - zu Fuß.

Und wenn Internationalität Frankfurts Leitmotiv ist, so geht es in den Stadtteilen doch hier und da erstaunlich beschaulich zu, zuweilen herrscht hier gar die Gemütlichkeit des Dörflichen mit Fachwerk, engen Gassen und traditionsreichen Apfelweinschänken. Der internationalste und vielleicht auch spannendste Stadtteil Frankfurts hingegen ist das Bahnhofsviertel, dessen weltstädtischen Charakter die Stadt derzeit mit vielfältigen Fördermaßnahmen bemüht ist, noch aufzuwerten.

In den Straßencafes an der Berger Straße kann man Frankfurts Gemütlichkeit genießen, © PIA Stadt Frankfurt am Main, Rainer Rüffer
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Denn seit Jahrzehnten ist das Viertel als anrüchig verschrien, wiewohl das Geschäft mit dem Sex beileibe nicht alles ist. Auf noch nicht einmal einem Quadratkilometer leben hier über hundert Nationalitäten in bisweilen ausgesprochen prächtigen Gründerzeithäusern friedlich nebeneinander. Die Passanten auf den Bürgersteigen unterhalten sich in allen Sprachen der Welt, und an jeder Ecke kann man türkisch, italienisch, indisch, chinesisch oder pakistanisch essen. An warmen Tagen sind vor vielen Cafés und Restaurants Tische und Stühle ins Freie gestellt.

Man lebt eben gut und man lebt gern gut in dieser Stadt, in der zwischen internationalem Flair und anheimelnder Gemütlichkeit oft nur ein paar Schritte liegen. Selbst der nur flüchtig Durchreisende spürt diese Atmosphäre, wenn ein einziger Blick von einer der Mainbrücken zugleich das Ensemble bürgerlicher Pracht auf dem Römerberg und die imposante Skyline moderner Hochhausarchitektur umfasst.

"Es reizt mich zum Widerspruch, wenn ich, wo immer ich hinkomme, dieses Frankfurt-Gerücht höre: diese Alptraumsaga vom Klein-Chicago mit Apfelweinbeigeschmack, sauer. Dummköpfe, leicht gebläht, nennen die Stadt gern die Mainmetropole. Ach, diese Klischees und wie sie sich über Jahrzehnte erhalten, unerschütterlich." (Horst Krüger, 1978)