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01.03.2017

Energie aus Abwärme: Energiereferat arbeitet an neuem Abwärmekataster für Frankfurt

Bei vielen Prozessen in der Industrie und des Gewerbes entsteht Abwärme mit einem Temperaturniveau zwischen 30 - 140°C. Abwärmequellen können Produktionsmaschinen oder -Anlagen sein, die Verlustwärme an die Umgebung abstrahlen. Aber auch Öfen, Abwässer aus Wasch-, Färbe- oder Kühlungsprozessen sowie Kühlanlagen wie sie z.B. für große Rechenzentren benötigt werden, produzieren Abwärme. Im englischen heißt Abwärme Waste heat. Der Name beinhaltet, dass diese Art von Wärme ein Abfallprodukt ist. Sie soll jedoch nicht länger ein „Abfallprodukt“ sein, sondern als Wärme- und Energiequelle genutzt werden. Schon heute nutzt Frankfurt am Main die Abwärme aus der Müllverbrennung in der Fernwärme. Auch im Industriepark Höchst wird die Abwärme aus der Klärschlammverbrennung und weiteren industriellen Abwärmequellen genutzt.

Im „Masterplan 100% Klimaschutz“ wird der Nutzung von Abwärme aus gewerblichen und industriellen Prozessen eine hohe Bedeutung beigemessen. Aus ökologischer Sicht, stellt die Nutzung von Abwärme eine sehr gute Möglichkeit der CO2-Einsparung dar. Die Nutzung von „Restwärme“ substituiert die Erzeugung von Wärme aus anderen Energieträgern. Damit trägt die Abwärmenutzung zur Einsparung an CO2-Emissionen bei.

Abwärmekataster Frankfurt am Main

Das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main arbeitet aktuell an der Erstellung eines Abwärmekatasters und setzt damit eine Maßnahme aus dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ um. Das Energiereferat erhält mit dem neuen Kataster eine Übersicht, wo Abwärme anfällt und kann Konzepte entwickeln, wie diese Wärme räumlich nah genutzt werden kann. Die Erstellung einer Übersichtskarte mit Abwärmequellen seitens der Stadt liefert darüber hinaus kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Gebäudeeigentümern eine Übersicht zu möglichen Abwärmepotenzialen in der Nähe. Ein Abwärmekataster erleichtert zudem die Planung einer umweltschonenden Wärme-Versorgung von (Neu)-Baugebieten durch Abwärme im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens.

Das Kataster soll im ersten Schritt für die eigenen Planungen genutzt werden. Das Energiereferat plant die Ergebnisse der Untersuchung Anfang 2018 zu veröffentlichen. Es gibt darüber hinaus Überlegungen, in einem zweiten Schritt die Ergebnisse auf einem Open Source Portal der Stadt Frankfurt am Main allen Bürgerinnen und Bürgern und insbesondere den Energieplanern der Wohnungs(bau)industrie zur Verfügung zu stellen, ähnlich wie dies bereits mit dem Klimaschutzstadtplan und dem Solarkataster Hessen realisiert wurde.

Abwärmequellen dem Energiereferat nennen

Wer selbst Abwärme in seinem Unternehmen hat, aber unternehmensintern keine Nuztungsmöglichkeiten sieht oder wem Abwärmequellen bei Unternehmen aufgefallen sind, der mag sich an das Energiereferat wenden, um eine systematische Erfassung der Quelle mit einem Fragebogen zu ermöglichen.

Ansprechpartner
 
Link-IconPaul Fay
Telefon:+49 (0)69 212 39 199
Telefax:+49 (0)69 212 39 472
E-Mail:Link-IconPaul.Fay [At] stadt-frankfurt [Punkt] de