
Fluglärm
Fluglärm ist nach dem Straßenverkehr die bedeutendste verkehrsbedingte Ursache für Lärmbelästigungen in Deutschland. Er wird zunehmend als störend empfunden. Bundesweit fühlt sich fast jeder Dritte durch Fluglärm belästigt. Hauptquellen des Lärms sind die Triebwerke, das Fahrwerk und die das Flugzeug umströmende Luft. Trotz positiver Entwicklungen bei der technischen Lärmminderung nehmen die Fluglämbelastungen durch den Anstieg der Flugbewegungen, die Lage der Start- und Landebahnen (vor allem durch die Neuanlage oder Erweiterung von Flughäfen in der unmittelbaren Nähe von bewohnten Gebieten) und die Führung der An- und Abflugstrecken zu.
Die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen ist seit 21.10.2011 in Betrieb. Durch die Lage der Bahn sind neue Betroffenheiten westlich und östlich des Flughafens entstanden, weil die Anfluggrundlinie unmittelbar über bestehende Siedlungen führt. Bei Betriebsrichtung West (25) wird seither der Frankfurter Süden im Endanflug in niedriger Höhe überflogen.
Derzeit werden etwa 660 Starts und 660 Landungen täglich am Frankfurter Flughafen abgewickelt. Durch die geplante Erhöhung der Flugbewegungen von derzeit etwa 487.000 auf 701.000 im Jahr 2020 wird die Lärmsituation in der Rhein-Main-Region in Zukunft verschärft.
Nach einer Bürgerbefragung vom Dezember 2011 ist für 11% der Frankfurterinnen und Frankfurter der Flughafen (insbesondere der Fluglärm) hinter der Verkehrssituation (25%) und dem Wohnungsmarkt (15%) das größte Stadtproblem. Vor allem in den Stadtteilen Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad ist der Fluglärm das zentrale Problem.
3 neue Maßnahmen zum Aktiven Schallschutz seit 18.10.2012
Seit 18.10.12 landen die Flugzeuge mit einem erhöhten Anflugwinkel von 3,2 Grad auf der Nordwestlandebahn. Im Frankfurter Süden fliegen die Flugzeuge dadurch etwa 40 bis 50 Meter höher als vorher. Die Gegenanflüge wurden um 1.000 Fuß (etwa 300 m) erhöht. Der nördliche Gegenanflug wurde auf 6.000 Fuß (1.828 m) angehoben. Diese Maßnahme betrifft u.a. den Frankfurter Norden. Außerdem wurden die Überflüge im Osten (Offenbach) und Westen (Mainz) angehoben. Infos und Abbildungen unter UNH: 3 neue Schallschutzmaßnahmen.
Lärmmessungen in der Nähe der Martin-Buber-Schule
Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus des Forums Flughafen und Region hat mit einer mobilen Messstation in der Nähe der Martin-Buber-Schule Lärmmessungen durchgeführt. Die Auswertung der An- und Abflüge sowie der Fluglärmmessdaten des Messpunktes 259 in der Nähe der Martin-Buber-Schule auf dem Frankfurter Lerchesberg ist unter UNH: Auswertung Lärmmessungen abrufbar.
Lärmmessungen unter dem nördlichen Gegenanflug
Der Gegenanflug erfolgt vor allem über Niederursel, Heddernheim, Eschersheim (Nord), Frankfurter Berg und Berkersheim. Um die Lärmbelastung durch den Gegenanflug zum messen, hat das Umwelt- und Nachbarschaftshaus (UNH) am Frankfurter Berg in Berkersheim am 22.02.12 eine Fluglärmmessstation eingerichtet. Die Messergebnisse können unter dem Link UNH: Fluglärmmonitoring unter Air Traffic Noise abgerufen werden. Auswertungen der Messwerte sind unter UNH: Auswertung Lärmmessungen abrufbar.
Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am 4. April 2012 entschieden, dass keine planmäßigen Flüge zwischen 23 und 5 Uhr erlaubt sind. Zwischen 22 und 23 Uhr und 5 und 6 Uhr sind im Jahresdurchschnitt 133 planmäßige Flüge zulässig. Die Urteilsbegründung kann als pdf-Datei Urteilsbegründung heruntergeladen werden.
Unter UNH: Fluglärmmonitoring sind Lärmkonturenkarten, die aktuelle Flugsituation über Frankfurt, die Live-Lärmdaten von einzelnen Flügen und der Stand der Umsetzung der Maßnahmen des Aktiven Schallschutzes einsehbar.
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