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Drohnen über der Skyline? Bitte nicht!

Empfehlungen zum Betrieb von Flugmodellen in Frankfurt

Quadrokopter, Multikopter, UAVs (unmanned aerial vehicle) oder einfach Drohnen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Experten schätzen, dass allein an Weihnachten 2016 bundesweit 100.000 Stück dieser Fluggeräte verschenkt wurden. Laut Deutscher Flugsicherung (DFS) befinden sich bundesweit etwa 400.000 Drohnen in privatem Besitz. Die Mini-Flieger sind inzwischen auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich: Schon für unter 100 Euro sind Drohnen mit eingebauter Kamera und Smartphone-App zu haben.

Auch in Frankfurt wurden bereits Drohnen am Himmel gesichtet. Beim Museumsuferfest 2015 krachte eine private, ohne Genehmigung gestartete Drohne auf die Untermainbrücke; nur durch Zufall kam niemand zu Schaden. Laut DFS ist die Zahl der Drohnen, die den Flugverkehr behindern, in 2016 im Vergleich zum Vorjahr um das Fünffache gestiegen. Ende Januar 2017 verursachte eine abgestürzte Drohne auf der Münchener Westumfahrung einen Unfall mit Sachschaden. In Hamburg gab es im April 2017 einen Einsatz der Feuerwehr für die Bergung auf dem Fernsehturm.

Weil davon auszugehen ist, dass die Zahl der Drohnen weiter ansteigen wird, erhöht sich gleichzeitig das Risiko von Unfällen und Konflikten im privaten Umfeld. Hinzu kommt, dass für die Art der Nutzung, das Fluggebiet wie auch für den Drohnen-Betrieb als solchen eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen zu beachten ist.

Vor diesem Hintergrund stellt das Umweltamt Frankfurt am Main den Bürgerinnen und Bürgern diesen Überblick zur Verfügung, welcher über die grundlegenden rechtlichen Bestimmungen zum Einsatz von Drohnen sowie über die lokalen Gegebenheiten in Frankfurt aufklärt. Es geht darum, frühzeitig ein Bewusstsein für die Chancen und Risiken dieses Hobbys zu schaffen.

Rechtliche Grundlagen

Der Betrieb von Drohnen wird, wie auch z.B. derjenige von Modellfliegern, durch das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) und die Luftverkehrsverordnung (LuftVO) sowie die aktuelle „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ (auch als „Drohnen-Verordnung“ bekannt) geregelt. Außerdem sind u.a. je nach Fluggebiet und Art der Nutzung die Vorgaben folgender Gesetze und Verordnungen einzuhalten: Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), Kunsturheberrechtsgesetz (KunstUrhG), Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), Hessisches Naturschutzgesetz HENatG) und Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „GrünGürtel und Grünzüge in der Stadt Frankfurt am Main“.

Konkret heißt das für

Nutzer Ein Mindestalter ist für Drohnen-Piloten nicht gesetzlich festgelegt, von den Herstellern wird meist eine Nutzung ab 14 Jahren angegeben. Wer Geräte mit mehr als zwei Kilogramm fliegen lassen möchte, muss vom 1. Oktober 2017 an spezielle Kenntnisse nachweisen können, für die ein Mindestalter von 16 Jahren gilt.

Betrieb Vor dem Start muss eine Luftfahrzeug-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Die reguläre (Privat-)Haftpflichtversicherung deckt das Drohnen-Hobby zumeist nicht ab.

Gewicht Vom 1. Oktober 2017 an muss ab einem Gewicht der Drohne von mehr als 250 Gramm diese mit Namen und Adresse des Eigentümers gekennzeichnet sein. Wiegt sie mehr als 2 Kilogramm, ist zudem eine Kenntnisprüfung des Piloten Pflicht. Bei einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm ist eine Genehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt erforderlich.

Zeit Es darf nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geflogen werden. Für einen Betrieb bei „Nacht“ ist eine Erlaubnis vom Regierungspräsidium Darmstadt erforderlich. Aus Lärmschutzgründen empfiehlt das Umweltamt nur an Werktagen zwischen 7 und 20 Uhr zu fliegen.

Umgebung Auch Überflüge mit Aufnahmen von Baudenkmälern oder sonstigen Sehenswürdigkeiten (Kirchen, Brücken, historische Gebäude) sind nicht ohne weiteres möglich. Hier gilt das Kunsturheberrechtsgesetz. Eine Genehmigung vor einer Veröffentlichung ist erforderlich.

Ort Grundsätzlich dürfen Freizeit-Drohnen maximal 100 Meter hoch fliegen; höher nur mit der erwähnten Kenntnisprüfung. Außerdem muss der Pilot sein Fluggerät immer mit bloßem Auge sehen können. Für Flüge in der Nähe der von der Deutschen Flugsicherung kontrollierten Flugplätze oder –häfen ist eine Freigabe nötig. Ausnahme: Der Abstand zum Flughafenzaun beträgt mindestens 1,5 Kilometer und die Flughöhe maximal 50 Meter. Das 1,5 km-Flugverbot gilt auch für die fünf offiziellen Hubschrauberlandeplätze in Frankfurt. Verboten ist jeder Drohnen-Flug im Abstand von 100 Metern und über Krankenhäusern, militärischen Einrichtungen, Gebäuden von Polizei und Verfassungsorganen, Menschenansammlungen, Unfallorten, Gefängnissen, Autobahnen, Bahnanlagen, Flüssen, Konsulaten, Industrieanlagen und Kraftwerken. Auch Naturschutzgebiete sind grundsätzlich tabu, in Landschaftsschutzgebieten wie dem GrünGürtel oder in städtischen Parks ist der Betrieb allenfalls mit einer landschaftsschutzrechtlichen Genehmigung erlaubt.

Nachbarn Nur wenn der Nachbar zustimmt, darf dessen Grundstück überflogen werden. Handelt es sich um eine Drohne mit Kamera, sind Persönlichkeitsrechte zu beachten. Film- oder Fotoaufnahmen Dritter bzw. deren Grundstück bedürfen der vorherigen Zustimmung.

Fazit

Drohnen sind als Freizeitvergnügen in Städten wie Frankfurt so gut wie nicht nutzbar. Ohne Auflagen ist der Einsatz nur auf privatem Grund – sofern er nicht in Schutz- oder Kontrollzonen liegt – erlaubt, und dies je nach Größe des Geräts auch nur nach erfolgter Kenntnisprüfung und wenn dabei keine Luftaufnahmen von der Umgebung gemacht werden. In allen anderen Fällen - abgesehen von wenigen landwirtschaftlich genutzten Flächen außerhalb des Landschaftsschutzgebietes (z.B. im Frankfurter Norden) - ist eine legale Nutzung entweder ausgeschlossen oder nur mit privaten oder behördlichen Sondergenehmigungen möglich. Wer also dieses Hobby betreiben möchte, benötigt eine Versicherung für sein Fluggerät und sollte sich einem Modellflug-Verein mit eigenem Fluggelände anschließen. Dort gelten spezielle Regularien. Eine Umfrage des Umweltamts Frankfurt am Main hat ergeben, dass die allermeisten Vereine nichtkommerzielle Drohnen-Piloten aufnehmen.

Weitere Informationen finden Sie in den angegebenen Links.

Ansprechpartner
 
Link-IconMartin Müller
Telefon:+49 69 212 33486