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Waldzustandsbericht 2017

Regen hilft den Bäumen im Stadtwald

Der diesjährige Waldzustandsbericht für den Frankfurter Stadtwald zeigt eine leichte Verbesserung des Gesundheitszustandes bei den Hauptbaumarten Buche und Kiefer. Sorgenkind bleibt die Eiche.
Der Gesundheitszustand der Bäume im Frankfurter Stadtwald hat sich im Jahr 2017 nach dem Trockenstress vor zwei Jahren und einer leichten Erholung in 2016 noch einmal verbessert. Insbesondere die überdurchschnittlich hohen Niederschläge in den Sommermonaten (223 l/m2) sorgten für eine gute Wasserversorgung und eine verbesserte Belaubung der Bäume.

Untersuchungen durchgehend seit 1984

Die Zustandserhebung erfolgt seit 1984 auf 166 fest ausgewiesenen Probeflächen d. Insgesamt werden 1.660 Bäume, davon 38 % Eiche, 34 % Kiefer und 28 % Buche und Edellaubhölzer wie Esche und Ahorn in ihrer Entwicklung untersucht. Diese Auswahl entspricht in etwa der Zusammensetzung der Hauptbaumarten im Stadtwald.

Klassifiziert werden 4 Stufen:
Stufe 0 ohne Kronenverlichtung, Blatt- und Nadelverlust bis 10%
Stufe 1 – schwache Kronenverlichtung, Blatt- und Nadelverlust 11 bis 25%
Stufe 2 – mittelstarke Kronenverlichtung, Blatt- und Nadelverlust 26 bis 60%
Stufe 3 – starke Kronenverlichtung, Blatt- und Nadelverlust 61 bis 100%).

Sorgenkind Eiche

Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass sich die Bäume des Stadtwaldes langsam erholen. Sorgenkind ist und bleibt dabei allerdings die Eiche. Während Buchen und Kiefern insgesamt eine deutlich verbesserte Belaubung aufweisen, sind inzwischen 92,6% der Eichen nicht mehr voll belaubt (2016: 89,8%). Der Anteil der Bäume mit stärkeren Schäden (Stufen 2 und 3) ist aber leicht zurückgegangen (39,3% gegenüber 42,1% im Jahr 2016).

Auswirkungen des Klimawandels

Die Beobachtungen der vergangenen Jahre zeigen bereits Auswirkungen der Klimaveränderung wie mildere Winter und zunehmende Sommertemperaturen. Im Stadtwald sind diese Stressfaktoren vor allem bei der Eiche, insbesondere auf Sandböden mit geringem Wasserhaltevermögen, erkennbar. Trockene Jahre und zeitig einsetzender Frühling fördern die Entwicklung von Raupen verschiedener Schmetterlingsarten, insbesondere Schwammspinner, Frostspanner und Eichenprozessionsspinner, die dem Eichenlaub besonders zusetzen und besonders bei gemeinsamem Auftreten erheblichen Blattfraß verursachen können. Milde Winter begünstigten generell die Entwicklung von Insekten

Naturnaher Wald ist widerstandsfähiger

Die Frankfurter Förster versuchen mit naturnahen, standortangepassten Mischwaldbeständen die Widerstandskraft des Stadtwaldes zu erhöhen. Hierzu zählt auch der Schutz von Höhlenbäumen oder das Liegenlassen von Totholz, wodurch seltene Waldbewohner wie Hirschkäfer, Heldbock, Vogel- und Fledermausarten gefördert werden.

Waldzustandsbericht zum Herunterladen

Der Waldzustandsbericht 2017 steht über den Link in der rechten Spalten zum Herunterladen bereit.